Aachen - Theater Aachen kennengelernt: Wenn eine Hexe Kinder glücklich macht

Theater Aachen kennengelernt: Wenn eine Hexe Kinder glücklich macht

Von: Katrin Haas
Letzte Aktualisierung:
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Begrüßte die jungen Theaterbesucher zur „Kleinen Hexe“: Frank Prömpeler vom „Nele und Hanns Bittmann Hilfsvereins“. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Das nennt man wohl eine unbürokratische und unkonventionelle Methode: Um rund 800 Kinder im Vorschulalter kulturell zu unterstützen, kaufte der Verein „Nele und Hanns Bittmann“ kurzerhand eine ganze Vorstellung von „Die kleine Hexe“ im Theater. Eine erstmalige Aktion in der Geschichte des Vereins, der gegründet wurde, um bedürftigen Kindern in Notsituationen schnell und unkompliziert zu helfen.

„Für uns ist es wichtig, gerade auch Kindern, die es sich nicht leisten können oder deren Elternhaus keine Beziehung zum Theater hat, den Theaterbesuch zu ermöglichen“, erklärt Frank Prömpeler vom Vorstand des Vereins.

Die Kinder aus verschiedenen Kitas, den Übergangswohnheimen und aus betreuten Familien genossen den unbeschwerten Nachmittag sichtlich und forderten lautstark eine Zugabe. „Ich habe das Stück schon einmal mit meiner Oma gesehen“, erklärte der neunjährige Yannik Roder. Aber es sei so gut, dass er das gern noch einige Male öfter anschaut. Am besten hat ihm die Stelle gefallen, bei der die Oberhexe herumschleicht.

Einige Kinder der OT Robert-Koch-Straße haben im letzten Jahr schon das Kinderstück besucht. „Für die Kinder ist das immer ein Highlight“, sagt Sozialarbeiterin Lina Franzen. Die fünfjährige Lilli Löschner war mit Familienpatin Helga von der Stein-Erkelenz gekommen. „Das war schön. Besonders das mit der bösen Hexe am Anfang“, sagte die Fünfjährige. Aber ein bisschen gegruselt hat sie sich schon. Bisher war sie schon bei anderen Kinderstücken, aber noch nie im Theater Aachen. „Das ist für die Kinder überwältigend, so ein großes Theater“, erzählte ihre Familienpatin begeistert.

Der Verein „Nele und Hanns Bittmann“ organisiert sowohl Veranstaltungen, die viele Kinder erreichen als auch schnelle Hilfe in Einzelfällen. „Not ist vielschichtig. Es geht ja nicht nur um die materiellen Dinge, sondern auch darum, dass die Kinder kulturelles Gut vermittelt bekommen“, so Prömpeler. Ob bei Kindern der Schulabschluss in Gefahr ist, sie als Flüchtlinge gar keine Kleidung mehr besitzen oder die Eltern ihre Schulbücher nicht bezahlen können: Der Verein greift unter die Arme. Im Jahr 2013 hat er rund 1800 Kindern in Not geholfen. „Man erlebt auch viele, viele Schicksale“, berichtet Frank Prömpeler.

Darum soll die Hilfe möglichst effektiv ankommen: „Wir haben keine Verwaltungskosten. Alles, was an Spenden hereinkommt, kommt direkt den Bedürftigen zugute.“ Und sorgt dann für glückliche Kindergesichter, wie nach der Zugabe von „Die kleine Hexe“.

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