Teuerungsraten von 40 Prozent: Neue Wohnungen immer teurer

Von: Robert Esser
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Aachen. Explodieren die Immobilienpreise? 1360 Eigentumswohnungen sowie 500 Ein- und Zweifamilienhäuser sind vergangenes Jahr in Aachen verkauft worden. Dies belegt eine Studie zum Wohnungsmarkt von Engel & Völkers.

Dabei sei das durchschnittliche „Transaktionsvolumen“ in Höhe von 153.300 Euro – quasi die Kaufsumme – innerhalb eines Jahres um satte 40 Prozent gestiegen. Engel & Völkers führt dies auf den hohen Anteil an Erstverkäufen, also den Verkauf von teureren Neubauwohnungen, zurück. Dieser machte bereits 2014 ein Drittel des gesamten Transaktionsvolumens in Höhe von 187,6 Millionen Euro aus. Für 2015 – die Jahresabschlusszahlen liegen noch nicht vor – wird eine weitere Steigerung auf 208,5 Millionen Euro im Segment der Eigentumswohnungen erwartet.

Damit liegt Aachen bei einem Vergleich der 50 größten Städte Deutschlands an der Spitze des Wachstums. Düsseldorf zählte acht Prozent und Köln elf Prozent mehr Verkäufe. Auch bei Einfamilienhäusern sollen die Ertragszahlen steigen – von 146 auf 165,5 Millionen Euro im Jahr 2015. Laut Engel & Völkers zahlten die Aachener schon im Jahr 2014 durchschnittlich 324 500 Euro für ein Haus und damit sieben Prozent mehr als 2013.

Bekanntlich entscheiden auch in Aachen vor allem drei Faktoren über den Wert eines Gebäudes: „Lage, Lage, Lage“. Das untermautert auch der Geschäftsführer des Aachener Haus- & Grundbesitzervereins, Tobias Hundeshagen: „Der Standort ist entscheidend. Wir erleben diesbezüglich derzeit Wertsteigerungen rund um den RWTH-Campus. Wo die Hochschule auf Melaten im großen Stil baut, steigen die Immobilienpreise“, sagt er. Grundsätzlich gilt Aachen als sehr wertstabiles Pflaster für Investoren auf dem Immobilienmarkt.

Besonders teuer sind Grundstücke und Wohnhäuser in Laurensberg, im Lousbergviertel und im Südviertel inklusive Steinebrück. Als „gute Lage“ bewertet Engel & Völker in Aachen unter anderem die Innenstadt, das Frankenberger Viertel, Burtscheid, Vaalserquartier, Hörn und Melaten – aber auch den Osten Eilendorfs und Kornelimünster. „Ich würde auch die Beverau hinzuzählen, dort sind hohe Immobilienwerte ebenfalls an der Tagesordnung“, sagt Hundeshagen.

In „sehr guter Lage“ sind bei Eigentumswohnungen in Aachen Verkaufspreise von 2000 bis 3600 Euro pro Quadratmeter üblich. Das sind rund 200 Euro mehr als noch vor einem Jahr. In mittleren und einfachen Lagen erwarten Experten einen weiteren Aufwärtstrend bei Immobilienpreisen – was natürlich auch der wachsenden Neubautätigkeit in vielen Aachener Stadtteilen geschuldet ist.

Ein Blick in die Maximalpreis-Statistik von Engel & Völker zeigt, dass es anderswo noch weit kostspieliger ist: In Berlin und Hamburg werden Quadratmeterpreise von bis zu 19 000 Euro gezahlt, in Frankfurt knapp 15.000, in Stuttgart 12.600, in Düsseldorf 11.100 und in Köln 9800 Euro.

Von einer Explosion der Immobilienpreise ist die Kaiserstadt demnach noch weit entfernt.

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