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Templergraben: Kleiner Aufschub nach großem Ärger

Von: Sarah Sillius
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Noch ist der Gehweg am Templer
Noch ist der Gehweg am Templergraben von Blättern bedeckt - zur Freude der „WoodBürger”. Denn gestern wurde an dieser Stelle doch kein Baum gefällt, die Aktion wurde kurzfristig abgesagt. Die Baumschützer zeigen trotzdem weiter Flagge gegen die Pläne der Verwaltung. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Hubert Heck und seine Kollegen vom Baumschutzbündnis sind am „Brückentag” trotzdem früh aufgestanden. Trotzdem befestigen sie ein großes Plakat zwischen den Bäumen vor dem Kármán-Auditorium, zünden Kerzen an und demonstrieren. Sie geben keine Ruhe, auch wenn sie ihren ersten kleinen Erfolg feiern können.

Ein erster kleiner Erfolg ist, dass an diesem Morgen nun doch kein Baum gefällt wird. Das allerdings hatte Baudezernentin Gisela Nacken erst am Sonntag in ihrem Urlaub beschlossen, so dass der Großteil der Baumschützer noch nicht informiert war.

Am Freitag hatte es nämlich noch geheißen, dass am Montag um 7.30 Uhr drei Bäume dem künftigen „Shared Space” weichen müssen (wir berichteten). Die „WoodBürger” hatten sich daraufhin organisiert, E-Mails verschickt und einen friedlichen Protest geplant. Sie hätten sich, wenn es nötig gewesen wäre, auch vor die Bäume gestellt, um ein Abholzen zu verhindern.

Die „WoodBürger” hatte besonders die kurzfristige Planung auf die Palme gebracht, weil davon bei der Bürgerinformation in der vergangenen Woche nicht die Rede gewesen war. Erschwerend kam hinzu, dass die Fällung der ersten Bäume nun schon vor dem vereinbarten Gesprächstermin zwischen Gisela Nacken und den Baumschützern stattfinden sollte. Dieses Gespräch ist für den 10. November geplant. Architekt Bernward Hoditz will dann seinen Alternativplan vorstellen, mit dem er 17 von 33 Bäumen am Templergraben retten will.

Grund für die plötzliche Absage der Aktion ist nach Angaben von Pressesprecherin Rita Klösges das noch laufende Ausschreibungsverfahren für die Fällarbeiten. Das endet nämlich erst am 7. November. „Vor allem liegt es aber dem Gespräch, dass Gisela Nacken mit den ,WoodBürgern vereinbart hatte. Vorher sollen keine Tatsachen geschaffen werden”, erklärt Klösges.

Das entspricht auch der Forderung der Baumschützer. „Vor diesem Gespräch soll kein einziger Ast abgesägt werden”, sagt Hubert Heck. Des Weiteren wünschen sich die „WoodBürger” eine Ortsbegehung. Heck: „Wir wollen genau wissen, welcher Baum gefällt wird.” Die Baumschützer denken auch darüber nach, juristische Schritte einzuleiten und eine einstweilige Verfügung gegen die Fällung der Bäume zu erwirken.

„Das hier ist nur ein kleiner Aufschub”, verkündet Bündnis-Sprecherin Marika Jungbluth. „Wir werden weiterhin Druck aufbauen und uns nicht unterkriegen lassen.” Die „WoodBürger” verlangen, dass die Bürger künftig nicht erst informiert werden, wenn der Rat bereits entschieden hat. Jungbluth: „Uns muss die Wahrheit gesagt werden!”
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