Temperaturen klettern im April Richtung Rekordmarke

Von: Robert Esser
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Steigende Tendenz: Der Leiter der Aachener Wetterwarte, Udo ter Horst, registriert überdurchschnittliche Temperaturwerte. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Dies ist kein Aprilscherz: Der laufende Monat schickt sich tatsächlich an, ganz oben in der Rekordtabelle der Wetterforscher zu landen - bundesweit und in Aachen. „Wir rechnen mit einem Durchschnittswert deutlich über 12 Grad Celsius”, sagt Dr. Gunnar Ketzler.

Der Leiter der RWTH-Wetterstation erwartet damit den zweitwärmsten April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 108 Jahren.

Lange Zeit galt der April des Jahres 1949 als unantastbarer Spitzenkandidat. Erst mehr als ein halbes Jahrhundert später erlebte die Kaiserstadt 2007 einen komplett regenfreien April mit einem Durchschnittswert von sagenhaften 14,1 Grad Celsius.

„Bei Maximalwerten von fast 29 Grad lagen wir damals 5,7 Grad über dem langjährigen Durchschnitt”, erklärt der Chef der Aachener Wetterwarte, Udo ter Horst.

Aktuell rangiere der Mittelwert zwei Tage vor Monatsende schon 4,4 Grad über dem Schnitt der Vorjahre. Innerhalb von drei Monaten erlebt die Stadt in diesem Jahr Temperaturschwankungen von fast 40 Grad Celsius. „Am 7. Januar haben wir mit minus 14 Grad einen außergewöhnlichen Tiefstwert festgestellt - und schon am 10. April extrem sonnige 25 Grad plus gemessen”, beschreibt ter Horst die extremen Eckdaten.

Das Geographische Institut der RWTH liest aus den Messergebnissen der eigenen Klimastation eindeutige Trends heraus: „Seit etwa zehn Jahren liegen in Aachen auffällig viele Temperaturwerte über dem früheren Durchschnitt”, folgert Klimaforscher Ketzler.

„Dass wir unmittelbar nach dem Winter zu den eher wärmeren Gebieten Deutschlands zählen, hängt aber mit Sicherheit auch mit unserer Nähe zum Meer zusammen. Das maritime Klima beeinflusst die Aachener Region durchaus”, erläutert der Wissenschaftler.

Verantwortlich für die Überhitzung der City sind laut RWTH-Professor Christoph Schneider jedoch nicht nur globale und regionale Wetterphänomene, sondern auch stadtplanerische Fehler.

Bereits vor zwei Jahren hatte der Klima-Experte des Geographischen Instituts kritisiert, dass die nächtliche Abkühlung nach der Tageshitze in Aachen städtebaulich beeinträchtigt werde:

„Kaltluftschneisen aus dem Aachener Wald Richtung Innenstadt - vor allem entlang der alten Bachtäler - hat man mit Wohnvierteln zugebaut.

Dadurch werden die um fünf bis sieben Grad kühleren nächtlichen Windströme - zum Beispiel entlang der Goethestraße bis zum Boxgraben - aufgehalten.”
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