„Teller Buntes“: Kleinkünstler begeistern für den guten Zweck

Von: Ricarda Timm
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Markenzeichen kurze Röcke, weiße Stiefel, ironische Texte: Lizusha nahm Klischees ins Visier. Foto: Andreas Schmitter
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Herren in den besten Jahren: Der Lovely Mr. Singing Club eröffnete den bunten Abend. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Bunte Schokolinsen auf den Tellern der Tische in der „Kappertzhölle“ in Rothe Erde waren allenfalls ein süßer Vorgeschmack auf das diesjährige Menü: Kleinkunstunterhaltung, wie sie die Zuschauer in der ausverkauften Halle liebten.

Multikulturelle Mitsingmusik, atemberaubende Zauberkunst, Akrobatik mit Hüten – und das alles natürlich für den guten Zweck: Der Erlös der Benefizgala – insgesamt 8000 Euro – geht an den Förderverein der Kleebachschule und die Heilpädagogische Waldorfschule. „Von dem Geld“, erklärte Organisator Norbert Conrads, „können die Schulen Klassenreisen oder Therapiemaßnahmen unterstützen.“ Zahlreiche Sponsoren und nicht zuletzt die Kleinkünstler, die gänzlich ohne Gage auftraten, machen einen so hohen Erlös möglich.

A cappella eröffneten Lovely Mr. Singing Club den Abend. Vier charmante Herren in ihren besten Jahren sangen auf Deutsch und auf Holländisch über das Mann-Sein. Mit ihrer Gitarre verzauberte Lizusha aus Russland, Liza Koos, die Zuschauer mit deutsch-russischen Klischees wie Wodka, roten Ampeln, Sparen, kurzen Röcken, Kneipen und weißen Stiefeln. Mit dem Ziel, ihre „Integration“ zu fördern, kokettierte sie aufs Urigste.

Dritter Unterhalter der Runde, war „Mr. Teller Buntes“, Ex-Strunx-Star Manni Hammers, der zum elften Mal dieses Jahr dabei war. Er war selbstverständlich für Jürgen Beckers eingesprungen, der kurz zuvor erkrankt war. Mit einem lauten Applaus ermutigten die Zuschauer ihn zur schnellen Genesung. Manni Hammers vertrat ihn mit zwei Auftritten würdig, mit Peesiflagen auf typisch deutsche Marotten wie dem Heimwerken.

Spätestens bei „Magic Udo“, dem beeindruckenden Großraumillusionisten, war das Publikum endgültig von den Socken. Als etwas tollpatschiger, aber glamouröser Zauberer aus Bad Münstereifel – „lässig, überlegen und charmant“ – schafft er es am Ende immer die Zuschauer zu verblüffen.

Auch Organisator Conrads und Co-Moderatorin Veronika Siebert ließen es sich nicht nehmen, ihren Teil beizutragen. Conrads informierte nach der Pause hilfreich über einen Stau vor der Damentoilette, und Siebert stimmte mit spontan gedichteten Versen für einige der männlichen Gäste ein. Eines der Highlights waren drei Ikonen des Aachener Karnevals: Josef, Jupp und Jüppchen. Sie ließen das Publikum mit Merkwürdigkeiten über Eierbusse, Schüttelbusse oder Protestantinnen kreischen vor Lachen und lauthals mitsingen.

Zu guter Letzt trat das Wall Street Theatre mit seinen britischen Köpenickiaden auf. Das Duo beeindruckte mit frechem Kauderwelsch und anspruchsvoller Akrobatik. Am Ende trommelte und klatschte und schrie der gesamte Saal, was das Zeug hielt. So geriet das „Dessert“ auch für die Stars des Abends süß wie selten.

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