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Teamgeist soll Friedenspreis beflügeln

Von: Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:
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Will die Basis mit Blick auf neue Preisträger-Kandidaten einen: Schriftführer Ralf Woelk.

Aachen. Wann kehrt Frieden ein beim Aachener Friedenspreis? Die Frage dürfte den frisch gewählten, aber eben nicht ganz kompletten Vorstand nicht erst bei der konstituierenden Sitzung am Mittwoch kommender Woche beschäftigen.

Nach wie vor stehen die Positionen freilich unverändert im Raum, nachdem der Vorsitzende Karl Heinz Otten am Wochenende im Zorn von Bord gegangen ist - mit der Begründung, dass der Verein mit dem neuen Führungsgremium einen für ihn nicht akzeptablen „Linksruck” vollzogen habe.

Bleibt also abzuwarten, ob das gebeutelte Flaggschiff der Friedensbewegung in absehbarer Zeit in ruhigeres Fahrwasser manövriert werden kann. Denn schwere Turbulenzen haben der Initiative in der jüngeren Vergangenheit ohnedies immer wieder zugesetzt.

Ottens Vorgänger Otmar Steinbicker hatte nach heftigen internen Querelen gar seine Mitgliedschaft im Verein aufgekündigt. Er bekundete am Montag, er empfinde die „Flügelkämpfe” als „befremdlich”. Die „Einordnung der Neugewählten in das politische Koordinatensystem” habe „mit Friedensbewegung nichts zu tun”.

Zumindest ein weiteres langjähriges Mitglied nahm am Wochenende Ottens Rücktritt zum Anlass, den Verein zu verlassen - allerdings mit umgekehrter Argumentation. „Ich glaube, dass der Spagat zwischen dem sogenannten bürgerlichen und dem ,linken Lager nicht mehr zu bewältigen ist”, begründete der Psychoanalytiker Thomas Auchter seinen Austritt nach über 20 Jahren.

Nachdem Otten, der vor zwei Jahren als „Kompromisskandidat” gewählt worden sei, das Handtuch geworfen habe, hätten die „linken Kräfte” aus seiner Sicht schlicht zu viel Oberwasser bekommen. Der neue Schriftführer Ralf Woelk, der - kurioserweise ebenso wie Otten vor seinem Abgang, allerdings in einer Kampfabstimmung - mit 42 Ja-Stimmen gekürt wurde, wies dies mit Nachdruck zurück. „Ich halte das für vorgeschoben”, sagte Woelk, der hauptamtlich als Aachener DGB-Vorsitzender tätig ist. „Wir haben einige Sozialdemokraten im neuen Vorstand, die Vizevorsitzende Tina Terschmitten ist parteilos. Mit Dieter Spoo haben wir einen katholischen Pastoralreferenten.”

Im Übrigen gelte es jetzt, nach vorn zu blicken. „Priorität muss die Suche nach guten Kandidaten für die nächste Preisverleihung haben. Alles andere ist zurzeit zweitrangig.”

Das bekräftigte auch Tina Terschmitten. Ebenso wie Woelk sympathisiert sie mit dem Gedanken, die Vereinsspitze zu verbreitern und damit die leidige Frage nach einer einzelnen Führungspersönlichkeit abzuhaken. „Ich könnte mir vorstellen, ein Sprechergremium zu installieren. Das wurde vor zwei Jahren bereits einmal zur Diskussion gestellt und von den Mitgliedern auch mehrheitlich befürwortet. Gescheitert ist es letztlich, weil die erforderliche Zweidrittelmehrheit für eine entsprechende Satzungsänderung nicht erreicht wurde.” Ein zweiter Anlauf sei freilich durchaus denkbar. Anfang 2012 soll die Vereinsbasis erneut zusammenkommen.
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