Tausende Schüler rennen für den Frieden

Von: Svenja Pesch
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Was für ein Spektakel! Tausende Schüler rannten für den Frieden am Elisenbrunnen los. Foto: Michael Jaspers
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Beim Friedenslauf gab es Gespräche mit Vertretern aller Religionen. Foto: Michael Jaspers
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Hier geht’s lang: Nach dem Grundschullauf waren die weiterführenden Schulen an der Reihe. Pantomime Scheibub heizte den jungen Sportler wortlos, aber gestenreich ein. Foto: Michael Jaspers
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Jeder Stempel zählt: Nach jeder Runde gab es die amtliche Bestätigung – für Zehntausende Euro. Foto: Michael Jaspers
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Kraft tanken: An Verpflegungsstationen gab es Obst und Wasser für Tausende Teilnehmer. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Auf den letzten Metern ging ihnen dann doch die Puste aus. Nina und Leyla mussten kurz stehen bleiben und einmal tief Luft holen. „Los, das schaffen wir auch noch“, sagte Leyla aufmunternd und nahm ihre Freundin Nina an die Hand.

Gemeinsam passierten sie ein letztes Mal die Start- und Zielgerade, bevor sie ausgepowert, aber glücklich durchatmen konnten. So wie die beiden Grundschülerinnen der Karl-Kuck-Schule beteiligten sich insgesamt 3586 Schülerinnen und Schüler aus 30 Schulen an dem 16. Aachener Friedenslauf – und Hunderte Lehrerinnen, Lehrer sowie viele Betreuer. Unter dem Motto „Religionen ohne Frieden? Das läuft nicht! – 16 Jahre Aachener Friedenslauf“ gingen am Freitagvormittag 13 Grundschulen, eine Hauptschule, drei Realschulen und sieben Gymnasien aus Aachen und der Städteregion am Elisenbrunnen an den Start.

Bereits vor dem ersten Startschuss herrschte unter den Teilnehmern eine ausgelassene und fantastische Stimmung. Moderator und AZ-Redakteur Robert Esser begrüßte die Schulen, es gab fröhliches Geschrei aus Tausenden Kinderkehlen – und Pantomimekünstler Scheibub animierte die Kids ganz ohne Worte zum Mittanzen. Dann wurde es ernst. Die ersten Läufer stellten sich an die Startlinie. Und damit innerhalb des Gewusels bloß kein Schüler unterging, schwangen einige Klassenlehrer große Friedensfahnen und statteten die Kinder mit einheitlichen Mützen oder Bändern aus. Schließlich wollte man gemeinsam als Klasse für den Frieden laufen.

Fünf, vier, drei, zwei, eins – und los liefen sie. Begleitet wurden sie von Anfeuerungsrufen und Applaus vieler Eltern und Passanten. Kristina Blömer, Projektleiterin des Friedenslaufs von Pax Christi, freute sich, dass dieses Jahr ein neuer Teilnehmerrekord geknackt werden konnte. „Dass die Teilnehmerzahl so hoch ist, zeigt das friedensstiftende Potenzial der Region. Das Motto drückt aus, dass es egal ist, welcher Religion jemand angehört, die Botschaft des Friedens unter den Menschen ist allen Religionen sehr wichtig.“ Doch leider werde Religion immer wieder als Vorwand benutzt, um Menschen auszugrenzen, zu diskriminieren oder gar zu töten. „Mit der Teilnahme am Friedenslauf setzen die Kinder und Jugendlichen ein Zeichen dafür, dass Religionen eben keine Instrumente der Ausgrenzung sind, sondern etwas gemeinsam haben: den Frieden zu fördern,“ sagt Blömer.

Der Erlös des Laufs, der im vergangenen Jahr stolze 59 427,48 Euro betrug, kommt gleich drei Projekten zugute. 40 Prozent gehen an das Forum Ziviler Friedensdienst. Mit dem Geld werden Friedensfachkräfte ausgebildet, die beispielsweise im Libanon oder auf den Philippinen Projekte des zivilen Friedens realisieren. Ebenfalls 40 Prozent gehen an Pax Christi im Bistum Aachen. Die Organisation unterstützt unter anderem den Freiwilligendienst in Friedensprojekten im westlichen Balkan. So arbeiten junge Freiwillige aus Deutschland in einer Kindertagesstätte in Bosnien-Herzegowina oder in lokalen Organisationen in Mazedonien oder im Kosovo mit. 20 Prozent des Erlöses fließen in das Netzwerk Aachener Schulen gegen Gewalt und Rassismus. Mit dem Geld werden Anti-Rassismus und Anti-Gewalttrainings in Aachen finanziert.

Buntes Begleitprogramm

Neben dem traditionellen Lauf gibt es jedes Jahr ein buntes Begleitprogramm, welches seit Mai an einigen Schulen veranstaltet wird. Dazu zählen Workshops wie „Cooldown – Schlagfertig ohne zu schlagen“, der den Schülern ein gewaltfreies Miteinander beibringt oder auch Theateraufführungen und Vorträge. „Wir haben mit den diversen Angeboten 1500 Kinder und Jugendliche erreicht. Das ist eine wirklich hohe Zahl. Und in keiner anderen Stadt ist das Programm so breit gefächert wie in Aachen“, ergänzte Matthias Fischer vom Netzwerk Aachener Schulen gegen Gewalt. Die vielen Läufer bewiesen beim Friedenslauf nicht nur jede Menge Ausdauer und einen langen Atem, sondern auch Teamgeist und Zusammenhalt. Keiner wurde zurückgelassen und egal ob Bestzeit oder gemeinschaftliches Rundendrehen im Laufschritt – was zählte, war die Bewegung für die gute Sache. Und die wurde mehr als deutlich. So wurde getanzt, gejubelt, geklatscht – und natürlich gerannt. Die Besten schafften dieses Mal mehr als 20 Runden.

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