Tauchfahrt in die Abgründe der Liebe

Von: ths
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Aachen. Sie sind Wiederholungstäter, keine Frage. Wiederholungstäter, die ihre Sache so gut machen, dass ihre „Opfer” ihnen wieder und wieder erliegen - und das auch noch freiwillig, sogar mit der größten Begeisterung.

Stephan Wurfbaum und Christian Cadenbach hatten bereits 2008 einen großen Coup gelandet mit ihrem literarisch-brisanten Bühnenprogramm „Liebe: Praktisch geht fast alles!”.

Und jetzt, ein Jahr später, geht der Geniestreich in Serie: „Making of Liebe” verspricht wie die Vorgänger-Produktion einen bunten Abend, diesmal auf Level 2, für Anfänger und Fortgeschrittene. Und nach der Premiere im Theater K steht fest: Dem Produzenten-Duo ist auch diesmal wieder ein großer Wurf gelungen.

Als Lenker und Steuermann Amors starten Cadenbach und Wurfbaum in rosaroter Arbeitsgarderobe eine Reise durch die Allgegenwart der Liebe, die weder topographische noch chronologische Grenzen kennt.

Und so gelangen die beiden Mimen von der griechischen Mythologie in die Welt des schottischen Hochadels: Hier schlüpfen sie in die Rollen der blutjungen Lady Eleanor, die Leidenschaft und Qualen der ersten Liebe entdeckt, geben dann den einsamen Lord, der einen Kammerdiener zum Objekt seiner Begierde erwählt, diesem seine Liebe gesteht, in sogar adoptieren will - und bei all seinen Bemühungen erfolglos bleibt.

Jegliche Facetten der Liebe, so scheint es, haben Wurfbaum und Cadenbach zum Thema ihres brillanten Stücks gemacht: Nicht nur humoristisch, auch ernst und einfühlsam reflektieren sie Fragen der Liebe: Was passiert, wenn die Liebe ihre ursprüngliche Freiheit verliert und die Menschen in einer ungesunden Struktur gefangen hält?

Wurfbaum und Cadenbach scheinen sich in Tragik und Schönheit ihrer Geschichten aufzuheben, bewahren das Publikum durch ihre präzise und ästhetische Sprache jedoch davor, die Hochstimmung der ersten 30 Minuten zu verlieren.

Und gerade, als jede Rückkehr zu der skurrilen Leichtigkeit der Liebe unmöglich scheint, reißen die Schauspieler das Ruder herum und treiben die Wirren der Liebe mimisch, gestisch und musikalisch auf den Höhepunkt. Und so geht am Ende keiner betrübt nach Hause, „ich habe lange nicht mehr so viel Spaß im Theater gehabt, auch wenn ich aus manchen Szenen durchaus Stoff zum Nachdenken mit nach Hause nehme”, lobt Zuschauerin Katharina Schuster. Nach 100 Minuten lautet die Botschaft des begeisterten Publikums an Cadenbach und Wurfbaum: Nächstes Jahr bitte wieder!
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