Tatort Westpark: Weitere Zeugen befragt

Von: Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:
15319926.jpg
Bis auf Weiteres gesperrt: Erneut musste der Spielplatz im Westpark jetzt abgeriegelt werden, nachdem dort am Sonntag wiederum ätzende Chemikalien aufgefunden worden sind. Foto: Krömer

Aachen. Skrupellos, hinterhältig, extrem kriminell – oder eben psychisch krank: Attribute wie diese drängen sich naturgemäß auf. Wirklich frische Erkenntnisse im Hinblick auf den oder die Verursacher der neuerlichen Attacke mit giftigen Substanzen am vergangenen Wochenende im Westpark allerdings konnten die Ermittler auch am Montag nicht offiziell vermelden.

Klar scheint bislang nur so viel: Abermals haben ein oder mehrere Unbekannte auf dem dortigen Spielplatz eine äußerst aggressive Substanz verstreut, und wiederum drängt sich der Verdacht auf, dass es sich dabei um Rohrreiniger-Granulat gehandelt hat – so wie es in den vergangenen Wochen bereits zweimal an gleicher Stelle und einmal an zwei Grillplätzen nahe der Lütticher Straße der Fall gewesen ist.

Immerhin: Anders als vordem sind diesmal keine verletzten Kinder zu beklagen, nachdem ein Zeuge die ätzende Chemikalie am Sonntagvormittag entdeckt und sofort die Polizei informiert hat. Und: „Zurzeit werden mehrere Personen befragt, die eventuell konkretere Hinweise über den Ablauf des Geschehens und die genauere Tatzeit geben können“, erklärte Jost Schützeberg, Sprecher der Staatsanwaltschaft, am Montag auf Nachfrage. Ihnen könnte eine Belohnung von bis zu 3000 Euro winken, falls sie die Behörden tatsächlich auf die Spur des oder der Unbekannten führen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt – wie bereits in der Vergangenheit – wegen versuchter Tötung. Hinweise werden entgegengenommen unter Telefon 957734210.

Die Vermutung, dass es sich in allen Fällen um den- oder dieselben Täter handeln könnte, liegt nahe. Ebenso möglich wäre freilich, dass sogenannte Trittbrettfahrer nach dem Muster der ersten Attacken im Aachener Wald nun im Westpark ihr Unwesen treiben. Zumal auf dem Spielplatz an der Lochnerstraße, der im Juni ebenfalls betroffen war, ein Zettel auftauchte mit der Aufschrift „Lautes Geschrei ist hier unerwünscht“.

Kommt hinzu, dass Bänke und Spielgeräte in der Grünanlage zwischen Garten- und Vaalser Straße bereits seit Herbst 2015 mehrfach und ausgiebig mit Kot beschmiert worden waren. Durchaus denkbar erscheint zudem, dass der jüngste Anschlag durch das große Kulturfest des Vereins für Körper- und Mehrfachbehinderte am vergangenen Samstag veranlasst worden sein könnte. Haben die Fahnder es also mit einem verärgerten Anwohner zu tun?

Spekulation. Zumal das „Corpus delicti“, also die ätzende Substanz, die den bislang letzten Großeinsatz im Westpark ausgelöst hatte, noch nicht genau analysiert ist, wie Schützeberg erklärte. Auch die Frage, ob die Ermittler den Tatort mit Kameras ins Visier nehmen, mochte der Behördensprecher nicht beantworten. Prinzipiell wäre dies möglich, sofern ein entsprechender richterlicher Beschluss erwirkt wird. „In jedem Fall werden wir das Umfeld jetzt weiter intensiv beobachten“, erklärte Polizeisprecherin Petra Wienen.

Auch am Montag wurde die Spurensicherung vor Ort fortgesetzt. „Offenbar sind weitere Sitzbänke im Umfeld mit der aggressiven Substanz bestreut worden“, berichtete Evelin Wölk vom städtischen Presseamt. In jedem Fall blieben alle betroffenen Bereiche bis auf Weiteres gesperrt. Wölk: „Wir warten mindestens so lange, bis die nächsten größeren Regenschauer niedergehen, damit sich auch der Boden wieder neutralisiert.“

Zumindest dies dürfte wahrscheinlich schon am Dienstag der Fall sein . . .

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert