Taschendiebe greifen immer häufiger zu

Von: Katrin Fuhrmann
Letzte Aktualisierung:
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Bekämpfung des Taschendiebstahls: Stephan Wey, Leiter der Direktion Kriminalität, Thorsten Müller, Leiter der Kriminalinspektion und Michael Houba, Leiter des Kommissariats für Kriminalprävention und Opferschutz (v.l.), wollen die Bürger für mehr Achtsamkeit sensibilisieren. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Zahl ist durchaus alarmierend: Im ersten Halbjahr 2017 hat die Polizei Aachen 1000 Fälle von Taschendiebstählen in Aachen und der Städteregion registriert – das sind zehn Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2016. Allerdings sind das nur die Fälle, die auch wirklich zur Anzeige gebracht wurden. Die Dunkelziffer könnte also dementsprechend noch etwas höher sein.

Etwa 85 Prozent dieser Fälle wurden in der Stadt Aachen registriert. Ein besonderer „Hotspot“ für Langfinger ist laut Kriminalhauptkommissar Michael Houba, Leiter des Kommissariats für Kriminalprävention und Opferschutz, vor allem der Bereich rund um den Elisenbrunnen und den Bushof. Das ist der Polizei zwar nicht neu, aber Grund genug, die Aachener Bürger erneut für das Thema zu sensibilisieren. Denn oftmals ist es nur eine Frage von Sekunden: Wer zum Beispiel beim Blick auf das Smartphone nur kurz seine Tasche aus dem Blick lässt und unachtsam ist, könnte schon zum Opfer werden.

Das bestätigt auch Stephan Wey, Leiter der Direktion Kriminalität. Den meisten Opfern fällt der Diebstahl erst auf, wenn es schon zu spät ist. Die Täter seien oft so raffiniert, dass die Opfer die Taten überhaupt nicht mitbekämen, berichtet Wey. Das macht die Arbeit für die Polizei natürlich schwerer, denn dementsprechend können die Opfer die Täter auch nur selten identifizieren.

Zwei Tätergruppen im Visier

Dennoch weiß die Polizei in etwa, wer die Täter sind. Hauptsächlich sind das nordafrikanische junge Männer im Alter von 15 bis 30 Jahren, die es nach Erkenntnissen der Fahnder vor allem auf Bargeld und Smartphones abgesehen haben. Die andere Tätergruppe sind reisende Osteuropäer, besonders Frauen, die in Geschäften und auf der Straße vor allem Bargeld und Checkkarten klauen. Auch das ist für die Polizei nicht neu und längst bekannt. Seit Jahren versuche man, die Fallzahlen zu reduzieren.

Aachen ist natürlich nicht die einzige Stadt, in der die Langfinger ihr Unwesen treiben. Die steigende Zahlen sind für die Polizei in Nordrhein-Westfalen Anlass genug, erneut eine Aktionswoche unter dem Titel „Augen auf und Tasche zu – Langfinger sind immer unterwegs“ zu starten. Diese läuft zurzeit auch in Aachen.

Von der Aktionswoche erhofft sich die Polizei vor allem eins: Mehr Achtsamkeit und mehr Hinweise aus der Bevölkerung auf mögliche Täter. Ein Problem sei nämlich, dass Bürger, die etwas Verdächtiges beobachten, sich immer seltener bei der Polizei melden. Das war früher anders, erinnert sich Wey. „Je mehr Hinweise wir aus der Bevölkerung bekommen, umso eher können wir die Diebe ausfindig machen“, sagt er. Wey weist darauf hin, dass man sich vor Diebstählen schützen kann. „Man sollte seine Tasche eng am Körper tragen und immer achtsam sein“, sagt er. Opfer seien meist junge Frauen, die genau das nicht tun. Sie tragen ihre Handtaschen offen und meist locker über der Schulter und nicht eng genug am Körper.

Natürlich ergreife die Polizei auch Maßnahmen, um mögliche Opfer zu schützen. So erhöhe sie beispielsweise die offene und auch die verdeckte Präsenz .

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