Tanzen stärkt auch das Selbstbewusstsein

Von: Sebastian Dreher
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Akrobatisch: Es gehört viel Vertrauen dazu, sich so hoch nehmen zu lassen. Auch das lernten die Kinder während des Trainings. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. In dem vom Stadtteilbüro Ost initiierten Modern-Dance-Projekt „bOND” ist Schülerinnen und Schülern zwischen acht und 15 Jahren der Grundschulen Matare- und Düppelstraße sowie der Gesamthauptschule Drimborn und der Förderschule am Kennedypark durch professionelle Anleitung von Fatima Niza der Spaß am Tanzen und an der gemeinschaftlichen Bewegung vermittelt worden.

„Das Einstudieren von Choreographien gibt den Kindern ein Zusammengehörigkeitsgefühl und stärkt das Selbstbewusstsein und die Kreativität”, erklärt die portugiesische Tänzerin, die im Tanzsportclub Grün-Weiß Aquisgrana und an der VHS unterrichtet. „Wir konnten während der wöchentlichen Proben seit Oktober 2009 tolle Entwicklungen feststellen.”

Viele der Mädchen und Jungen hatten anfangs starke Probleme mit Körperkontakt und wollten sich nicht anfassen - beim Gemeinschaftstanz unerlässlich. Nach ersten Versuchen waren jedoch alle vom Tanzen besessen. „Ich werde oft von den Eltern angesprochen, wie und wo sie ihre Kinder weiter tanzen lassen können”, sagt Niza.

Eine Besonderheit des Projektes ist, dass der Unterricht, der seit Oktober einmal wöchentlich stattfand, aus organisatorischen Gründen in den jeweiligen Schulen stattfinden musste. So haben die Kinder der verschiedenen Einrichtungen ihre Tänze separat geübt und konnten sie nicht gemeinsam einstudieren.

„Wir haben alle zusammen nur einmal vorher geprobt”, sagt Marion Knur, Schulsozialarbeiterin an der GHS Drimborn, „Zum Glück hatten wir die Gelegenheit, zum Welttag des Tanzes in der VHS einige Auszüge der Show vorzuführen.”

Das Ergebnis ist eine rasante Agentenrevue, in der jede beteiligte Schule zu Bond-Songs wie Tina Turners „Goldeneye” und Paul McCartneys „Live and let die” einen eigenen Tanz aufführt. Im ersten und im letzten Showact tanzen die rund 40 Kinder aller Schulen gemeinsam zur bekannten James-Bond-Titelmusik.

„Anfangs war es ein bisschen schwierig, mit diesen nicht ganz einfachen Kindern zu arbeiten”, sagt Tanzlehrerin Niza über das soziale Projekt. „Die Einstellung zum Modern Dance ist in einer herkömmlichen Tanzschule anders. Viele der Schüler hatten keine Lust auf den Stil und die Musik, sie wollten lieber Hip-Hop.”

Doch genau aus diesem Grund haben sich die Organisatoren für das für die heutige Jugend etwas extravagante Thema Modern Dance entschieden. Sie wollten den Kindern zeigen, dass es auch noch andere Dinge gibt, außerhalb ihres alltäglichen Umfelds.

Allerdings war die Ausbeute beim Rekrutieren der Tänzer relativ mager. Von den 520 befragten Schülern der GHS Drimborn machten am Ende nur vier Mädchen mit. „Viele waren bei dem Begriff Tanzprojekt begeistert. Als sie dann hörten, dass es um Modern Dance geht, sind die Meisten abgesprungen”, sagt Sozialarbeiterin Knur.

Ein schönes Beispiel dafür, das Tanzen auch etwas für Jungen sein kann, ist Justin. Der Junge hatte bis kurz vor der Aufführung Lampenfieber und Selbstzweifel. „Wir haben lange mit ihm, seiner Lehrerin und seinen Eltern gesprochen”, sagt Niza. „Es hat gewirkt. Er war toll und ist sehr stolz auf sich und seine Leistung.”
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