„Tango, Tod und Teufel“: Die Geschichte einer Verführung

Von: Lale Dalz
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„Tango, Tod & Teufel“: Im Theater K. erzählt Annette Schmidt begleitet vom Duo Tarantelle die Geschichte einer Verführung. Foto: Steindl

Aachen. Mit „Tango, Tod und Teufel“ wird im Theater K. eine leidenschaftliche Geschichte voller Spannung und Sinnlichkeit erzählt. Schauspielerin Annette Schmidt erzählt, singt und spielt die Geschichte, begleitet von der Musik des „Duo Tarantelle“. Dazu werden Videoprojektionen von Peter Schneider eingespielt. Durch das Zusammenspiel dieser Elemente wird die Erzählung lebendig.

Es ist die Geschichte eines Fremden, der eine große und hektische Stadt besucht, um sich von ihr berauschen zu lassen. Dort begegnet er einer Frau, die inmitten der Menschenmenge nackt ist und nur von ihm gesehen zu werden scheint. Sofort zieht sie ihn in ihren Bann, er ist fasziniert und möchte sie mitten im Spannungsfeld der Hektik, der Dekadenz und Konsumwut der Stadt verführen. Er läuft mit ihr durch die Straßen, flüchtet vor den Menschenmassen.

Gleichzeitig schwelgt er jedoch im Genuss, durch die Läden zu ziehen und die Frau mit ausgesuchten, teuren Kleidungsstücken auszustatten. Nach und nach wird sie auch für alle anderen sichtbar. Der Mann lässt sich von seiner Begierde leiten, sie zu verführen, und behandelt sie wie ein Objekt. Es ist ein ständiges Wechselspiel zwischen dem Zauber, der von dieser Frau ausgeht, und der bizarren Situation. Sie jedoch weiß ihre Reize einzusetzen und ihn so unbemerkt zu steuern.

Das Stück ist aus der Erzählung „Das nackte Mädchen auf der Straße“ von Fritz Rudolf Fries sowie Gedichten von Luis Cernuda entstanden. Durch die Tangomusik aus verschiedenen Epochen, mit der das Duo Tarantelle das Stück begleitet, wird die Leidenschaft der Geschichte unterstrichen. Einfühlsam oder dynamisch, energiegeladen oder gefühlvoll verleiht ihre Musik allen emotionalen Facetten der Geschichte Ausdruck.

Gleichzeitig wird das Publikum durch die Ausstrahlung Annette Schmidts unweigerlich in den Bann der Erzählung gezogen. Sinnlich und mitreißend verkörpert sie ihren Monolog, deutet in ihren Bewegungen den Tango an, der für die im Stück gezeigte Sinnlichkeit steht. Die Videoprojektionen zeigen hektische urbane Szenen und betonen den Kontrast der durchkommerzialisierten Stadt zu der Sinnlichkeit, die ein Besucher in ihr zu finden sucht.

Mit dem Projekt „Tango, Tod und Teufel“ versuchen die Künstlerinnen, die Rollenverteilung im Tango aufzulösen und die weibliche Rolle nicht weiter nur als den unterwürfigen Part darzustellen. Sie stellen die Tradition infrage, in welcher die Frau im Tango nur als das Objekt männlicher Begierde dargestellt wird und sich von ihm führen lässt. Die Macht, die ihre Anziehung auf den Mann ausüben kann, wird eindrucksvoll sichtbar. Noch zweimal wird „Tango, Tod und Teufel“ im Theater K präsentiert: am 9. März um 21 Uhr sowie am 10. März um 18 Uhr. Karten kann man unter Telefon 151155 bestellen.

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