Aachen - Talbot startet mit 270 Arbeitern durch

Talbot startet mit 270 Arbeitern durch

Von: Stephan Mohne und Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Vor einem knappen halben Jahr schien das Aus für Deutschlands älteste Waggonfa­brik besiegelt, doch jetzt startet man am traditionsreichen Aachener Standort neu durch – mit neuen Investoren, aber einem alten Namen und einem Großteil der bisherigen Bombardier-Belegschaft.

Mit 240 Festangestellten und allen 30 Auszubildenden soll die Anfang März gegründete „Talbot Services GmbH“ in der zweiten Jahreshälfte ins Rennen um Aufträge gehen. Das sieht der zwischen Betriebsrat, Gewerkschaft und Bombardier-Vorstand geschlossene Interessenausgleich und Sozialplan für den Betriebsübergang des Standorts vor, der am Montag in Aachen vorgestellt wurde.

Der Wechsel vom Weltkonzern, der im Oktober kurzerhand die Schließung seines Aachener Standorts verkündet hatte, zur neuen Gesellschaft soll am 30. Juni erfolgen. Die Talbot GmbH gehört dann zur Baesweiler Quip Holding, an der auch die Sparkassen-Tochter S-UBG AG mit 29 Prozent beteiligt ist. Das in monatelangen Gesprächen ausgehandelte Konzept bedeute, dass rund 50 Beschäftigte eine Kündigung erhielten, erklärte Bombardier-Arbeitsdirektorin Susanne Kortendieck. Für sie seien Abfindungen vereinbart, außerdem werde eine Transfergesellschaft gegründet. Mit weiteren 50 Mitarbeitern habe man individuelle Vereinbarungen getroffen, zehn wechselten an andere Standorte. Laut Kortendieck sind im Aachener Werk aktuell 363 Festangestellte und 130 Leiharbeiter beschäftigt. Zuvor war meist von rund 600 Beschäftigten die Rede.

Für die neue GmbH, die auch für Bombardier Aufträge erfüllen soll, muss noch ein Haustarif fixiert werden. Details wurden nicht genannt, aber klar ist, dass sich die Belegschaft als „Starthilfe“ für zwei Jahre zu Mehrarbeit und Lohnverzicht verpflichten soll. Im Gegenzug soll es Gewinnbeteiligungen geben. Unter dem Strich überwog  aber auch beim Betriebsrat die große Freude darüber, dass es im Aachener Werk auch im 175. Jahr seines Bestehens weitergeht: „Vor einem halben Jahr standen wir bei null, jetzt haben mehr als zwei Drittel der Kollegen eine Zukunft“, erklärte der Betriebsratsvorsitzende Josef Kreutz.

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