Talbot Services: Kurzarbeit nur eine Momentaufnahme

Von: sh
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Vergangene Woche waren die Talbötter dem Aufruf der IG Metall zum Warnstreik gefolgt. Derzeit wird in dem Unternehmen Kurzarbeit gefahren. Doch die soll laut Geschäftsführung bald enden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Derzeit haben die Arbeitnehmer in der Metall- und Elektroindustrie in NRW eine Warnstreikpause eingelegt, nachdem die Arbeitgeber in der Frage der Bildungsteilzeit den Forderungen der Gewerkschaft entgegengekommen sind.

 In Aachen fanden Protestaktionen bisher zum Auftakt auf dem Philips-Gelände und vergangene Woche bei der Talbot Services Gmbh an der Jülicher Straße statt. Hunderte waren an den beiden Standorten dem Aufruf der IG Metall gefolgt.

Die Gewerkschaft fordert unter anderem 5,5 Prozent mehr Gehalt. Doch es geht in Aachen auch um die Zukunft der Metallindustrie allgemein. Die sieht nämlich vor allem bei Philips alles andere als rosig aus, seitdem bekannt wurde, dass die „Organic LED“-Lichtproduktion in Rothe Erde vor dem Aus steht. Die Jobs von 105 Mitarbeitern in diesem Bereich sind bedroht.

Auch bei Talbot Services ist die Stimmung unter der Belegschaft in diesen Tagen nicht sonderlich gut. Momentan ist Kurzarbeit angesagt, da es bei zwei Großaufträgen Verzögerungen gibt, wie Geschäftsführer Dirk Reuters bestätigt. Zum einen betrifft dies die Produktion des Streetscooters für die Deutsche Post AG.

Der Logistik-Riese hat die Streetscooter GmbH, deren Sitz auf dem Gelände an der Jülicher Straße liegt und für die viele Talbötter tätig sind, Ende vergangenen Jahres gekauft. Infolge-dessen kam es zu einem dreimonatigen Zeitverzug beim Streetscooter. Ab Anfang Juni beginne jedoch die Serienfertigung, betont Reuters. Und damit ende auch die Kurzarbeit.

„Wir fangen also lediglich etwas später an“, sagt der Geschäftsführer weiter und zeichnet daher für das Unternehmen, das aus dem Bombardier-Werk hervorgegangen ist, eine rosige Zukunft. „Ende des Jahres läuft die Produktion hier richtig auf Hochtouren!“ Bis dahin soll auch die Verzögerung beim zweiten Großauftrag – der Produktion von Rettungsfahrzeugen für den Gotthardtunnel – Vergangenheit sein.

Ralf Dohmen, Betriebsratsvorsitzender bei Talbot Services, schlägt in dieselbe Kerbe. Zwar sei die Kurzarbeit „nicht gut angekommen, aber es ging nicht anders“. An der Erfolgsgeschichte von Talbot Services, betont Dohmen, ändere das nichts. „Wir sind guter Dinge. Solche Ups und Downs gehören halt dazu.“

In Rothe Erde ist man unterdessen überzeugt, mit dem Warnstreik-Auftakt auf dem Philips-Gelände nicht nur in der aktuellen Tarifrunde, sondern auch in Sachen Kampf um den Erhalt des Produktionsstandorts ein starkes Signal gesendet zu haben. Rund 500 Beschäftigten hatten Ende Januar mit Trillerpfeifen und Fahnen ihrem Unmut Luft gemacht. „Wir haben ein Zeichen gesetzt und dem Unternehmen Philips deutlich gemacht, dass wir kampfbereit dastehen und uns nicht auseinanderdividieren lassen“, schreibt Achim Schyns, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Aachen, in einem Flugblatt an die Philips-Belegschaft.

Die Forderungen der Gewerkschaft vor Ort lauten: Es soll eine Beschäftigungssicherung für alle Beschäftigten am Standort geben, die Tarifbindung soll für alle gelten, darüber hinaus fordert die Gewerkschaft Zukunftsperspektiven, Investitionen in neue Produkte und somit eine Stärkung des Aachener Produktionsstandorts.

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