Aachen - „Talbötter“ blicken auf Tradition und Zukunft

„Talbötter“ blicken auf Tradition und Zukunft

Von: André Schaefer
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Stoßen auf die Zukunft der Talbot Services GmbH an (v.l.n.r.): Betriebsratsvorsitzender Josef Kreutz, Oberbürgermeister Marcel Philipp, SPD-Bundestagsabgeordnete Ulla Schmidt und Dirk Reuters, Geschäftsführender Gesellschafter. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Man kann nun darüber spekulieren, welchen Verlauf dieser Abend genommen hätte, wenn es am 30. Mai eben nicht zur notariell beurkundeten Bombardier-Übernahme in die neue Talbot Services GmbH gekommen wäre. Hätte das Festzelt an der Jülicher Straße mit einer ebenso ausgelassenen Stimmung dienen können wie am Wochenende? Hätte man der ältesten Waggonfabrik der Welt überhaupt zum 175-jährigen Jubiläum gratulieren können?

Alles Fragen, die unbeantwortet bleiben, darüber hinaus aber auch nicht von großer Bedeutung sind. Viel wichtiger: Bei vermutlich keiner runden Geburtstagsfeier des 175 Jahre alten Aachener Traditionsunternehmens hat je eine hoffnungsvollere, positivere und euphorischere Atmosphäre geherrscht, als bei der Jubiläumsfeier am Samstag.

Es ist diese Mischung aus enormer Geschlossenheit, dem Glück über den erfolgreich geführten Kampf und der ganz besonderen Identifikation mit dem eigenen Unternehmen, die am Wochenende auch dem letzten Skeptiker gezeigt haben muss, welche Strahlkraft und Stärke Talbot und ihre „Talbötter“ besitzen. Gäbe es diesen vom Betriebsratsvorsitzenden Josef Kreutz erwähnten Stempel mit der Aufschrift „unkaputtbar“, so käme man kaum drum herum, dem Familienunternehmen eben diesen Stempel aufzudrücken.

„Wer zwei Weltkriege, die Weltwirtschaftkrise und mehrere Finanzkrisen überlebt, muss keine Angst vor der Zukunft haben“, traf es Kreutz vor versammelter Belegschaft und allen geladenen Gästen treffend auf den Punkt. Überall wo man hinsah: Strahlende Gesichter, Zufriedenheit und die Zuversicht, in eine neue, bessere Zukunft aufzubrechen. „Ab jetzt beginnt eine neue Zeitrechnung. Jeder, der in den letzten Jahren mit Bombardier in Verbindung stand, war im tiefsten Herzen Talbötter. Mit dieser Einstellung wird man noch viele Jubiläen feiern dürfen“, gratulierte Oberbürgermeister Marcel Philipp.

Auch Ex-Gesundheitsministerin Ulla Schmidt war der Einladung gerne gefolgt, stellte jedoch mit Blick auf die Zukunft eine Forderung an das Unternehmen: „Ich möchte nicht mehr nach hier kommen, um gegen eine drohende Schließung des Werks anzukämpfen. Wenn ich komme, dann nur noch zum Feiern“, so Schmidt, die in der Vergangenheit gleich mehrmals für den Erhalt des Unternehmens gekämpft hatte. „Ich erinnere mich noch an die letzte Jubiläumsfeier vor fünf Jahren. Damals haben wir zwar auch gefeiert, aber es herrschte eine gewisse Unsicherheit. Heute ist das anders: Mit vielversprechenden Projekten darf die Talbot Services GmbH in eine hoffnungsvolle Zukunft blicken“, so die Aachener Politikerin.

Auf jeden Fall geht man an der Jülicher Straße ab 1. Juli wieder mit neuem Selbstvertrauen an neue Aufgaben. „Wir sind der beste Schienenfahrzeug-Konzern der Welt“, betonte Dirk Reuters, geschäftsführender Gesellschafter der neuen GmbH. „Und das soll auch in den nächsten 175 Jahren so bleiben.“

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