Tag des offenen Denkmals: Geschichte wird lebendig

Von: Luisa Thomé
Letzte Aktualisierung:
8533740.jpg
Einblicke beim Tag des offenen Denkmals: Das Tuchwerk wurde jetzt im ehemaligen Zweigstandort der Tuchfabrikk Becker am Strüverweg in der Soers eröffnet. Foto: Andreas Schmitter
8533746.jpg
Industriegeschichte: Historische Gerätschaften wie diese Nähmaschine sind im Tuchwerk ausgestellt. Foto: Andreas Schmitter
8533748.jpg
Einblicke beim Tag des offenen Denkmals: Das Tuchwerk wurde jetzt im ehemaligen Zweigstandort der Tuchfabrikk Becker am Strüverweg in der Soers eröffnet. Foto: Andreas Schmitter
8533749.jpg
Einblicke beim Tag des offenen Denkmals: Das Tuchwerk wurde jetzt im ehemaligen Zweigstandort der Tuchfabrikk Becker am Strüverweg in der Soers eröffnet. Foto: Andreas Schmitter
8531400.jpg

Aachen. Die Welsche Mühle in Haaren wurde bis 1961 noch betrieben, und zwar durch die Wasserkraft des Haarbachs. Das Jonastor in Burtscheid wurde vor mehr als 350 Jahren erbaut. Der Güterwagen G02 ist schon über 100 Jahre alt. Um 1400 herum wurde in der Chorhalle des Doms noch nicht gesungen.

Sie diente als Planungsbüro und Werkstatt. Was man nicht alles lernt, beim „Tag des offenen Denkmals“ in Aachen.

Ein Highlight war das neu eröffnete Tuchwerk-Depot im ehemaligen Zweigstandort der Tuchfabrik Becker am Strüverweg in der Soers. In diesen alten Fabrikhallen finden die historischen Tuchmaschinen aus der Region ein ständiges zu Hause. Der Verein „Tuchwerk Aachen“ startete 2003 in Gut Komerich in Aachen. Dort konnten die alten Schätze der Tuchindustrie allerdings nicht lange bleiben.

Lange schon stand der Plan, in die Soers zu ziehen. Nur wie, das wusste zu dieser Zeit keiner so genau. Zahlreiche Umzüge folgten. Die Maschinen mussten in ihre Einzelteile zerlegt, transportiert und mühselig wieder zusammengesetzt werden. Und das nicht nur einmal. Aber das ehrenamtliche Team um Jochen Buhren und An-dreas Lorenz ließ sich nicht entmutigen. 2012 schließlich die Rettung: Die „Margarete Lorenz-Stiftung“ kaufte die einstige Mühle , und der Verein fand mit seinem Depot ein authentisches zu Hause. Dieses wurde am Samstag nach zwei Jahren harter Arbeit feierlich eröffnet und am Sonntag von zahlreichen Interessierten bestaunt.

Doch das Projekt „Tuchwerk“-Depot ist noch lange nicht fertig: Das Gelände soll auf lange Zeit vielseitig genutzt und ausgeschöpft werden. Neben der Vision von einem Textil- und Technikmuseum sollen hinter den alten Backsteinmauern Ausstellungen stattfinden. Einen Anfang macht hierzu die große Jahresausstellung des „worl-wide-wool.nets“, die in der ersten Etage des Gebäudes besucht werden kann.

Hierzu haben sich 250 Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen textilen Themen auseinandergesetzt und kennen gelernt. Darüber hinaus plant der Verein einen außerschulischen Lernort, der hier geschaffen werden soll. Auch einen Gas-tronomiebetrieb schließen die Tuchwerker nicht aus. Bislang ist das Depot allerdings ein Saisonbetrieb. Alles – auch über die Wintermonate hinweg - in Funktion zu setzen ist eine große Herausforderung, der sich der Verein stellen möchte. Finanzielle Aspekte spielen da natürlich eine große Rolle.

Bürgermeisterin Margrethe Schmeer steht voll und ganz hinter dem Projekt. In einer Podiumsdiskussion zum Thema „Industrielles Erbe in der Aachener Region: Aufgabe und Verantwortung“ am Samstag forderte sie als Vorsitzende des Kulturausschusses der Stadt Aachen mehr Geld für freie Kultur. Sie ist davon überzeugt, dass das Projekt langfristig Bestand haben kann und sieht viel Potenzial in den neu entstandenen Ausstellungsräumen.

Auch Jochen Buhren, Vorsitzender des Vereins „Tuchwerk Aachen“ zeigt sich optimistisch: „Das Tuchwerk-Depot ist ein authentischer Textilort. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Stiftung und Verein haben wir uns die notwenige Voraussetzung geschaffen, frei und nicht belastbar an dem Projekt arbeiten zu können“, erklärt er in seiner Eröffnungsrede.

Auch das Theater K ist froh über die Zuflucht, die es – nach dem Ende in der Bastei – in dem MDepot gefunden haben. Zuerst einmal saisonal. Beide Parteien hoffen natürlich auf langfristige Zusammenarbeit. Wie wohl das Theater K sich im Tuchwerk fühlt, zeigte es bei einer kurzen Inszenierung über Industrie- und Sozialgeschichte, die mit diesem Bühnenbild perfekt zur Geltung kam.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert