Tag der Integration: Wo jeder einzelne Mensch akzeptiert ist

Von: David Grzeschik
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Indische Tänze auf der Bühne des Eurogress: Das war beim zum zehnten Mal veranstalteten Tag der Integration nur einer von vielen Beiträgen zu einem bunten und offenen Aachen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. In Zeiten, in denen immer mehr Menschen Vorbehalte gegenüber Fremden, Ausländern und Flüchtlingen äußern, war er ein starkes Zeichen: Der zehnte Tag der Integration (TDI) zog am Sonntag tausende Menschen ins Eurogress. Dort boten die Veranstalter, Stadt und Bistum Aachen, das volle Programm.

Auf vier Bühnen unterhielten diverse Organisationen und Vereine ihr Publikum mit Musik, Tanz und vielem mehr. Der TDI will ein Zeichen für friedliches Zusammenleben der Kulturen und Religionen in Aachen setzen. Wie schon in den vorigen Jahren fanden rund 200 Vereine mit Mitgliedern unterschiedlicher Herkunft und Religion den Weg ins Eurogress – kein Wunder, dass es für die zahlreichen Besucher eine Menge zu sehen und erleben gab.

Auszeichnung für Vera Sous

Der offizielle Startschuss fiel gegen 11.30 Uhr im Europasaal. Eindeutiges Highlight hierbei: Ulla Schmidt und ihre Laudatio zum Jubiläum. „Ich komme ja viel rum und spreche deshalb aus Erfahrung, wenn ich sage, dass Aachen eine bunte und offene Stadt ist“, erklärte die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages.

Tage wie der Integrationstag seien wichtig, um neue Gedanken und Standpunkte in die öffentlichen Debatten einzubringen – gerade, weil rechtspopulistische Parteien in der Wählergunst zugelegt hätten. „Deren Erstarken finde ich erschreckend.“

Umso entscheidender sei es, dass der Tag der Integration ein Signal setze. „Wir sind Aachen, Nazis sind es nicht“, wiederholte Schmidt den bereits älteren Slogan. „Ich möchte eine Gesellschaft, in der nicht ständig zwischen normalen und anderen Menschen unterschieden wird. Sondern in der jeder Mensch akzeptiert ist“. Tosender Applaus für Schmidt, die zugleich Grüße des Berliner Parlaments übermittelte.

Wie Akzeptanz bzw. Integration im Alltag aussehen kann, zeigt die Künstlerin Vera Sous. Ihr Projekt, „Kunst mit Flüchtlingen“ (siehe auch Bericht auf Seite 26) wurde in diesem Jahr mit dem Integrationspreis ausgezeichnet. Sous arbeitet mit minderjährigen Flüchtlingen und hat unter anderem Fahnen gestaltet, die derzeit in der Vorhalles des Domes hängen.

Ebenfalls mit dem Integrationspreis geehrt wurden das Projekt „Stricken gegen die Kälte“, die Internetplattform „Jutes Tun“ und die „Schreibwerkstatt“. Letztere richtet sich an ausländische Frauen und soll sie zum Austausch mit anderen bewegen.

Kaum waren die vier Sieger des Integrationspreises im Europasaal gekürt, ging es auch schon weiter in den Brüsselsaal. Dort wurden die Gewinner des Förderpreises „Integration durch Sport 2016“ bekanntgegeben. Der ersten Platz, dotiert mit 1500 Euro, ging dabei an das Deutsche Rote Kreuz, genauer gesagt das Projekt „Junge Migranten – Leben für Fitness und Gesundheit“. Dessen Ziel ist es, Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund für einen gesunden Lebensstil zu begeistern.

Über weitere Platzierungen durften sich der offenen Kinder und Jugendtreff „Space“ (1000 Euro Preisgeld), „Aix-la-Sports“ (500 Euro) und der Tennisverein „Aachen-Vaalserquartier“ (250 Euro) freuen. Die Geldpreise wurden von der Stadt sowie dem Förderverein „Integration durch Sport“ zur Verfügung gestellt. Die Preisträger bedankten sich für die Unterstützung und wollen nun vor allem eines: weitermachen.

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