Tänzer legen wahren Krimi aufs Parkett

Von: Kristina Toussaint
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Wilde Verfolgungsjagd quer durch die Welt: Mit dem Tanztheater „Der geheimnissvolle Koffer“ verzückten die Akteure von Grün-Weiß Aquisgrana ihre Zuschauer. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Zweimal brachte der Tanzsportclub Grün-Weiß Aquisgrana am vergangenen Wochenende das Tanztheater „Der geheimnisvolle Koffer“ im Laurensberger Clubheim auf die Bühne. Über 100 Tänzer erzählten die Geschichte einer wilden Verfolgungsjagd rund um die Welt.

Die Vorstellung am Sonntagnachmittag war schon lange ausverkauft, und auch am Samstagabend blieben trotz deutsch-italienischem Viertelfinale nur einzelne Plätze leer.

Fast ein Jahr lang hatte Regisseur Hauke Martens gemeinsam mit den Tanztrainern und den Gruppen des Vereins an der abwechslungsreichen Tanz-Show gearbeitet. Für den Absolventen der Essener Folkwang-Universität der Künste war es das erste Projekt dieser Größenordnung. Besonders spannend sei die Reise „durch die Bank“ aller Tanzstile gewesen. Das Angebot des Tanzsportclubs ist weit gefächert, und so wurden die unterschiedlichsten Stile und Altersgruppen, Turnier- wie Freizeittänzer Teil des Stücks.

Wiener Walzer, Breakdance und Paso Doble in einer einzigen Revue, und das mitunter mit nur wenigen Sekunden Abstand: „Der geheimnisvolle Koffer“ verwob die gegensätzlich erscheinenden Stile zu einer fesselnden Geschichte. In einem Café in Barcelona gelangt ein junges Paar unerwartet in den Besitz eines Koffers.

Der Inhalt des Koffers scheint brisant zu sein, denn nicht nur die Polizei, sondern auch eine bewaffnete Horde Ganoven ist hinter dem Gepäckstück her. Für das verliebte Paar, gespielt von Chrissi Heiser und Robert Schulz, beginnt eine Verfolgungsjagd durch ganz Europa bis nach ins nordafrikanische Marokko und schließlich auf den amerikanischen Kontinent.

Die Jagd endet im „Big Apple“

Das Skript von Ria Kohler ließ die rund 250 Zuschauer jeder Vorstellung Samba, Tango und Paso Doble in Barcelona erleben, in New York fegten Paare im Jive durch den Saal und in London wurde ein Quickstep aufs Parkett gelegt. Vom Bahnhof King’s Cross führte ein Abstecher in die Harry-Potter-Schule Hogwarts, wo zehn junge Zauberschüler im Walzer durch den Saal schwebten.

Einen Kontrast zu den klassischen Paartanz-Einlagen boten die Gruppen-Choreographien: In Los Angeles wurde Breakdance zu Oldschool-Hip-Hop getanzt und eine Cha-Cha-Cha-Gruppe brachte zu „California Dreaming“ den Summer of Love zurück. In Marokko gab es Bauchtanz zu bewundern, und in New York wurden Elemente aus Ballett und Modern Dance verbunden.

Im „Big Apple“ endete dann auch die Verfolgungsjagd: Die Gangster verschleppten den Koffer und die Geliebte, und bevor es zum Happy End im Café in Barcelona kam, musste er Höllenqualen erleiden. Das Geheimnis des Koffers blieb jedoch bis zuletzt ungelüftet: In der Schlussszene fand schließlich eine Kindergruppe den Koffer an einem Strand, die Zuschauer sahen jedoch nur den gleißenden Lichtschein, der beim Öffnen aus dem Gepäckstück strahlte. Wie so oft ist die Reise das Ziel – hier ist es die Reise durch die Vielfalt des Tanzes.

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