„Symposion/Das Gastmahl“: Eine Party der ganz besonderen Art

Von: Katharina Redanz
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Große Denker im rhetorischen Wettstreit: Das Theater K lädt die Besucher dazu ein, bei dem Stück „Symposion/Das Gastmahl“ im Suermondt-Ludwig-Museum einer Party mit griechischen Philosophen beizuwohnen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Das Theater K lädt ins Suermondt-Ludwig-Museum ein. Aber nicht etwa zu einem Museumsrundgang oder einem klassischen Theaterstück – vielmehr zu einer Party, inklusive moderner Lounge-Musik. Gastgeber ist genau genommen auch nicht das Theater, sondern Agathón, ein junger Dichter aus dem antiken Griechenland.

Er hatte zuvor bei einem Dichterwettbewerb gewonnen – was er nun mit seinen Freunden und mit den Besuchern feiern möchte. Letztere nehmen allerdings eine passive Rolle ein.

Und auch die Freunde Agathóns tanzen nicht wirklich, wie man es von einer Party erwarten würde. Stattdessen diskutieren und philosophieren sie bei viel Wein und bis tief in die Nacht: Gezeigt wird das Stück „Symposion/Das Gastmahl“ nach Platon. Geladen sind der Komödiendichter Aristóphanes, der berühmte Philosoph Sokrates, der Arzt Eryximachos, der Lebemann Pausanias und Phaidros, ein junger Philosoph.

Rhetorischer Wettstreit

So kommt es, dass die Party eher zu einem rhetorischen Wettstreit dieser großen, griechischen Denker wird: Diskutiert wird über Eros, den Gott der Liebe. Sie ist das, was den Menschen an- und umtreibt – und somit ein würdiges Gesprächsthema. „Es ist kein klassisches Theaterstück“, sagt Regisseurin Mona Creutzer, „eigentlich ist es sehr monologisch.“ Jeder der Gäste halte eine Rede auf Eros, in der er versucht, die Liebe, die Erotik und die Suche nach der Wahrheit zu ergründen – auf sehr hohem sprachlichen sowie intellektuellen Niveau.

Genau das sei auch die Herausforderung des Stückes, sagt der Schauspieler Christian Cadenbach in der Rolle des Eryximachos: „Wir müssen den Text, der aus einer ganz anderen Zeit und in einer ganz anderen Sprache ist, lebendig herüberbringen und so, dass er unser jeweiligem Charakter zu eigen ist.“ Gerade das sei aber auch das Spannende, fügt sein Kollege Anton Schieffer hinzu. In den Texten stecke viel Humor und viel Ironie, „es ist also überhaupt nicht so trocken, wie es vielleicht klingt“.

Aus genau diesem Grund, wurde auch entschieden, das Stück nicht wie ein normales Theaterstück aufzuführen, sondern die Besucher zum Teil der Party zu machen. „Mein Versuch war es, aus der trockenen Sprache etwas zu schaffen, das sinnlich erfahrbar ist“, erklärt Regisseurin Creutzer. Ihr sei wichtig, sich weg von dem akademischen Bild, dass auf solch historischen Stücken haftet, hin zum Alltag, wie beispielsweise einer Party zu bewegen.

Sie gilt hierals moderne Variante eines „Gastmahls“, wie der Titel des Stückes lautet. Schließlich sei das Thema immer noch aktuell, obwohl das Stück um 380 v. Chr. spielt: Das Wesen der Liebe, die Zusammenhänge und Unterschiede zwischen körperlicher und geistiger Liebe, erotisches Begehren – „das sind Themen, die heute genauso diskutiert werden wie damals“, so Creutzer. Gespielt wird das Stück im Suermondt-Ludwig-Museum: „Es stand fest, wenn wir im Museum spielen können, dann spielen wir Platon“, sagt die Regisseurin, die eine eigene Fassung des Stückes geschrieben hat.

Optimale Räumlichkeiten

Die Räumlichkeiten eigneten sich einfach optimal und die hier ausgestellte Kunst passe perfekt zum Stück und zur Atmosphäre. So sind die verschiedenen Reden der einzelnen „Gäste“ des Gastmahls auf das Museum aufgeteilt. Das Stück beginnt in der Empfangshalle des Museums, durch den Kaminraum und einen „leeren Raum“, in dem der Besucher durch Videoinstallationen in das antike Griechenland versetzt werden soll, geht es weiter zur weißen Marmortreppe, wo eine der großen Reden vorgetragen wird.

Im weiteren Verlauf des Stückes geht es durch nahezu alle Räume des Museums, als Sitzmöglichkeiten stehen kleine Hocker zur Verfügung. Der Abschluss – das tatsächliche Gastmahl – findet im sogenannten „Straßensaal“ des Museums statt. Hier sitzen die Schauspieler an einer langen Holztafel und philosophieren, die Besucher sitzen darum.

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