Aachen - „Switch“ öffnet Studienabbrechern neue Chancen

„Switch“ öffnet Studienabbrechern neue Chancen

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Stellten das Projekt „Switch“ in Berlin vor: Pamela Buggenhagen (Schwerin), Doreen Heydenbluth-Peters (Hochschule Wismar), Bundesbildungsministerin Johanna Wanka und Thomas Hissel, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Wirtschaftsförderung und Europäische Angelegenheiten Aachen. Foto: Hans-Joachim Rickel

Aachen. Gute Aussichten für das Aachener Modell „Switch“ für Studienabbrecher: Geplant ist, dass das von der städtischen Wirtschaftsförderung initiierte Projekt künftig als „Full-Service-Agentur“ für Studienabbrecher jeglicher Fachrichtung ausgebaut werden kann.

Thomas Hissel, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Wirtschaftsförderung und Europäische Angelegenheiten, stellte das Projekt jetzt auf einer Pressekonferenz mit Bundesbildungsministerin Johanna Wanka in Berlin vor. 380.000 Euro wurden für drei Jahre im Rahmen des Programms „Jobstarter plus“ in Aussicht gestellt.

Das Projekt „Switch“ hat sich im letzten Jahr gut entwickelt. Nicht nur die Zahl der teilnehmenden Unternehmen ist gestiegen, sondern vor allem auch die Zahl der Vermittlungen. Insgesamt konnten bisher 170 Studienabbrecher erfolgreich in eine verkürzte Berufsausbildung vermittelt werden. 140 Betriebe nehmen daran teil.

Das Modell „Switch“ wurde in der Vergangenheit mehrfach ausgezeichnet, findet bundesweit Nachahmer und stößt auf großes Interesse. Im Februar beginnt erstmals eine sogenannte „Halbjahresklasse“ für Fachinformatiker, in die bis spätestens März noch etwa zehn Studienabbrecher aufgenommen werden können. „Normalerweise rechnet man nicht damit, im Februar mit einer Ausbildung beginnen zu können“, so Thomas Hissel. „Aber ich bin zuversichtlich, dass wir die offenen Ausbildungsplätze bald belegt haben werden.“

Hohe Studienabbrecherquoten und ein wachsender Fachkräftemangel im „Mint“-Bereich – aus diesen Gründen wurde in Aachen im Jahr 2011 das Modellprojekt „Switch“ von der Stadt Aachen initiiert und gemeinsam mit regionalen Partnern entwickelt.

In nur 18 Monaten können Studienabbrecher seitdem in ausgewählten Berufen in Aachen eine verkürzte duale Ausbildung absolvieren. Mit „Switch“ erhalten sie die Chance, in einem kurzen und finanziell „überbrückbaren“ Zeitraum einen hochwertigen Berufsabschluss zu erwerben.

Die Unternehmen erhalten einen Zugang zu qualifizierten Auszubildenden und zukünftigen Fachkräften, gleichzeitig bindet die Region Aachen durch diese berufliche Perspektive junge Menschen, die ohne das Modellprojekt möglicherweise abwandern würden.

Als künftiges „Full-Service-Angebot“ soll die verkürzte Ausbildung künftig allen Studienabbrecher/Innen unabhängig ihrer Studienfächer oder Ausbildungsberufe zur Verfügung stehen. Es werden nicht nur alle Fachrichtungen angesprochen, sondern auch alle Studienniveaus.

Eine zielgruppengerechte Beratung in Anerkennungs- und Verkürzungsfragen entscheidet zukünftig über die Dauer der Ausbildung. Doch als Regel gilt, dass das Projekt stets die im Einzelfall maximal mögliche Verkürzung erreichen möchte.

Und die Erfahrung gibt dieser Devise recht: Der bisherige Notendurchschnitt der SWITCH –Klassen betrug 1,8 und die Durchfallquote lag bei null. Im Vergleich zur normalen dualen Ausbildung, bei der die Abbruchquote laut Bundesinstitut für Berufsbildung für das Jahr 2011 bei 24,4 Prozent liegt, ist dies stark überdurchschnittlich. Für eine Entwicklung des bisherigen SWITCH –Konzeptes hin zu einer Full-Service-Agentur sind eine weitgehende fachliche, strukturelle und geografische Ausweitung notwendig.

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