„Switch“-Kampagne: Erfolgsmodell für Abbrecher

Von: Christiane Chmel
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Aachen. Christin Scheewe, Christian Petters, Insa Meyer, Arndt Kessler und Oliver Rick haben eines gemeinsam: Sie alle werden in Kürze auf Citylight-Postern, Plakaten und Litfaßsäulen zu sehen sein. Alle fünf sind Teil der „Switch“-Testimonial-Kampagne, die bald starten wird.

„Switch“ für Studienabbrecher ist ein Projekt der Stadt und verfolgt drei Ziele: Studienabbrechern die Chance zu geben, in verkürzter Form einen vollwertigen Berufsabschluss zu erlangen, Unternehmen den Zugang zu qualifizierten Auszubildenden und so zukünftigen Fachkräften zu ermöglichen und jungen Menschen in der Region Aachen Perspektiven zu bieten.

2011 wurde das bundesweite Modellprojekt von der Stadt Aachen initiiert und gemeinsam mit regionalen Partnern entwickelt. Hohe Studienabbruchquoten und wachsender Fachkräftemangel im „MINT“-Bereich waren damals die ausschlaggebenden Gründe. Seitdem konnten bereits 240 Studienabbrecher in eine verkürzte duale (IHK-)Berufsausbildung in über 80 Unternehmen der Region Aachen vermittelt werden.

Jetzt geht das mehrfach ausgezeichnete und von Bundeskanzlerin Angela Merkel empfohlene Projekt in die dritte Förderphase. „Die Weiterentwicklung von ‚Switch‘ zu einer Full-Service-Agentur für Studienabbrecher als Regelinstrument ist die Aufgabe der nächsten Jahre“, betonte Oberbürgermeister Marcel Philipp anlässlich der Präsentation der Kampagne.

Eine große Herausforderung sei es, Studienabbrecher auf das Angebot aufmerksam zu machen. „Jedes Jahr kommen neue Studenten an die Hochschulen der Region. Einige verlassen diese vor dem Abschluss, ohne von den Möglichkeiten einer verkürzten Ausbildung zu wissen.“

Aber nicht nur Aachener Studenten profitieren von dem Angebot von „Switch“. Christin Scheewe, die sich für die Testimonial-Kampagne zur Verfügung stellte, kommt beispielsweise aus Berlin, wo sie Bioinformatik studierte. Durch Zufall wurde sie auf das Projekt aufmerksam und ist jetzt nach einer verkürzten Ausbildung zur Fachinformatikerin für Anwendungsentwicklung in ihrem ehemaligen Ausbildungsbetrieb Netronic Software als Softwareentwicklerin fest angestellt.

Schon nach eineinhalb Jahren hatte sie den Abschluss in der Tasche. „Ich bin in Aachen sehr gut aufgenommen worden“, betonte die 26-Jährige. „Im Betrieb wurde ich sofort als vollwertiges Mitglied akzeptiert, und in der Berufsschule wurde der Stoff auf meinen Kenntnisstand angepasst.“

Im Bereich IT gibt es bereits Klassen, die komplett aus Studienabbrechern bestehen und somit auf einem höheren Niveau unterrichtet werden können. „Diese Möglichkeit wollen wir auch Auszubildenden in anderen Berufen bieten“, betonte Thomas Döring, Leiter des Berufskollegs für Wirtschaft und Verwaltung. „In den betreffenden Ausbildungsberufen muss es genug Anmeldungen geben.“

Dafür soll die Testimonial-Kampagne in nächster Zeit sorgen. Zu der dritten Förderphase des mit insgesamt 360.000 Euro geförderten Projektes werden auch die Beratung zu mehr Ausbildungsberufen außerhalb des „MINT“-Bereichs und die Ausweitung des Unternehmenspools gehören. Ziel ist die Vermittlung von 100 Studienabbrechern pro Jahr.

Weitere Informationen zu „Switch“ für Bewerber gibt es im Internet unter www.agentur-fuer-lösungen.de/switch. Unternehmen finden Kooperationsmöglichkeiten unter www.aachen.de/switch.

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