„swing.it“: Musikgenuss im Grenzlandtheater

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Gut gefüllte Jazzbühne im Grenzlandtheater: Intendant Uwe Brandt moderierte den Vormittag mit „swing.it“ und vier Darstellern der aktuellen Musicalproduktion „Hello Dolly“. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Am Genre Musical scheiden sich die Geister. Saxophonist Heribert Leuchter, Band-Leader der Jazzband „swing.it“, kann ihm – abgesehen von Mainstream-Produktionen à la Andrew Lloyd Webber – allerdings eine ganze Menge abgewinnen.

„Aus den Musicals der 1920er bis 40er Jahre haben sich eine ganze Menge Jazzstandards ergeben. Und es gibt auch einige moderne Autoren, die die Sparte auf interessante Art erweitert haben.“

Bei der ersten Jazzbühne des Jahres im Grenzlandtheater lieferte seine Band zusammen mit vier Darstellern der aktuellen Musical-Produktion des Hauses, „Hello Dolly“, den Beweis dafür. Auf dem von Intendant Uwe Brandt moderierten Programm standen bekannte Songs aus Musical und Film wie „I don’t care much“ aus „Cabaret“, dem immer wieder gecoverten „I‘m unlucky to Gambling“ oder „Feeling good“ – letzterer von Michael Bublé jüngst zu einem Welthit gemacht.

Die vier Musical-Darsteller Lisa Kolada, Tina Haas, Jonas Hein und Marlon Wehmeier sind zwar nicht so bekannt wie ihr Gesangskollege, bereiteten den Gästen im voll besetzten Haus aber einen ähnlichen Musikgenuss. Nur eben ganz nah dran. Nicht nur Komponist Stephen Sondheim – einer jener neuen Autoren, die Leuchter meinte – lieferte Wehmeier die Chance, seine gefühlvolle Stimme zu präsentieren. Die beiden Frauen überzeugten hingegen mit Kraft und auch einer sympathischen Frechheit. Hein schlug besonders in den tiefen Partien die Zuhörer in seinen Bann. Alle vier machten beste Werbung für „Hello Dolly“.

Dass „swing.it“ immer für Klasse steht und es nicht nur Spaß macht, den Musikern zuzuhören, sondern auch zuzuschauen, ist bekannt. Das ändert sich auch nicht, wenn mal ein neuer dazu stößt, wie am Sonntag Jo Didderen am Kontrabass. Außerdem neben Leuchter dabei: Gero Körner am Piano und Steffen Thormählen am Schlagzeug.

Neben reichlich guter Musik schlossen die Darsteller außerdem ihre Sammelaktion für Projekte für und mit Flüchtlingen ab, für die sie seit der Adventszeit – inspiriert von einem Besuch des Ensembles in einer Flüchtlingsunterkunft – nach jeder Vorstellung von „Hello Dolly“ mit dem Hut herum gegangen sind. Das Ergebnis: etwa 10.000 Euro.

Die nächste Jazzbühne widmet sich dem Jazz-Pianisten Oscar Peterson, laut Duke Ellington der „Maharaja der Tasten“. Der Vorverkauf für diese Veranstaltung startet am 25. Januar.

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