SV Neptun: Die Einigung fällt ins Wasser

Von: Amien Idries
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Aachen. Wenn ein Vermittlungsgespräch anstatt der anberaumten 60 Minuten zwei Stunden dauert, bedeutet das in der Regel nichts Gutes. So auch im Falle der Zukunft des Wasserspringens in Aachen. OB Marcel Philipp hatte die Streitparteien am Montag eingeladen. Das sind zum einen der Vorstand des SV Neptun, zum anderen Vertreter des neu gegründeten Wasserspringerclubs Städteregion Aachen.

Der hatte sich vor kurzem vom SV Neptun abgespalten und nach Angaben des Gründungsmitglieds Nicole Weiden-Luffy bereits 65 Mitglieder, darunter auch Kaderspringer.

Auslöser für die Neugründung waren Disziplinarmaßnahmen, die Neptun gegenüber Springern ausgesprochen hatte, sowie atmosphärische Störungen. Diese scheinen weiterhin zu bestehen. Marcel Philipp: „Das Gespräch hat nicht zu dem gewünschten Ergebnis geführt. Die Fronten sind verhärtet.”

DSV erwartet Stellungnahme

Philipps Engagement erklärt sich durch eine dritte Streitpartei, die am Montag nicht vor Ort war, aber trotzdem bei allen Beteiligten präsent gewesen sein dürfte: der Deutsche Schwimm-Verband (DSV).

Der hatte die mangelnde Zusammenarbeit mit Hans Alt-Küpers, dem Abteilungsleiter vom SV Neptun, kritisiert, der die Richtlinienkompetenz des DSV nicht anerkenne. Als Konsequenz hatte der Verband die Schließung des Bundesstützpunktes Wasserspringen eingeleitet.

Bis Ende der Woche lässt der Verband der Stadt Zeit, zur Zukunft des Wasserspringens Stellung zu nehmen. Philipp hätte am liebsten, dass sich beide Vereine zusammenraufen und ihre Meinungsverschiedenheiten ausräumen.

Dazu scheint es allerdings wenig Bereitschaft zu geben. Weiden-Luffy erklärte, dass man ein Konzept vorgelegt habe, das eine Koexistenz der beiden Vereine in der Ulla-Klinger-Halle zum Ziel habe: „Im Moment ist es nicht möglich, die Querelen der vergangenen Jahre einfach zu vergessen. Wir hätten uns vorstellen können, zunächst nebeneinander zu existieren, um sich dann eventuell einander anzunähern.”

Vom Neptun-Vorstand sei allerdings kein Entgegenkommen signalisiert worden. Neptun-Vorsitzender Andreas Lorenz sieht durch den neuen Verein keine Gefahr: „Den Verein gibt es de facto noch gar nicht.” Die Mitgliederzahlen des neuen Vereins seien übertrieben und das Training bei Neptun laufe normal weiter.

So scheint die Situation verfahrener denn je. Die einzige Nachricht, die man positiv werten kann, ist eine Nichtäußerung. Werner Alt, Fachsparten-Vorsitzender des DSV, der in früheren Gesprächen hatte durchblicken lassen, dass das Leistungszentrum mit dem neuen Club eine Zukunft haben könnte, wollte am Montag nichts sagen.

Man warte erst die Stellungnahme der Stadt ab.
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