Aachen - „Superstar des Abstrakten“ zum 100. Geburtstag gefeiert

„Superstar des Abstrakten“ zum 100. Geburtstag gefeiert

Von: Kathrin Albrecht
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Ausstellung
Berühmter Sohn der Stadt: Die Werke von K.O. Götz ziehen in Aachen Besucher an. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Wenn ein großer Sohn der Stadt ein rundes Jubiläum begeht, ist die Zahl der Gratulanten besonders hoch. Das wurde am Sonntag bei der Vernissage der K.O. Götz-Ausstellung im Suermondt-Ludwig-Museum deutlich. Es waren so viele, dass hastig zwei Räume über Eck hergerichtet wurden.

Wenig professionell wirkte auch die Videotechnik, über die eine Grußbotschaft des Künstlers eingespielt werden sollte – was zunächst nur ohne Ton klappte. Gut, dass Götz‘ Ehefrau Rissa für den abwesenden Künstler sprechen konnte. Oberbürgermeister Marcel Philipp begrüßte sie herzlich.

Anlässlich des 100. Geburtstages von K.O. Götz reiht sich seine Geburtsstadt ein in zahlreiche Ausstellungen, die das Werk des „Jahrhundertkünstlers“ würdigen – etwa in der Neuen Galerie in Berlin, wo seit Dezember 2013 rund 70 Werke von K.O. Götz gezeigt werden. Die Ausstellung in Aachen falle zwar bescheidener aus, sei mit etwa 50 Werken aus 80 Jahren aber schon sehr nahe an Berliner Dimensionen, sagte Philipp.

Zum „Superstar des Abstrakten“ hat Philipp eine persönliche Verbindung. Ein Gemälde, das jetzt auch als Leihgabe in der Ausstellung zu sehen ist, hängt sonst in Philipps Arbeitszimmer im Rathaus. Von diesem Bild gehe Ruhe und Kraft aus. „Diese Synthese der Gegensätze beherrscht er wie kein zweiter“, so Philipp. Er erinnerte zudem daran, dass Götz nicht nur ein Meister der Bilder, sondern auch der Worte ist.

Hier ließen sich die Spuren in seine Heimatstadt immer wieder zurückverfolgen, wie im Gedicht „Harun Al“, in dem Götz die Geschichte des weißen Elefanten am Königshof Karls des Großen reflektiert. Die Gedichte zeigten Götz als „Menschen, der Aachen kennt und liebt und auch persifliert“. Noch ein Unterschied zu Berlin: Mit einem Bild, das gerade einmal drei Wochen alt sei, kann die Hauptstadt im Gegensatz zu Aachen nicht aufwarten.

Götz, der am 22. Februar 100 Jahre alt wird, konnte allerdings nicht persönlich nach Aachen kommen. Seine Erblindung und kleine altersbedingte körperliche Gebrechen erschweren Reisen erheblich. Seiner Kreativität tut das indes keinen Abbruch. Ehefrau Rissa erläuterte, wie „Sikri“, eben das jüngste Werk der Ausstellung, entstand. „Das Bild entsteht bei ihm im Kopf. Dann beschreibt er uns, was er vorhat, wir bereiten alles vor. Ich führe seine Hand zur Leinwand, dann beginnt er zu arbeiten.“

Der Titel bezieht sich auf das, was im Bild zu sehen ist: die Zahl Sieben und ein Kringel – Sikri. „Er geheimnist nichts in seine Bilder hinein“, sagte Rissa, „das hat ihm in der Vergangenheit auch viel Kritik eingebracht.“ Dann lobte sie Aachen: Die Ausstellung im Suermondt-Ludwig-Haus sei „wunderbar“ zusammengestellt.

Der stellvertretende Direktor der städtischen Aachener Museen, Adam Oellers, würdigte Götz als einen neugierigen Menschen. Zeitlebens habe er, der eigentlich Textilingenieur werden sollte, experimentiert. Und so zeige die Ausstellung auch „Gemälde und Nebenwege“. Diese Nebenwege führen über Fotografien, Reliefarbeiten und Keramiken auch zu Dingen, die man als „Merchandising“ umschreibt.

Götz, so Oellers, liebe es, seine Zeichnungen auf verschiedenste Dinge zu setzen, und so zieren Götz-Zeichnungen Krawatten und Weinetiketten. Zu seinem Geburtstag ziert sein Konterfei eine Sonderbriefmarke der Post.

Bis zum 4. Mai kann man die Gemälde und Nebenwege von K.O. Götz im Suermondt-Ludwig-Museum entdecken.

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