Süße Versuchung: Der Bend gibt Vollgas

Von: Katrin Fuhrmann
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Anschnallen, festhalten und aufgepasst: Die schnelle und turbulente Fahrt auf dem Breakdancer ist nichts für schwache Nerven. In einem rasanten Tempo geht es ordentlich rund. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Langsam schüttet Hubert Gehlen Zucker in die große Schüssel, die bis obenhin mit Mandeln und anderen Nüssen gefüllt ist. Mit einem großen Holzlöffel rührt er die Masse einige Minuten um, bis der Zucker fest an den Nüssen klebt. Und dann sind sie schon fertig: die gebrannten Mandeln und Erdnüsse.

Es ist das besondere Flair und die nostalgisch-familiäre Atmosphäre, die Familien in diesen Tagen wieder zum Öcher Bend locken. Genauso wie Hubert Gehlen, der seine Nussspezialitäten seit über 40 Jahren auf dem Bend verkauft, gibt es viele andere Schausteller, für die der Bend seit Jahren fest im Terminkalender steht. So wie bei Hans-Günter Auras. Sein „Kinderkarussell“ gehört zu diesen traditionellen Attraktionen. Für die kleinen Besucher ist das Fahrgeschäft ein echter Knaller. Ob in einer großen, bunten Tasse oder auf einem Schaukelpferd – das Karussell dreht mit den Kindern eine Runde nach der anderen.

Für die „großen“ Kinder gibt es neben der Go-Kart-Bahn Europa-Ring, der nach acht Jahren erstmalig wieder mit dabei ist, auch den Breakdancer, der für besonders lange Schlangen an der Kasse sorgt. Die schnellen und rasanten Attraktionen sind eben immer ein Hit.

Viele Besucher loben vor allem die Sauberkeit und Abwechslung des Öcher Bends. Vermutlich einer von vielen Gründe, warum auch Dieter Kleynen in all den Jahren, in denen er nun in Aachen lebt, noch keinen Bend verpasst hat. „Als alteingesessener Aachener gehört der Bendbesuch einfach dazu. Sowohl die Aufteilung als auch die Attraktionen und Buden gefallen mir sehr gut“, sagt er. Auch wenn er mittlerweile eher zum Essen kommt, als zum „Karussellfahren“, wie er selbst mit einem Schmunzeln anmerkt.

Klassiker wie Riesenrad, Geisterbahn und Autoscooter dürfen auf dem Öcher Bend nicht fehlen. Im Minutentakt gehen die „Chips“ für die nächste Fahrt über die Theke. Den vielen Besuchern gefällt‘s – zumal die Frühlingssonne zur Runde über den Rummel einlädt. Kulinarische Köstlichkeiten? Die gibt es zur Genüge. Ob Pilzpfanne, Bratwurst, Pizza, Zuckerwatte und Pommes – das darf auf der Kirmes alles nicht fehlen. Und weil der eine oder andere von einem Stück Pizza oder einer XXL-Bratwurst nicht satt wird, ist es auch nicht verwunderlich, dass sich einige Besucher von Essbude zu Essbude „schmausen“. Dennoch hat man das Gefühl, dass kein Leckerbissen der berühmten „Wurst auf die Hand“ den Rang ablaufen kann. Denn an jeder Ecke findet sich jemand, der zur Wurst greift.

Süße Versuchungen locken (fast) überall: kandierte Äpfel, Schokofrüchte, Popcorn. Bei so viel zuckrig-klebrigem Angebot würden Zahnärzte wohl die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Trotzdem: Einen Bendbesuch ohne Erdbeeren mit Schokoladensoße und Zuckerwatte – für Familie Kleis aus Aachen undenkbar. „Wir kommen sehr gerne her. Wir haben zwar einige Jahre ausgesetzt, aber seit die Kinder auf der Welt sind, gehen wir wieder regelmäßig“, sagt Eduard Kleis. Bereits die zweite Runde dreht Marko Kisko mit seiner Familie an diesem Nachmittag über den Bend. „Er hat bei uns wirklich Tradition. Es gibt viele abwechslungsreiche Attraktionen und Essbuden“, findet er.

Fazit:Auf dem Öcher Frühjahrsbend ist für jeden etwas dabei. Es ist vor allem die nostalgische Atmosphäre, die Abwechslung und das familiäre Flair, die viele junge und ältere Öcher wie Auswärtige jedes Jahr auf den Platz an der Kühlwetterstraße ziehen. Einer der beliebtesten Anlaufpunkte: die Losbude. „Gewinne, Gewinne, Gewinne!“ schallt es aus den Lautsprechern. Doch die meisten ziehen Nieten. Nicht so Benedikt Bergmoser. Er hat an diesem Tag einen riesigen Plüschelefanten abgestaubt. Benedikt ist das beste Beispiel dafür: Auf der Kirmes werden manchmal sogar Träume wahr.

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