Suchthilfe hilft Frauen und Mädchen mit Essstörungen

Von: Simone Rongen
Letzte Aktualisierung:
essstörung_bu
Neues Konzept: Auch Schirmherrin Ulla Schmidt (Mitte) und Bernhard Verholen, Vorstandsmitglied des Caritasverbands (rechts), war von der Idee der Suchhilfe begeistert. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Das Thema Essstörung ist heutzutage so aktuell wie nie zuvor. Nicht nur, weil in den Medien ein Schönheitsideal propagiert wird, das Schlankheit und Schönheit mit Erfolg gleichsetzt. Beunruhigend ist, dass in Deutschland jedes fünfte Kind zwischen elf und 17 Jahren Anzeichen einer Essstörung zeigt.

„Leben hat Gewicht”

2007 hat die Bundesregierung die Initiative „Leben hat Gewicht - gemeinsam gegen den Schlankheitswahn” ins Leben gerufen. Gegründet wurde sie von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und Bundesbildungsministerin Annette Schavan.

Gemeinsam mit Alice Schwarzer und anderen Prominenten ist es ihr Ziel, Jugendliche und Kinder zu informieren, Eltern, Lehrer und Freunde aufmerksamer zu machen und vor allem das Selbstbild der Betroffenen zu stärken.

Im Rahmen dieser Initiative startete im Herbst die Suchthilfe Aachen ein Modellprojekt für Mädchen und Frauen, das nun der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Schirmherrin Ulla Schmidt begrüßte die Idee der Suchthilfe und wies nochmals darauf hin, wie wichtig nicht nur die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema ist, sondern auch Angebote, die jedem zugänglich sind.

Ziel in Aachen ist es, neue Hilfen zu bieten und nach dem erfolgreichen Start auch ein Modell zu bieten, das auf andere Städte übertragbar ist.

Im Rahmen des Projektes, das von den Therapeutinnen Doris Schindel und Ruth Schwalbach geleitet wird, bietet die Suchthilfe ein strukturiertes Programm, in dem die Teilnehmerinnen ihr gestörtes Essverhalten Schritt für Schritt reduzieren können.

Bereits seit Herbst letzten Jahres betreuen die beiden zwei Gruppen, die nun schon erste Erfolge verbuchen konnten. Gemeinsam mit Gleichgesinnten lernen die Mädchen und Frauen in regelmäßigen Treffen den Umgang mit Stress und anderen Konflikten.

„Inhaltliche Schwerpunkte sind aber auch ein verbessertes Körpergefühl mit einer realistischen Körperwahrnehmung sowie die Entwicklung einer selbstbewussten, weiblichen Identität”, erklärt Doris Schindel. Gemeinsam mit einer Ernährungsberaterin arbeiten sie zudem daran, die Essgewohnheiten der Teilnehmerinnen zu normalisieren.

Beachtliche Erfolge

Je nach Bedarf nehmen die Mädchen und Frauen an bis zu drei Modulen teil. Die bisher erzielten Erfolge sind beachtlich, nicht nur weil die Teilnehmerinnen Gewicht zugenommen oder ihre Brechanfälle erheblich reduziert haben.

Vor allem, weil sie das gelernte in einer Weise umsetzten konnten, die ihnen ein Leben mit Essenslust statt Essensfrust ermöglicht.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert