Studienstart in das „nullte Semester“

Von: Katja Laska
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Kostprobe: Bei der gestrigen Informationsveranstaltung im SuperC konnten die angehenden Ingenieure die unterhaltsame Seite eines möglichen Studiums kennenlernen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Ingenieur – ein Beruf mit vielen Facetten. Facetten, die insbesondere für Studienanfänger verwirrend sein können. Die beiden Aachener Hochschulen RWTH und FH haben sich nun zusammengetan und wollen unter dem Motto „Guter Studienstart im Ingenieurbereich“ bei der Orientierung helfen.

130 Interessenten vor Ort

Schon vor dem eigentlichen Start kommt die Idee gut an. Etwa 130 junge Menschen waren am Dienstag im Generali-Saal des SuperC der RWTH, um in die Ingenieurswelt hineinzuschnuppern. Die potenziellen Studenten konnten sich in das „nullte Semester“ einschreiben und haben ab jetzt die Möglichkeit, die Bereiche Elektrotechnik, Maschinenbau, Luft- und Raumfahrttechnik, Bauingenieurwesen und Mechatronik an beiden Hochschulen genauer kennenzulernen. „Bei diesem Orientierungssemester bekommen Interessierte eine vertiefte Einführung in die Studienfächer und können die RWTH und FH von innen kennenlernen“, sagte der Projektmanager Jonas Gallenkämper. Erst danach muss die Entscheidung für ein Fach und eine Hochschule fallen. Unterstützung gibt es dabei auch von den beiden Asten und Studienberatungen.

Einmalige Kooperation

Das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung in NRW hatte letztes Jahr dazu aufgerufen, Studienanfängern den Einstieg zu erleichtern. Die beiden Prorektoren Norbert Janz (FH) und Aloys Krieg (RWTH) haben daraufhin die einmalige Kooperation ins Leben gerufen und sind unter den Gewinnern der Ausschreibung gelandet. Das Projekt soll erstmal bis 2017 laufen. „Es ist innovativ und soll den noch Unentschlossenen helfen“, erklärte Krieg.

Beim Auftakt gab es für die Besucher neben Begrüßungstaschen mit Tassen, Kugelschreibern und Notizheften auch einen ersten Überblick über die teilnehmenden Fachbereiche. Die Chance, sich mehrere an einem Tag anzugucken, begrüßten viele. „Vielleicht werde ich einmal Wirtschaftsingenieur. Aber auch Physik und Elektrotechnik interessieren mich. Das Projekt ist perfekt um mich endgültig zu entscheiden“, erzählte Hendrik Bachmann. Jil Kopp ist da schon sicherer in ihrer Fachwahl: Bauingenieurwesen soll es sein, aber dass sie „ein ganzes Semester Zeit hat, an beiden Hochschulen zu studieren“, findet sie schön. Das Projekt spricht auch bereits eingeschriebene Studenten an. Sarah Uphoff studiert Gesellschaftswissenschaften: „Da fehlt mir der technische und wirtschaftliche Aspekt“, sagte sie. Daher besucht sie das Orientierungssemester, um später vielleicht noch ein Ingenieursstudium anzuschließen.

In den nächsten dreieinhalb Monaten läuft alles nach Plan. Genauer gesagt: nach Stundenplan. Es werden Vorlesungen, Übungen, Tutorien besucht und Prüfungen abgelegt, die im späteren Studium anerkannt werden. Schließlich sollen die Teilnehmer einen realistischen Einblick ins Studentenleben bekommen. Damit das auch wirklich klappt, werden sie von Mentoren begleitet, die selbst an der FH bzw. RWTH studieren und arbeiten. Die Teilnehmer können sich alles angucken. „Keiner ist an ein Studienfach gebunden“, betonte die Projektmanagerin Vera Richert. Drei Programmpunkte müssen jedoch erfüllt werden: Mathematik, technisches Englisch und das Erlernen eines speziellen Computerprogramms. Das ist Pflicht, ohne die Neulinge jedoch zu überfordern.

Das Semester geht langsam los. In den kommenden Tagen stellen sich jeweils vor- und nachmittags die teilnehmenden Fachbereiche vor. Außerdem sind Projektwochen geplant. Auch Abiturienten, die momentan im Prüfungsstress sind, können Anfang Mai noch ins Semester einsteigen. Alle, die mitmachen, sind erst einmal Gasthörer.

Gefällt es ihnen, können sie sich im Juli immatrikulieren und an der FH oder RWTH weiterstudieren. Und auch, wenn der Studentenstatus noch nicht komplett erfüllt ist: Denen, die bereits mitmachen, ist die Neugier und Aufregung an diesem ersten Tag als Student anzusehen.

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