Strunx, die Letzte: Die Jagd nach Tickets ist gelaufen

Von: Kathrin Albrecht
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Willkommen – und tschö, wa: Zum Auftakt der letzten Strunx-Staffel geben sich die „Chef-Moderatoren“ Manfred Hammers und Rudi Zins noch einmal die Ehre an der Barockfabrik. Hunderte Fans haben sich die Chance auf Tickets nicht entgehen lassen und sind in aller Herrgottsfrühe mit von der Partie. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. In Aachen geht eine Ära zu Ende. 2013 ist definitiv die letzte Strunx-Session, das haben die bis dato notorisch zebra-gestreiften „Chef-Moderatoren“ Manfred Hammers und Rudi Zins im Sommer 2012 bekanntgegeben. Für die Strunx-Fans heißt das, sich ein letztes Mal in aller Herrgottsfrühe zur Barockfabrik aufmachen und tapfer anstehen, um noch zu den Glücklichen zu gehören, die Karten für die sieben ultimativ letzten Sitzungen ergattern können.

„Um 1 Uhr nachts sind bereits die ersten da“, weiß Helmut Reis, der 2005 den Strunx-Ölprinzen gab, und die Wartenden seit 9 Uhr mit Musik und dem Besten aus 20 Jahren Strunx unterhält.

Zu diesem Zeitpunkt tummeln sich auf dem Platz vor der Barockfabrik bereits gut 100 Wartende – nur eine Viertelstunde später werden alle Sitzungen restlos ausverkauft sein. Der alljährliche Vorverkaufs-Wahnsinn gehört ebenso zu den Strunx-Sitzungen wie die Hymne zu Beginn. Ein Kontingent von 375 Karten war zu vergeben, „wir hätten locker noch einige hundert mehr ausgeben können“, so Reis. Gottlob spielt das Wetter an diesem Samstagmorgen mit. Gegen die Kälte haben sich die Wartenden dick eingemummelt, manche stehen auf Styroporplatten oder Isomatten. Andere haben sich gleich einen Grill mitgebracht.

Das letzte Mal Strunx – logisch, dass sich das niemand entgehen lassen und es noch einmal richtig zelebrieren will. Annelie Schwedt-Heinen ist schon „ein bisschen traurig, dass es vorbei ist“. Schade, dass sie aufhören, ist das einhellige Echo der Wartenden, zumal das Strunx-Ende in der alternativen Aachener Karnevalsszene eine große Lücke hinterlassen wird. Doch die meisten verstehen die Entscheidung und freuen sich einfach auf die bevorstehenden Sitzungen. „Das wird bestimmt nicht traurig,“ ist sich Michael Weise sicher. In den letzten 15 Jahren war er ein häufiger Strunx-Gast und hat sich Karten für die allerletzte Sitzung am 10. Februar gesichert.

Ein bisschen Wehmut kommt auch bei Helmut Reis auf. „Am letzten Abend liegen wir uns vielleicht in den Armen und weinen. Aber wir wollten aufhören, solange die Leute uns noch sehen wollen.“ Obligatorischer Programmpunkt des Vorverkaufs ist auch die Requisitenversteigerung, „der schwerste Teil“, wie Strunx-Urgestein Krenne Aymans es ankündigt, „denn wir fangen nicht eher an, bis alles weg ist.“ Das klappt – ein knallrotes Polyesterhemd, schwarze Lackstiefel, Pappnasen und -ohren der „5 lustigen 4“, sogar die Prinzenkleidung, bislang immer ein Ta(tata)bu, finden stolze neue Besitzer. Die Gewänder von „Manni the Preacherman“ gehen für 20 Euro weg.

Die Erlöse gehen an das Café Plattform, das sich über 229,51 Euro freuen kann. Dem Ende von Strunx sieht Aymans ganz entspannt entgegen. „Ich bin mit mir und mit Strunx völlig im Reinen. Mal schauen, was als nächstes kommt.“ Weil die Karten so schnell weggehen, wird der Vorverkauf um eine Stunde vorverlegt – das Bibbern hat ein Ende. Eröffnet wird das etwas andere Happening vom Moderatoren-Gespann Hammers und Zins. „Auch für uns heißt es Abschied nehmen“, ruft Rudi Zins den Wartenden zu. „Nä, was’n Elend“ echot es aus über 100 Kehlen zurück. Um Punkt 14 Uhr, dem eigentlichen Vorverkaufsbeginn, ist schon alles vorbei, Aufräumen und Abbauen ist angesagt. Und Krenne Aymans bleibt nur noch, die zu spät Gekommenen zu trösten. Vertrösten auf ein nächstes Mal geht ja nun nicht mehr. . .

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