Aachen - Streudienste kommen mit Räumung kaum hinterher

Streudienste kommen mit Räumung kaum hinterher

Von: Robert Esser
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Winter
Seine schönen Seiten zeigte der Winter auch am Sonntag schon auf einschlägigen Aachener Rodelhängen - zum Beispiel im Kurpark zwischen Monheimsallee und Passstraße sowie in Burtscheid. Der Schnee ermöglichte dort rasante Schlittenfahrten. Foto: Schmitter

Aachen. Unter einer geschlossenen Schneedecke ist Aachen am Sonntag aufgewacht - mit weit reichenden Folgen bis zum Montag: Erst nach der nächtlichen 4-Uhr-Kontrollfahrt des Winterdienstes vom Stadtbetrieb hatte Frau Holle ihre Kissen ausgeschüttelt.

„Ab 4.30 Uhr hat es zweieinhalb Stunden geschneit”, erklärte der Chef des Winterdienstes, Dieter Lennartz, auf Anfrage der Aachener Zeitung. „Wir sind dann mit Mann und Maus auf die Straßen - durchgehend bis 15 Uhr, um die wichtigsten Straßen freizukriegen”, sagte er.

20 Großfahrzeuge und 150 Mitarbeiter waren auf Straßen und Bürgersteigen in Innenstadt und Stadtbezirken unterwegs. Seit Silvester wurden bereits 300 Tonnen „auftauende Streumittel” verbraucht. „Natürlich können wir nicht alles gleichzeitig bewältigen, absolute Sicherheit gibt es nicht. Ich appelliere daher auch an die Eigenverantwortung der Verkehrsteilnehmer”, riet Lennartz dazu, im Zweifel aufs Auto zu verzichten.

Die Aseag zog am Sonntag aus Sicherheitsgründen bereits ihre Gelenkbusse aus dem Verkehr. Sie sollen zunächst im Depot bleiben. Trotz des erneuten Wintereinbruchs war aber laut Aseag-Leitstelle bis zum Abend kein einziger Unfall der roten Flotte zu beklagen. Auch für den Montag werde man sämtliche Linien und Haltestellen bedienen, hieß es: „Kein Fahrgast wird von uns stehengelassen.”

Die Taxibranche verbuchte indes etwa die doppelte Anzahl von Fahrten. Viele Aachener ließen ihr Auto angesichts der weißen Pracht tatsächlich in der Garage oder am Straßenrand zurück und stiegen auf öffentliche Verkehrsmittel um. In den Morgenstunden kam der Winterdienst aber mit der Räumung kaum nach: „Ich hatte den Eindruck, dass die Streudienste erst relativ spät auf die Straße gekommen sind”, bestätigte Brandamtsrat Richard Breuer von der Aachener Feuerwehr.

Zwischen 7 und 8 Uhr verzeichnete die Polizei witterungsbedingt zwei Unfälle mit Blechschäden - auf dem Pariser Ring und am Hansemann-Platz. Verletzt wurde niemand. Einem Autofahrer, der mit seinem Fahrzeug auf der Pauwelstraße in der Nähe des Uniklinikums vom rechten Weg abkam, untersagte die Polizei die Weiterfahrt - zu gefährlich. „Der Fahrzeugführer war mit Sommerreifen unterwegs”, erklärte Adolf Freh von der Einsatzleitstelle des Präsidiums. „Wer bei dieser Witterung ohne Winterreifen mit dem Auto unterwegs ist, riskiert nicht nur ein Bußgeld, sondern im Falle eines Verkehrsunfalls auch den Verlust seines Versicherungsschutzes”, warnte er.

Weil allerdings am Sonntag vergleichsweise wenig Verkehr auf den kaiserstädtischen Straßen rollte, sei die Zahl der Unfälle „im normalen Bereich” geblieben. Die könne sich allerdings im Berufsverkehr am Montagmorgen erheblich ändern, mahnte der Polizist zur Vorsicht. Die Wetterdienste prognostizierten für den Wochenanfang Temperaturen rund um minus 4 Grad Celsius, aber keine starken Niederschläge, sondern Sonnenschein. Die Straßen werden vielerorts spiegelglatt.

Seine schönen Seiten zeigte der Winter auch am Sonntag schon auf einschlägigen Aachener Rodelhängen - zum Beispiel im Kurpark zwischen Monheimsallee und Passstraße sowie in Burtscheid. Der Schnee ermöglichte dort rasante Schlittenfahrten - auf auch nach stundenlangem Kufen-Betrieb noch fast geschlossener weißer Decke und garantiert ohne irgendwelche Blechschäden.
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