Aachen - Streit zwischen Wohlfahrtsverbänden und dem OB eskaliert

Streit zwischen Wohlfahrtsverbänden und dem OB eskaliert

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Zwischen den großen Aachener Wohlfahrtsverbänden und dem Oberbürgermeister fliegen die Fetzen.

Nachdem sich Marcel Philipp erbost über Aussagen bei einer Pressekonferenz zur Zuschusskürzung beim Freiwilligen-Dienst geäußert hatte, kam der Donnerhall am Mittwoch seitens der Verbandschefs lautstark zurück.

Merete Menze (Paritätischer Wohlfahrtsverband), Gabriele Niemann-Cremer (AWO), Marion Timm (Diakonisches Werk), Peter Timmermanns (DRK) und Bernhard Verholen (Caritas/Sprecher der Arbeitsgemeinschaft) sehen sich durch die Aussagen unter anderem in ihrer Ehre verletzt. So hatte der OB gegenüber der AZ davon gesprochen, dass man einmal prüfen müsse, ob die Zuschüsse für die Ehrenamtsarbeit zweckentfremdet eingesetzt würden - etwa für Qualifizierung und Weiterbildung der Ehrenamtler. Dafür seien sie nämlich laut Vertrag nicht gedacht. Diese Aussage sei falsch und wirke „wie eine Rufschädigung der Verbände”, heißt es in einer Stellungnahme.

Aus anderen Quellen bezahlt

Richtig sei vielmehr, „dass die beiden Träger der Freiwilligenzentren uneingeschränkt im Rahmen der Leistungsvereinbarungen handeln”. Zusätzliche Aufwendungen zur Förderung sozial engagierter Bürger würden aus anderen Quellen finanziert - vielfach aus Eigenmitteln der Verbände.

Dass der OB kritisiert hatte, die Kürzung von 28.000 Euro bei den Zuschüssen sei nun bereits zum fünften Mal vorgetragen worden, können die Verbände überhaupt nicht nachvollziehen. Diese Thematik gehöre nämlich zu den Kerngeschäften der Verbände. „Es wäre im Gegenteil unverantwortlich, der Öffentlichkeit zu verschweigen, welche Konsequenzen der Rückbau der genannten Infrastruktur für das Gemeinwesen der Stadt hat”, heißt es. Die kritisierte Reduzierung der Möglichkeiten „schadet den hilfsbedürftigen Menschen, den sozial engagierten Bürgern und dem Gemeinwesen der Stadt Aachen insgesamt”, unterstreichen die fünf Unterzeichner der Erklärung nochmals.

„Fachlich unrichtig”

Und sie stellen heraus, dass die Wohlfahrtsverbände in Aachen einen erheblichen Beitrag zum „sozialen Aachen” leisteten. Man wünsche sich daher „eine partnerschaftliche, an der Sache orientierte Auseinandersetzung mit den von uns vorgebrachten Positionen sowie eine Dialogbereitschaft, die auf persönliche Herabwürdigung verzichtet”.

Unter dem Strich sind für die Verbände die Äußerungen des OB „fachlich unrichtig”. Zudem sei die „persönliche Herabsetzung von Herrn Verholen als Sprecher unserer Arbeitsgemeinschaft unakzeptabel”. Vielmehr stünden alle fünf Verbände hinter der geäußerten Kritik: „Sollte der Oberbürgermeister also bei seinen Standpunkten bleiben, versucht er somit, nicht nur Herrn Verholen, sondern alle Geschäftsführungen dieser Träger als Gesprächspartner zu disqualifizieren.”
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