Streit um die Flugplatz-Flächen ist beigelegt

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
7017913.jpg
Der Flugplatz Merzbrück soll vorerst bleiben wie er ist, drum herum soll jedoch ein neues Gewerbegebiet geschaffen werden. Die Stadt Aachen verkauft dafür ihre Flächenanteile. Foto: Michael Jaspers

Aachen/Würselen. Der Streit um die Grundstücke am Flugplatz Merzbrück zwischen Aachen und Würselen ist beigelegt. Der Rat der Stadt stellte in nichtöffentlicher Sitzung am Mittwoch die Weichen für den Verkauf wesentlicher Flächenanteile, die die Stadt Würselen für die Entwicklung eines neuen Gewerbegebiets benötigt.

Nach den Vorstellungen des Würselener Bürgermeisters Arno Nelles soll mit dem Bau des neuen Gewerbegebiets auf den Feldern rund um den Flugplatz im Idealfall schon 2016 begonnen werden. Geplant sei die Ansiedlung von „hochwertigem Gewerbe“, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die ersten Anfragen von Interessenten sollen bereits vorliegen.

Obwohl die Stadt Würselen die Planungshoheit in dem Bereich hat, haben Aachens Politiker mehrheitlich bislang skeptisch bis bremsend eingegriffen. Sie konnten dies deshalb, weil sich die 26 Hektar große Fläche, die Würselen aktuell benötigt, zur Hälfte im Besitz des städtischen Elisabeth­spitalfonds befindet.

Insbesondere SPD und Grüne sperrten sich zunächst gegen den Verkauf – aus jeweils unterschiedlichen Gründen: Die SPD wollte vor allem verhindern, dass vor den Toren der Stadt ein Gewerbegebiet in Konkurrenz zu Avantis und zum RWTH-Campus erschlossen wird. Die Grünen sorgten sich insbesondere, dass auf diese Weise doch noch die Pläne für einen Ausbau des Flugplatzes zum Regionalflughafen verwirklicht werden könnten. Beides soll nun ausgeschlossen werden – möglich macht es ein Kompromissvorschlag, auf den sich CDU, SPD, Grüne und FDP im Aachener Rat nunmehr verständigt haben.

Er sieht vor, dass die Stadt ihre Anteile der benötigten 26 Hektar großen Flächen nördlich und südlich des Flugplatzes (Gesamtwert rund 3,8 Millionen Euro) an die Aachener Kreuz Merzbrück GmbH (AKM GmbH) verkauft, die das Gewerbegebiet entwickeln will.

Eine ursprünglich von der Stadt vorgesehene Option für den Kauf des gut 30 Hektar großen Flugplatzgeländes, der sich im gemeinsamen Besitz von Stadt und Städteregion befindet, wird es nicht geben. Heißt: Die Stadt will hier ihren Einfluss wahren und ihre Anteil wohl auch langfristig behalten. Eine Verschwenkung der Landeplan, wie sie für den Ausbau zum Regionalflughafen nötig wäre, könnte demnach weiterhin verhindert werden.

Zugleich will sich die Stadt ein Jahr lang die Möglichkeit offenhalten, der AKM GmbH beizutreten, um auch über diesen Weg Einfluss auf die Entwicklung des neuen Gewerbegebietes zu nehmen. Die AKM selbst soll sich bereit erklärt haben, ihr Konzept für das Gewerbegebiet offenzulegen.

Damit soll der Stadt die Sorge genommen werden, dass möglicherweise „hochschulnahe“ Unternehmen, die sich vorzugsweise auf Avantis und dem RWTH-Campus ansiedeln sollen, abgeworben werden. Vor allem die SPD hat in der Vergangenheit immer wieder auf „Transparenz“ bei den Planungen und einer „Abstimmung“ bei der Gewerbeflächenentwicklung gedrängt. Dies scheint nunmehr gelungen.

Beitritt ist fraglich

Ob die Stadt am Ende tatsächlich der AKM beitritt, ist hingegen fraglich. Denn nach Einschätzung der Kämmerin könnte eine Beteiligung teuer werden, der Einfluss dennoch gering sein. So belässt es die Stadt vorerst bei einer Einsichtnahme in die Planungen und der Abwicklung des Grundstücksverkaufs. Der Flächenverlust des Elisabethspitalfonds soll mit Ersatzgrundstücken aus dem städtischen Grundvermögen ausgeglichen werden.

Mit dem Verkauf kann nun auch Oberbürgermeister Marcel Philipp seinem Versprechen nachkommen, den Würselener Plänen nicht im Wege stehen zu wollen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert