Streetscooter: Belegschaft jubelt

Von: Berthold Strauch
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Nachdem die Entscheidung feststeht, dass die Serienproduktion des Elektroautos Streetscooter auf dem Gelände des Schienenfahrzeugwerks von Bombardier stattfinden wird, verkündete Dirk Reuters am Freitagmorgen auch seinen Mitarbeitern offiziell diese gute Nachricht. Archivfoto: Ralf Roeger

Aachen. Jetzt wird erst einmal tüchtig gefeiert! Nachdem die Entscheidung feststeht, dass die Serienproduktion des Elektroautos Streetscooter auf dem Gelände des Schienenfahrzeugwerks von Bombardier stattfinden wird, verkündete Dirk Reuters am Freitagmorgen auch seinen Mitarbeitern offiziell diese gute Nachricht.

„Es gab mächtig Applaus“, sagte der Geschäftsführer der Nachfolge-Gesellschaft Talbot Services GmbH danach im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Ovationen galten aber auch dem Chef persönlich, der entscheidend zu diesem Ergebnis beigetragen hat: Denn just am Freitag feierte Reuters seinen 45. Geburtstag. Davon hat er übrigens schon 28 Jahre in dem Unternehmen verbracht – das er somit bereits aus den Zeiten kennt, als es noch unter dem Traditionsnamen Talbot firmierte. Reuters‘ Vater war sogar 45 Jahre in dem Werk.

Rund 350 Beschäftigte des Unternehmens waren zu dieser Belegschaftsversammlung gekommen. Reuters informierte die Belegschaft erstmals auch darüber, dass das in diesem Jahr anstehende 175-jährige Bestehen von Talbot/Bombardier angesichts der positiven Zukunftsentwicklung nach dem Abwenden der drohenden Werksschließung entsprechend kräftig gewürdigt werden soll. Als Termin für diese große Veranstaltung in der laut Reuters „ältesten deutschen Waggonfabrik“ nannte er Samstag, 22. Juni.

Reuters erläuterte auch, in welchen Hallen und in welchen Schritten die Produktion des Streetscooters angepackt werden soll. Dazu sollen Mitarbeiter aus sämtlichen Abteilungen des Unternehmens, das ab 1. Juli unter dem neuen Namen firmieren wird, einbezogen werden, von Einkauf über die Montage bis zur Qualitätskontrolle.

Für das Hochfahren der Fertigung des Elektrofahrzeugs werden 40 der künftig 240 Mitarbeiter von Talbot Services eingesetzt. Reuters erwartet, dass sich wesentlich mehr Beschäftigte für diese Jobs interessieren werden. „Die Stimmung ist so positiv, dass wir überlegen, ob wir einen kleinen Wettbewerb zur Auswahl der Mitarbeiter starten sollen.“ Denn „quer durch alle Abteilungen“ könnte sich jeder auf die 40 Stellen bewerben, fügte Reuters an. Er rechnet damit, dass die Entscheidung, wer künftig für den zukunftsträchtigen Markt der Stromer eingesetzt wird, bis Ende Mai fallen wird.

Für das Unternehmen, das zwei Millionen Euro in die Streetscooter-Fertigungslinien investieren will, breche jetzt „eine spannende Zeit an. Wir beschäftigen uns volle Pulle mit der Vorbereitung des Übergangs von Bombardier zu Talbot Services.“ Inzwischen sei auch das laut Reuters „hochmotivierte siebenköpfige neue Leitungsteam“ komplett. Neben Reuters zog dabei die Technische Leiterin Tanja Leffin die Fäden.

Trotz Urlaubs war Betriebsratschef Josef Kreutz – wie auch der Aachener IG-Metall-Chef Franz-Peter Beckers – zur Belegschaftsversammlung gekommen. Für die Belegschaft bedeute diese Entscheidung der Verantwortlichen der Streetscooter GmbH um Professor Achim Kampker und Professor Günther Schuh „ein Aufbruch, ein Meilenstein. Wir sind qualitativ gut aufgestellt“, hat Kreutz keinen Zweifel, dass das neu formierte Stromer-Team die gestellten Aufgaben bewältigen werde. Schließlich sei die Fertigung von Schienenfahrzeugen „wesentlich komplexer als ein Elektroauto“. Der Streetscooter sei „ein schönes Projekt, aber keine große Herausforderung für Fachleute“.

In der ersten Phase sollen jährlich 3000 Streetscooter produziert werden. Deren Zahl soll bis 2020 auf 10.000 steigen – was etwa 60 zusätzliche Jobs bedeuten würde.

Der Streetscooter soll auf Wunsch von Städteregionsrat Helmut Etschenberg und Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp beim Sommerfest der nordrhein-westfälischen Landesvertretung in Berlin am Donnerstag, 6. Juni, Furore machen – als „Vorzeigebeispiel“. Dazu baten die beiden Politiker um personelle Unterstützung seitens der Streetscooter-Macher, die vor Ort das ehrgeizige Projekt vorstellen sollen.

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