Straßenräuber wollte Geld für Sprit und zückte Waffe

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Die Frage nach Hilfe endete in einem drastischen Raubüberfall mit vorgehaltener Waffe. Foto: Arne Dedert

Aachen. Mit einer vorgetäuschten Autopanne soll der jetzt vor dem Aachener Landgericht angeklagte 52-jährige Ioan D. am 5. Oktober 2015 einen Autofahrer auf der Süsterfeldstraße zum Anhalten gebracht haben. Angeblich brauchte er Hilfe. Doch die Situation endete in einem drastischen Raubüberfall mit vorgehaltener Waffe.

Am Freitag nun musste sich der 52-Jährige, der erst im September 2016 aus Rumänien in die deutsche Untersuchungshaft überführt worden war, vor Richterin Regina Böhme, der Vorsitzenden der 5. Großen Strafkammer, wegen der damaligen Vorfälle auf dem Zubringerstück zum Toledo-Ring verantworten.

Nach der Anklageschrift hatte sich Ioan D. mit einem weiteren, nicht bekannten Mittäter gegen 13.10 Uhr an der rechten Seite der Fahrbahn postiert und winkend versucht, vorbeifahrenden Verkehr anzuhalten.

Er habe helfen wollen, erklärte das als Zeuge geladene Opfer am Freitag vor der Kammer. Der heute 40-jährige Dachdecker aus Aachen schilderte, wie er anhielt und das Fenster öffnete. Der „ältere Mann“, so hieß es später im Polizeibericht, habe daraufhin um ein wenig Geld gebeten, der Tank sei trocken gefahren, er müsse Benzin kaufen gehen und habe kein Bargeld.

Als Bekräftigung für seine gutwilligen Absichten habe er eine Visitenkarte und golden aussehende Schmuckstücke auf den Beifahrersitz im Pkw des Dachdeckers geworfen. Der beschrieb, wie er seine Geldbörse zückte und dem havarierten Fahrer in dem silbernen Mercedes aushelfen wollte.

Als dieser aber das gut gefüllte Portemonnaie sah, hielt er dem hilfsbereiten Mann etwas an den Kopf, „das wie eine Waffe“ ausgesehen habe, sagte dieser. Der Räuber nahm die komplette Barschaft von immerhin 550 Euro an sich und stieg zu dem Kumpel ins Auto, der gab Vollgas.

Dem Überfallenen gelang zwar noch, schnell zwei Handyfotos von dem Fluchtwagen zu machen. Doch eindeutig wiedererkennen konnte der Autofahrer den Räuber nicht. Die Verteidiger setzten auf die Nicht-Erinnerungs-Karte. So hatten sie im Zuschauerraum vier südländisch anmutende Personen positioniert, zu denen sich der Angeklagte setzen sollte. Das ließ das Gericht nicht zu.

Aber auch so erinnerte sich der überfallene Dachdecker nicht eindeutig an das Gesicht des Räubers. Der Prozess geht am kommenden Mittwoch weiter.

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