Aachen - Straßenbau: Stadt verschiebt 24 Projekte

Straßenbau: Stadt verschiebt 24 Projekte

Von: Oliver Schmetz
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Kein Durchkommen: Auch wenn die Stadt 24 Baumaßnahmen in die Zukunft verschiebt, bremsen noch etliche Baustellen – wie hier in der Schlossstraße – den Verkehr aus. An 25 Orten werden im ersten Quartal 2013 Kanäle saniert, Leitungen verlegt und Straßen erneuert. Foto: Michael Jaspers
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Bald wieder Baustelle: Am Büchel wird bis Ende April die Pflasterung zum Markt hinauf vervollständigt. Foto: Michael Jaspers
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Eine der sensibelsten Baustellen: Am Hof wird der Kanal ab März „bergmännisch“ – also unterirdisch – saniert. Foto: Michael Jaspers
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Erneut aufgerissen: Auf der Wilhelmstraße bremst eine ungeplante Baustelle den Verkehr. Ursache ist ein Leitungsschaden. Foto: Michael Jaspers
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Einstiegsluke: Ebenfalls unterirdisch nimmt sich die Stawag die Kanäle im Bereich Ritter-Chorus-Straße/Klosterplatz vor. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Worte des Oberbürgermeisters klingen vielen Autofahrern noch im Ohr: „Die Belastungsgrenze der Bürger ist überschritten“, kommentierte Marcel Philipp das Baustellenchaos im vergangenen Jahr. In 2013 werde man in der Innenstadt weniger Straßen aufreißen, kündigte er an.

Und tatsächlich: Die Stadt verschiebt insgesamt 24 Straßenbaumaßnahmen, die ursprünglich für dieses Jahr geplant waren, in die kommenden Jahre. Allerdings liegt das nicht nur an einem Machtwort des OB, sondern laut Planungsdezernentin Gisela Nacken auch an „Engpässen bei den personellen und finanziellen Kapazitäten“.

Denn die Autofahrer sollten sich nicht zu früh freuen: Alleine im ersten Quartal dieses Jahres werden sie an dutzenden Stellen im Stadtgebiet von Sperrungen, Fahrbahnverengungen oder Umleitungen ausgebremst, weil dort Kanäle saniert, Leitungen verlegt oder Fahrbahnen erneuert werden. 25 Baustellen betreiben Stadt, Stadtbetrieb, Stawag und BLB in den kommenden Wochen und Monaten teils alleine, teils in Kooperation.

„Wir wissen, dass das viele Leute nervt, aber theoretisch müssten wir noch viel mehr tun“, verweist Nacken auf den vielerorts augenfälligen Sanierungsstau auf 660 städtischen Straßenkilometern. Ganz zu schweigen von den uralten Kanälen in der City, die teils aus den Jahren 1860 bis 1890 stammten: „Da können wir froh sein, dass wir noch keinen schweren Kanaleinsturz hatten.“

Damit so etwas unter dem viel frequentierten Hof nicht passiert, nimmt sich die Stawag den dortigen Abschnitt ab März vor – wie bereits berichtet auf „bergmännische“ Art und Weise, nämlich unterirdisch. Nur ein etwa vier mal vier Meter großes „Einstiegsbauwerk“ neben der Treppe vor dem Jugendkirchenprojekt Karfanaum wird auf die Bauarbeiten hindeuten, die sich in rund vier Metern Tiefe täglich einen Meter voranbewegen sollen. „Der Aufwand ist immens“, sagt Christian Stein von der Stawag, weswegen das „Bergmännische“ aus Kostengründen nur in Ausnahmefällen – wie zum Beispiel aktuell auch im Bereich Ritter-Chorus-Straße/Klosterplatz /Johannes-Paul-II.-Straße – zum Einsatz kommt.

Was das Ganze im Hof bis zum März 2014 kosten wird, kann und mag man noch nicht sagen: „Die Ausschreibung läuft, da wollen wir keine Prognose abgeben“, sagt Stein. Fakt sei aber, dass man an „einer der sensibelsten Baustellen“ die Belastungen sehr gering halten werde. „Maximal ein Lkw pro Tag“ werde über den Münsterplatz die Baustelle ansteuern, schätzt der Stawag-Mann.

Deutlich mehr Verkehr wird dagegen wieder einmal die Fußgängerzonen Holz- und Dahmengraben queren, um zum Parkhaus Büchel zu gelangen – diesmal für ein knappes halbes Jahr. Denn ab Montag wird die Ursulinerstraße wieder gesperrt. Restarbeiten am Kanal und die Neugestaltung von Fahrbahn und Bürgersteigen stehen an, fertig werden will man dort bis Ende Juni.

Die eben erst neugestaltete Hartmannstraße wird dagegen nicht erneut gesperrt, die im unteren Bereich noch notwendigen Kanalarbeiten werden verschoben. An ebendieser Straße ließe sich auch der oft geäußerte Vorwurf festmachen, die städtischen Baustellen dauerten länger als geplant und gerieten viel teurer als vorgesehen: 250 000 Euro wurden für die Hartmannstraße veranschlagt, 357 000 Euro ausgegeben, gebuddelt wurde zehn statt fünf Monate – vor allem wegen der archäologischen Funde.

Doch unter dem Strich gehe der Vorwurf ins Leere, sagt Nacken. Denn die Verwaltung hat ausgerechnet, dass man bei 20 Großbaustellen in den letzten drei Jahren mit einer Gesamtbausumme von 20 Millionen Euro 1,5 Prozent billiger gewesen sei – und sogar 4 Prozent schneller als geplant. So seien etwa an der Viktoriaallee statt 1,7 nur 1,27 Millionen Euro ausgegeben worden. Nacken: „Ich glaube, das kann sich sehen lassen.“

Sehen lassen kann sich auch die Bilanz von NetAachen-Geschäftsführer Andreas Schneider. Rund 2000 Gebäude habe man in Aachen bereits ans Glasfasernetz angeschlossen, berichtet er. Neue Baustellen werden aktuell insbesondere im Rehmviertel und in Verlautenheide aufgemacht.

An 34 Stellen gräbt man sich in den nächsten Wochen vornehmlich in die Bürgersteige. Auch hier ist die Baustellenbilanz eine Zwischenbilanz, denn: „4000 Gebäude liegen noch vor uns“, sagt Schneider. Womit klar ist: Auch auf den Bürgersteigen bleiben den Aachenern die Baustellen erhalten. Alle Baustellen auf einen Blick auf Seite 16

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