Aachen - Straßenbahndepot: Mit Schienen im Boden nimmt Umbau Fahrt auf

Straßenbahndepot: Mit Schienen im Boden nimmt Umbau Fahrt auf

Von: Thorsten Karbach
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Für 9,4 Millionen Euro wird das ehemalige Straßenbahndepot an der Talstraße zum Stadtteilzentrum „Depot“.
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In seinen Händen liegt die Zukunft des alten Straßenbahndepots: Architekt Achim Wolf verantwortet die Pläne.

Aachen. Die Schienen im Betonboden stechen ins Auge, als Dieter Begass berichtet, wie das Projekt aufs Gleis gesetzt wurde. Für 9,4 Millionen Euro wird das ehemalige Straßenbahndepot an der Talstraße zum Stadtteilzentrum „Depot“, die 70 Meter lange und 33 Meter breite Halle zum offenen Treffpunkt für Akteure aus der Kultur, für Kreative und den sozialen Sektor.

Rund 8000 Quadratmeter Nutzfläche hat Achim Wolf mit dem Büro „pbs Architekten“ für die künftigen Nutzer der Halle und des fünfgeschossigen Verwaltungsbaus gestaltet. „Wir werden den Charme diese Schmuckstücks erhalten“, verspricht der Architekt. Und die Schienen werden deswegen im Boden bleiben.

Seit Januar 2012 wird an einem Raumkonzept für das Depot gearbeitet. „Es ist kein einfacher Prozess, alle Interessen der Nutzer unter einen Hut zu bringen, aber Stand heute sind alle sehr zufrieden“, erklärt Begass. Und die Planer sind es auch: Rund drei Millionen Euro Förderung für den ersten Bauabschnitt wurden bereits bewilligt, noch im Frühjahr geht der zweite Förderantrag raus, dann erwartet die Stadt Aachen noch einmal rund sechs Millionen Euro. Unterm Strich muss sie selbst 20 Prozent der maximal 9,4 Millionen Euro beisteuern, damit der Umbau des Straßenbahndepots – die ältesten Mauern sind aus dem Jahr 1924 – läuft. Es ist das zentrale Projekt des Programms „Soziale Stadt Aachen Nord“.

Klar, die gläsernen Sheddächer müssen erneuert, Betonflächen und Böden in Stand gesetzt und eine Heizung muss in der Halle eingezogen werden. Ansonsten spricht Architekt Wolf von „minimalen Eingriffen“, will den Bestand erhalten, ergänzen und erweitern. Das Schild „Türen geschlossen halten“ wird aber verschwinden, schließlich will sich das Haus dem Stadtteil zu allen Seiten öffnen. Die zugemauerten Fenster werden aufgebrochen, die alten Tore Glasfronten weichen und eine Tür zum Park geöffnet. In einem ersten Bauabschnitt wird ab August aber zunächst einmal das Verwaltungsgebäude hergerichtet. Die dort residierende Offene Tür zieht während des Umbaus in ein kleines Containerdorf auf dem Parkplatz. Ende 2014 soll der 60er-Jahre-Bau fertig sein, im Erdgeschoss ziehen das Stadtteilbüro und Gastronomie – inklusive Bewirtung vor der Tür – ein. Letztere wird von der Gemeinde Christus unser Bruder aus.

Die alte Halle wird laut Begass Ende 2015 in neuem Glanz erstrahlen – mit Veranstaltungsräumen, Werkstätten und der Offenen Tür samt Jugendcafé und einer Art Turnhalle auf 800 Quadratmetern am Ende des Gebäudes. In die Mulde zieht die Stadtteilbibliothek, die sich bislang in der Aretzstraße befindet, für Jugendberufshilfe, Low Tec. Atelierhaus und Designmetropole entstehen Werkstätten, es gibt Proben- und Tanzräume für freie Theatergruppen. Teilweise wird eine Zwischendecke eingezogen – mit offener Galerie. Vom noch nackten Boden fällt der Blick auf ein zweites Schild – direkt über den Schienen: „Gleis 2 650 Volt“. Wie passend: Alle Verantwortlichen stehen förmlich unter Strom, um das umgebaute Depot mit Leben zu füllen.

Tanzprojekt des neuen Mieters Atelierhaus

Einziehen ins Stadtteilzentrum „Depot“ werden aus dem sozialen Sektor Low Tec/Bleiberger Fabrik, Kinderschutzbund, Jugendberufshilfe, Stadtteilbüro, Stadtteilbibliothek und Offene Tür. Hinzu kommen aus dem kulturell-kreativen Bereich das Atelierhaus Aachen, Förderverein Kulturschaffender Frauen, Designmetropole sowie die FH Maschinenbau und Theatergruppen.

Der Verein Atelierhaus Aachen veranstaltet am Samstag, 16. März, 18.30 Uhr, im früheren Straßenbahndepot das Projekt „Zwischen Boden und Kuppel“. In Kooperation mit der Compagnie Irene K. und der Offenen Tür Talstraße stellen Profitänzer und Jugendliche der OT einstudierte Tänze vor.

Ferner präsentieren Künstler des Atelierhauses Kunst-Installationen, die mit dem Ort in enger Verbindung stehen. Der Eintritt ist frei, Einlass ist ab 17 Uhr. Maximal 199 Besucher können an der Veranstaltung teilnehmen. Voranmeldungen sind möglich über die Mailadresse aha@westend.com oder 874527

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