Stolberger Schüler erfolgreich beim NRW-Landeswettbewerb

Von: Robert Flader
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Aachen/Stolberg. Klar, die Vorurteile sind beinahe so alt wie die Schule als grundlegende Bildungseinrichtung selbst: Wer sich schon als Kind oder Jugendlicher für Naturwissenschaften interessiert, der ist verdammt uncool.

Und als Mädchen ist das alles ja noch viel schlimmer, so die oftmals vorherrschende Meinung unter Gleichaltrigen. Doch die sind von Caroline Emonts und Leon Pfeifer eindrucksvoll widerlegt worden.

Beim NRW-Landeswettbewerb „Schüler experimentieren” haben die beiden Stolberger Schüler vom Inda-Gymnasium die Plätze zwei und drei belegt und das Gymnasium aus dem Aachener Süden damit zur erfolgreichsten regionalen Schule beim diesjährigen Landesfinale gemacht. Doch ziemlich cool so ein Ergebnis, oder? Eben!

In der Kategorie Biologie überzeugte die 13-jährige Caroline die Jury mit ihrer Arbeit zum Thema „Warum kugelt die Kugelakazie?” und wurde hervorragende Zweite. Auch wenn sie zugibt, auch auf den Platz ganz oben auf dem Siegertreppchen geschielt zu haben. „Aber bei der großen Konkurrenz ist das schon ein tolles Ergebnis”, so die Breinigerin, die wie ihr Mitstreiter Leon die Klasse 8e besucht.

Der 14-Jährige aus Venwegen wurde mit seinem selbstgebauten Luftkissenboot Dritter in der Kategorie Technik. Nicht nur Klaus Buschhüter, der Koordinator und Betreuungslehrer für „Jugend Forscht” am Inda-Gymnasium ist stolz auf seine beiden Jungforscher: „Es ist nicht gerade üblich, dass man sich in diesem jungen Alter so sehr für Naturwissenschaften interessiert und so viel Hingabe in solche Projekte steckt.”

Mit „Jugend Forscht”, dem Überbau von „Schüler experimentieren”, fördern Schulen Naturwissenschaften über den vom Bildungsministerium vorgeschriebenen Unterrichtsstoff hinaus. Das sei auch extrem wichtig, denn, so Buschhüter, erst durch solche Projekte gewännen die Schüler einen wirklichen Einblick in die jeweiligen Fachbereiche.

Theoretisches Wissen könne nur mit praktischer Arbeit wirklich gezielt weitergegeben werden. Dafür aber sei auch Eigeninitiative der Schüler gefragt. Das ließen sich Caroline und Leon nicht zweimal sagen, obwohl der Wettbewerb „Schüler experimentieren” den beiden monatelange Arbeit und viel Geduld abverlangte. „Auch wenn es mal Rückschritte gab, das gehört eben zur Forschung dazu”, weiß Leon.

„Zu solch einer Arbeit gehört eben unheimlich viel Akribie”, verdeutlicht Buschhüter. Caroline und Leon seien mit ihrer Einstellung und ihren Erfolgen auch Vorbilder für die anderen Schüler.

Um das Interesse von Jugendlichen an Naturwissenschaften stärker zu fördern, gibt es seit Anfang des Schuljahres auch ein neues Wahlpflichtfach am Inda, die „Junge Ingenieurs-Akadamie”. Keine Frage, dass Caroline und Leon hier natürlich auch dabei sind. „Unsere jungen Forscher wollen eben selbstständig lernen und sich nicht nur im Unterricht irgendwas vorschreiben lassen”, so Buschhüter weiter.

Ob mit der intensiven Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragen der Ökolgie einerseits und komplexen technischen Zusammenhängen andererseits schon Rückschlüsse auf den späteren Beruf gezogen werden können, sei noch nicht sicher. Aber die Tendenz geht schon in diese Richtung, wie Caroline und Leon lachend anmerken.

Durch Wettbewerbe wie eben „Schüler experimentieren” ließe sich auch ein Wandel in Bezug auf die Akzeptanz von Fächern wie Biologie, Chemie oder Physik unter den Schülern feststellen. Immer mehr Jungen und Mädchen würden anfangen, sich für Naturwissenschaften zu interessieren. Und das ist schließlich auch alles andere als uncool, finden nicht nur Caroline und Leon. Den besten Beweis dafür haben sie mit ihren Erfolgen ja gerade erst erbracht.
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