Stimmungstest: Olympia kann kommen, die Soers ist bereit

Von: Holger Richter
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Starker Auftritt: Beim Interview mit dem designierten Karnevalsprinzen Mike I. Foellmer ist es sowohl auf als auch vor der Bühne des Medienhauses voll. Der künftige Prinz und sein Hofstaat haben offenbar bereits viele Fans. Und die haben sie mitgebracht in die Soers. Foto: Harald Krömer

Aachen. Zugegeben, die Abstimmung war nicht wirklich repräsentativ. Aber, wenn es nach dem Publikum vor der Bühne des Medienzentrums des Medienhauses Aachen auf dem Turniergelände in der Soers geht, dann finden ebendort in einigen Jahren vielleicht tatsächlich Olympische Spiele statt.

Denn CHIO-Vermarkter Michael Mronz nutzte das Interview mit unseren Moderatoren Laura Beemelmanns und Tom Vogel auf der Bühne für einen kleinen Stimmungstest. „Möchten Sie, dass im Jahre 2032 hier in der Soers olympische Reitwettbewerbe stattfinden?“, fragte er die vielen Zuschauer vor der Bühne, die die Frage natürlich mit großem Applaus und Jubel bejahten.

Blick voraus ins Jahr 2032

Mronz war als Geschäftsführer der Aachener Reitturnier GmbH (ART) nur einer von vielen Interviewgästen, die sich am Soerser Sonntag das Mikro auf der Bühne des Medienhauses Aachen quasi in die Hand gaben. Gemeinsam mit Turnierdirektor Frank Kemperman und Oberbürgermeister Marcel Philipp plauderte Mronz über den CHIO, den Stellenwert des Turniers für Aachen und das diesjährige Partnerland Niederlande, doch der Sportmanager warf mit seinen Mitstreitern auch einen Blick voraus in das Jahr 2032. Für dieses Jahr hat er nämlich ein Konzept entwickelt, das Olympische Sommerspiele in 13 nordrhein-westfälischen Städten vorsieht. Und eine davon ist Aachen, wo in der Soers die Reitwettbewerbe und der Moderne Fünfkampf stattfinden könnten.

Es werde zwar immer schwieriger, Großveranstaltungen zu organisieren, sagte OB Marcel Philipp im Gespräch mit Laura Beemelmanns und Tom Vogel, aber Aachen bringe schon eine gewisse Erfahrung mit. Neulich war ja sogar schon die Tour de France da. „Wir freuen uns jedenfalls auf die Planungen, die anstehen“, sagte Philipp und fügte hinzu: „Wir sind gut vorbereitet.“ Das wäre der Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) sicher auch, denn „einen CHIO zu organisieren ist schwieriger als olympische Reitwettbewerbe“, sagte Turnierdirektor Frank Kemperman, der selbst schon bei einigen Spielen als Funktionär dabei war. „Was wir hier Jahr für Jahr in der Soers machen, ist weit mehr als eine Olympiade“, sagte der Niederländer.

Kein Wunder, beim CHIO nehmen in diesem Jahr beispielsweise 334 Sportler aus 27 Ländern mit 567 Pferden teil. Zählt man die Pferde aus dem Rahmenprogramm noch hinzu, sind mehr als 1000 Tiere in der Soers am Start. Und dazu erwartet der ALRV rund 350.000 Zuschauer.

30.000 davon waren am Sonntag beim traditionell kostenlosen Tag der offenen Tür in der Soers und strömten durch die Zeltstadt und Sportstätten. Dabei blieben viele auch immer wieder vor der Bühne des Medienzentrums – die sich mitten in der Zeltstadt unmittelbar neben Haupttribüne und Richterturm befindet – stehen und lauschten den Interviews, Gesprächen, nahmen an Aktionen und Gewinnspielen teil oder machten ein Foto in der Fotobox, die das Medienhaus Aachen erstmals aufgestellt hat.

Einen wahrhaft großen Auftritt legte Aachens designierter Karnevalsprinz Mike I. Foellmer hin – und zwar sowohl auf als auch vor der Bühne. Denn der künftige Narrenherrscher hatte seinen kompletten zwölfköpfigen Hofstaat plus Hofmarschall Thomas Jägerberg mit auf die Bühne gebracht, auf dem Platz vor dem Medienzentrum versammelte sich derweil ein bereits stattlicher Fanclub samt mehrerer Ex-Prinzen und Familienmitglieder des Hofstaats.

Im Interview mit Katharina Menne und Laura Beemelmanns erläuterte er auch sein Motto: „D‘r Öcher Bösch, deä bruucht sing Böüm, wie d‘r Fastelovvend sing Kengerdröüm.“ Karneval sei Brauchtum und Brauchtum müsse gepflegt werden, erklärte er, und dazu brauche man Nachwuchs. „Auch der Aachener Wald, also die Natur, muss gepflegt werden und zwar für unseren Nachwuchs.“ Und natürlich sei es auch sein eigener Kindertraum gewesen, einmal Aachener Karnevalsprinz zu sein. Doch so charmant unsere Moderatorinnen Beemelmanns und Menne auch fragten, von den künftigen Karnevalsliedern oder gar vom Prinzenspiel, das Prinz und Hofstaat bei seiner Proklamation im Januar aufführen werden, verriet Mike Foellmer nichts, außer: „Die Jungs sind heiß auf den Karneval.“

Voller Vorfreude auf den CHIO ist auch die neue Leiterin der Lokalredaktion der „Aachener Nachrichten“, Sarah-Lena Gombert. Die 31-jährige Journalistin hat Anfang Juni die Leitung des Aachener „Nachrichten“-Teams übernommen und erlebt gerade ihr erstes Weltfest des Pferdesports. Und doch weiß sie schon, dass der CHIO mehr als nur sportlich ist. „Das Turnier hat einen wirtschaftlichen Stellenwert für die Region, es ist außerdem ein gesellschaftliches Event, das wir sehr gut auch im Lokalteil der ,Nachrichten‘ darstellen können“, kündigte sie an. Und wie gefällt ihr der erste CHIO, wollte Moderator Tom Vogel wissen. „Toll“, antwortete sie. Vor allen Dingen „Pferd und Sinfonie“, das sie sich am Samstag gemeinsam mit ihrer Nichte angeschaut hat, habe ihr sehr gut gefallen. „Isabell Werth und Kazem Abdullah haben jetzt zwei Fans mehr“, sagte sie lachend.

Zwei Zugpferde

Viel gelacht und informiert wurde natürlich auch in den Interviews mit den weiteren Gesprächspartnern – sei es mit dem Intendanten des Das Da Theaters Tom Hirtz, den Vertretern des Deutschen Kuratoriums für Therapeutisches Reiten, der frischgebackenen Deutschen Meisterin der Para-Dressur Mara Meyer, dem Pfarrrer Hans-Georg Schornstein oder auch mit Christian Mourad, der Anfang September die Kurpark-Classix in Aachen veranstaltet.

Mourad hat in diesem Jahr mit den Fantastischen Vier und Stargeiger David Garret zwei besondere Zugpferde verpflichten können. Und das hat er nach eigener Aussage mit „permanenter Baggerei“ beim Management der Künstler geschafft.

Olympische Spiele in der Soers wären sicher auch ein riesiges Zugpferd für die gesamte Region. Edgar Hausen jedenfalls würde sich darüber sehr freuen. Der Besucher schenkte Michael Mronz vor unserer Bühne eine Original-Eintrittskarte der Olympischen Spiele in München 1972. Der Sportmanager hat sich sehr darüber gefreut.

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