Stimmgewaltiger Auftritt von Andreas Kümmert

Von: Ines Kubat
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Kümmert
Der ehemalige deutsche ESC-Kandidat Andreas Kümmert begann im Franz seine Deutschlandtournee. Foto: Ines Kubat

Aachen. Heute vor genau einem Jahr nahm Andreas Kümmert beim Vorentscheid für den ESC teil. Er stellte sich dem deutschen Publikum zur Wahl - und überzeugte. Die Mehrheit wollte ihn, den 2013-Sieger der Gesangs-Show „The Voice“, nach Österreich schicken. Doch Kümmert tat das, was keiner erwartet hätte: In der Live-Show gibt er das Teilnehmer-Ticket ab.

Was er Positives mitgenommen hat aus diesem Vorentscheid? „Dass das noch niemand vor mir gemacht hat“, erzählt Kümmert am Freitag nach dem Konzert in Aachen. Ganz offen spricht der 29-Jährige davon, dass ihn der ESC zwangsläufig weiterhin beschäftige – er sei Thema in der Therapie, die er mache. Im Oktober hatte er erklärt, warum er damals ausgestiegen war: Der Rummel um seine Person, der große Druck, aber vor allem Hasskommentare im Internet hätten ihm so sehr zugesetzt, dass er ausgestiegen sei.

Mittlerweile steht bereits seine Nachfolgerin fest, die 17-jährige Jamie Lee Kriewitz, die übrigens ebenfalls zuvor „The Voice“ gewonnen hat. Ein bisschen verfolge er auch ihre Entwicklung, habe beispielsweise einen Artikel über sie im Rolling-Stones-Magazin gelesen. „Da ist sie nicht so richtig gut bei weg gekommen. Aber im ,Rolling Stones' zu stehen – das ist ja auch schon was“, sagt der Sänger. Ob sie dem Druck gewachsen ist? „Ich hoffe sehr für sie, dass sie das schafft“.

Das Interesse an seiner Person sei zwar noch vorhanden, die Boulevard-Presse ließe ihn aber „zum Glück in Ruhe“. Stattdessen konzentriert sich der Sänger auf seine musikalische Karriere. Das Konzert im Aachener Franz, der Auftakt zu seiner Deutschlandtour , war bereits einige Tage zuvor restlos ausverkauft. „Ich war auf jeden Fall zufrieden mit dem Aachener Publikum“, sagt der Sänger im Nachhinein. Doch der Weg dahin war ein bisschen steinig: Denn obwohl das Publikum den Sänger begeistert begrüßte, war es doch in der ersten Hälfte vor der Pause etwa so beweglich, wie einbetonierte Streichhölzer.

Und der Sänger musste ordentlich kämpfen, damit der Funke übersprang. Und er kämpfte: Ob Schnulze, Rock- oder Soulnummer – der Sänger mit der markanten und kraftvollen Stimme legte all seine Leidenschaft in die Musik. „Es ist immer wieder beeindruckend, wie viel Energie er beim Singen entwickelt“, sagt auch Sebastian Bach, der den Musiker auf dem Keyboard begleitete.

Zusammen sind die beiden ein eingespieltes Duo, Bach ergänzte die sanften Akustik-Nummern immer wieder mit spannender Abwechslung wie Klavier-Soli im Funk-Style. Wenngleich Kümmert seine eigene Musik als Singer/Songwriter beschreibt, ist es doch ein großes Potpourri aus Rock, Soul, Akustik, Indie und Country – er selbst eine Mischung aus Joe Cocker, William Fitzsimmons und Eddie Vedder, mit der gewissen Extra-Portion „Kümmert“.

Immer wieder flachste der Sänger auf sympathische Weise mit seinen Fans, die ihn für seine authentische Art bejubelten und zum Dank irgendwann auch etwas mehr mitgingen. Denn sie schienen tatsächliche Fans zu sein, und nicht nur zu kommen, um den „ESC-Aussteiger“ einmal zu sehen: Viele kannten seine Hits des Albums „Here I am“ auswendig und stiegen vor allem bei den Liebesliedern schunkelnd mit ein. Ganz auf seiner Seite hatte Kümmert das Publikum, als der zweite Teil noch etwas flotter, und die Beine beweglicher wurden: Der Sänger setzte mit „Here I am“ zum Höhe- und Schlusspunkt an, und musste noch drei Zugaben spielen.

Mit dem „Rocket Man“-Cover hatte er schon bei „The Voice“ Jury und Publikum begeistert und auch im Franz wachten spätestens zum Swing-Hit „Fly me to the moon“ die letzten Zuschauer auf. „Vielen Dank für den tollen Abend in Aachen. Musik, die direkt aus dem Herzen kommt - so muss es sein“, ist nur einer der vielen positiven Kommentare von Konzertbesuchern, die Andreas Kümmert nach dem Konzert auf seiner Facebook-Seite lesen konnte.

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