Stimmen zur Wahl: In Aachen ist jetzt vieles möglich

Von: Wolfgang Schumacher, Thorsten Karbach und Matthias Hinrichs
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Schultheis/Schmidt
Trauer bei der SPD: Karl Schultheis und Ulla Schmidt bei der Wahlparty in der Aula der RWTH. Foto: Andreas Steindl

Aachen. OB-Wahl: Die CDU platziert den 38-jährigen Marcel Philipp. Stadtratswahl: Die CDU holt überragend viele Direktmandate, doch für eine Mehrheit im Rat reicht es für keine Partei. So werden ab Montag die Koalitionsverhandlungen beginnen - und vieles ist möglich.

Armin Laschet, CDU-Vorsitzender, rieb sich den Schweiß von der Stirne. „Wir haben schon gezittert. Das waren lange Stunden in der Fraktion. Schließlich war aber klar, dass Marcel Philipp es macht. Jetzt wird wichtig sein, dass wir eine stabile Ratsmehrheit bekommen. In der Stadt Aachen bricht mit Marcel Philipp ein neues Stück Stadtgeschichte an.”

Sabine Verheyen, Europaabgeordnete und Bürgermeisterin(CDU), wusste, dass alles gut ausgeht. „Das ist einfach Klasse! Als ich bei dem Gleichstand gesehen habe, welche Urnen noch ausgezählt werden mussten, da war ich sicher, dass der Marcel gewinnt. Ich war schon lange sehr zuversichtlich, die Resonanz war bestens.”

Rudolf Henke, CDU-MdL und Kandidat für den Bundestag, fand das ebenso einfach sensationell. „Wir haben die Monate hindurch viel gearbeitet, und es ist viel übergekommen. Aber morgen geht es schon weiter mit dem Bundestagswahlkampf. Wir werden die Stadt jetzt umdekorieren.”

Heiner Höfken, Fraktionschef der SPD, zeigte sich sehr enttäuscht vor allem vom Ratsergebnis seiner Partei. „Unser zweites Ziel haben wir aber erreicht, nämlich, eine schwarz-gelbe Koalition zu verhindern. Es wird sehr schwierig, jetzt eine stabile Mehrheit zu bilden. Unsere erste Überlegung geht in Richtung einer Ampel.”

Alexander Heyn, FDP-Parteivorsitzender, schließt für den Rat eine Ampel-Koalition nicht aus und meint zur OB-Wahl kurz und bündig: „Das war knapp. Unser Ergebnis im Rat ist das beste seit mehr als Jahren.”

Michael Rau, Fraktionssprecher Grünen im Rat, sagt zum Abschneiden von Hilde Scheidt als OB-Kandidatin: „Einfach nur genial.” Zum Abschneiden der Grünen im Rat sagte er: „Das ist phantastisch. Wir haben einmal mehr bewiesen, welch wichtige Rolle die Grünen in Aachen spielen. Bei mehr als 19 Prozent will man auch nicht von einem Wermutstropfen reden, obwohl das einzige Direktmandat im Frankenberger Viertel nicht verteidigt werden konnte. Jetzt reden wir mit allen, zuerst mit der SPD - und es geht nur um Inhalte.”

Claus Haase, SPD-Ratsherr, hätte sich natürlich ein besseres Ergebnis für die SPD gewünscht: „Insbesondere im Blick auf die OB-Wahl hätte mehr drin sein können. Dass es im Rat schwierig wird, war vorher klar. Eine Ampelkoalition halte ich für denkbar. Ich glaube, dass es einfach wäre, mit der FDP Politik zu machen als zum Beispiel mit der Linken.”

Petra Müller, FDP-Bundestagskandidatin, meinte freundlich: „Ich freue mich sehr für Marcel Philipp. Doch auch für Schultheis war das ein ehrbares Resultat.”

Kurt Malangré, ehemaliger CDU-Oberbürgermeister und Ehrenvorsitzender: „Ich freue michr richtig für Marcel Philipp. Aber auch sein Kontrahent Karl Schultheis hat ein ehrbares Resultat erzielt und ist nicht beschädigt worden. Das ist gut für die Stadt.”

Hans-Dieter Schaffrath, FWG, findet den Sieg von Marcel Philipp „absolut ok. Mit unserem Abschneiden bin ich absolut nicht zufrieden, wir werden nur einen Sitz haben”.

Ein neues Gesicht ist Friedrich Beckers (CDU), der den roten Wahlkreis Panneshopp einschwärzte: „Wir haben acht Wochen einen furiosen Wahlkampf gemacht, vor allem Sauberkeit und Sicherheit waren die Themen. Das hat gezündet.”

Sabine Rothe, Vorsitzende Junge Union, freute sich unbändig. „Wir haben phantastisch gekämpft mit dem Wahlkampfteam. Und wir wussten, dass es mit Marcel klappt. In der CDU gibt es momentan viele junge Leute. Deshalb passte ein junger OB-Kandidat gut.”

Harald Baal, Fraktionsvorsitzender der CDU im Rat, fand den langen Abend „sehr spannend. Wir haben alle sehr gekämpft. Und wir sind sicher, dass wir zu unserem OB Marcel Philipp eine entsprechende Mehrheit bekommen werden. Wir müssen überlegt verhandeln und uns nicht von Eitelkeiten drängen lassen.”
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