Stimmen gehört und dann das Haus demoliert

Von: Stephan Mohne
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Aachen. In Sachen „kuriose Einsätze” jat die Polizei derzeit einen regelrechten „Lauf”. Nach einem bemerkenswerten „Schnitzelklau” von Mittwochabend stand am Donnerstagnachmittag direkt der nächste auf dem Programm. Wenngleich dieser ungleich heftigere Folgen nach sich zog als jener im Restaurant.

Die Beamten waren von einer Anwohnerin des Reichswegs gerufen worden. Diese hatte sich über massiven Baulärm in dem Haus, in dem sie wohnt, beschwert. Als sich die Polizisten die Situation vor Ort anschauten, staunten sie sozusagen Bauklötze.

Bereits im Treppenhaus lag haufenweise Putz, der von den Wänden geschlagen worden war. Und als sie sich der Lärmquelle näherten, wurde die Sache immer heftiger.

In die Psychiatrie gebracht

Ein 22 Jahre alter Mann war nämlich gerade dabei, seine Mietwohnung mit Maschinengewalt zu zerlegen. Nun handelte es sich hier keineswegs um Auftragsarbeiten für einen Handwerker. Vielmehr stellte sich heraus, dass der junge Mann einer Art „Eingebung” folgte.

Will sagen: Er fühlte sich berufen, mittels Kreissäge und Bohrhammer ans Werk zu gehen. Folge: In der Wohnung türmte sich bereits der Bauschutt von eingerissenen Wänden.

Die Polizei orderte einen Rettungswagen und einen Notarzt zur Einsatzstelle, bereits ahnend, dass hier etwas ganz und gar aus dem Ruder lief. Offenbar ist der junge Mann psychisch krank.

Jedenfalls wurde er nach Begutachtung durch den Arzt in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Doch die Geschichte war damit längst noch nicht zu Ende. Die Polizisten riefen nämlich auch nach Fachleuten der Bauaufsicht.

Weitere Begutachtung am Freitag

Während die Beamten eine Kreissäge und zwei Bohrhämmer sicherstellten, übernahm das städtische Ordnungsamt die Einsatzstelle, bis Statiker Joachim Lelickens von der Bauaufsicht die „Baustelle” unter die Lupe nahm. Die Frage lautete nämlich: Ist das Haus überhaupt noch bewohnbar? Schließlich wohnen dort noch einige andere Mieter.

Am Ende des Tages wurde diese Frage noch nicht beantwortet. Vielmehr soll es am Freitag eine weitere Begutachtung geben. Der Schaden an dem Gebäude dürfte jedenfalls etliche tausend Euro betragen.
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