Aachen - Stimme der „Ladies in Black“ bei der EM

Stimme der „Ladies in Black“ bei der EM

Von: Hans-Peter Leisten
Letzte Aktualisierung:
6102313.jpg
Sprecher, Entertainer, Motivator: André Schnitker, bislang bei der Alemannia, künftig beim PTSV für die „Ladies in Black“ aktiv, moderiert im September die Spiele bei der Volleyball-Europameisterschaft. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Zeiten, in denen André Schnitker in die Trickkiste greifen musste, um seine (angebliche) Nervosität auszukontern, sind längst vorbei. Bei früheren Alemannia-Jahreshauptversammlungen trat er als damaliger Leiter der Volleyball-Abteilung ans Mikrofon und bat die Mitgliederschaft um Applaus nach jedem vorgetragenen Absatz.

Das würde ihm helfen, die richtigen Worte souverän zu finden. Was schon damals in Wahrheit alles andere als ein Problem war. Heute muss er selbst lachen bei der Erinnerung an seine ersten „Auftritte“ mit Mikro. Das Gerät ist längst zu seinem Markenzeichen geworden, denn wer einmal ein Spiel der „Ladies in Black“ in der Halle an der Neuköllner Straße verfolgt hat, der wird auch den Hallensprecher André Schnitker nicht übersehen und noch viel weniger überhört haben. Der Mann mit dem weißen Krollekopp ist das, was Robert Moonen bei den Alemannia-Fußballern im Tivoli ist: die Stimme einer Sportart.

Nicht vom Konzept abrücken

Aus dem einstigen Tiefstapler ist längst ein Sprecher von europäischem Format geworden. Eine Tatsache, die der bescheidene Aachener so nie selbst formulieren würde, die aber nachweislich stimmt – denn Schnitker ist einer der Sprecher der Volleyball-Europameisterschaft in Deutschland und der Schweiz. Ab 6. September erlebt der Sprecher, der in der kommenden Saison die „Ladies in Black“ auch unter der Federführung des Post-Telekom-Sportvereins begleitet, sein persönliches Highlight als Sprecher auf EU-Ebene. „Ein riesiges Angebot, auf das ich nicht hingearbeitet habe“, kommentiert er kurz. Und freut sich ganz offensichtlich gewaltig. Von seinem Konzept, das sich im Laufe der vergangenen Jahre herauskristallisiert hat, will er dabei keinesfalls abrücken.

Denn auch das sind Merkmale des Hallensprechers André Schnitker: ein guter Gastgeber sein, einen fairen Hallensprecher abgeben und dafür sorgen, dass die gegnerischen Teams immer wieder gerne zurückkommen. Zwei dieser drei Aachener Kriterien sollen bei den Vorrundenspielen in Halle in Westfalen ziehen, bei denen Schnitker als sogenannter Backup fungiert, wenn der Sprecher ausfällt.

Bei den Achtel- und Viertelfinalspielen am 10./11. September hat der Aachener Sprecher dann sozusagen alleiniges Stimmrecht. Zu dieser Ehre ist er über Michael Wippermann gekommen. Der betreibt die Movotion-Sportentertainment-Agentur und kennt den Aachener seit zehn Jahren. „Ich habe mit André sehr gute Erfahrungen gemacht. Seine Moderationen sind wunderbar, er schafft eine sympathische Beziehung zum Publikum.“ Schnitker gehört zu Wippermanns Pool an freien Mitarbeitern, aus dem auch die Teams des Deutschen Volleyball-Verbandes bestückt werden.

Es ist nicht das erste Engagement des Aacheners auf höherer Ebene. Er ist bereits länger Sprecher des Moerser Sportclubs in der 1. Herren-Volleyballbundesliga. Zudem hat er Ende Mai dieses Jahres das Länderspiel Deutschland gegen Frankreich kommentiert und Anfang März das deutsche Pokalfinale in Halle – vor über 10.000 Zuschauern.

Das macht final resistent gegen jede Form von Nervosität. Auch wenn es darum geht, möglicherweise die türkischen oder auch bulgarischen Spielerinnen in der Landessprache anzukündigen. „Freut Euch auf diesen Hallensprecher“, soll Karolina Bednarova, tschechische Nationalspielerin in Reihen der „Ladies in Black“, ihren neuen Mitspielerinnen gesagt haben. Damit bezieht sie sich wieder auf den Bundesliga-Alltag in Aachen, der ab Herbst dennoch wieder von außergewöhnlichen Stimmung an der Neuköllner Straße geprägt sein wird. Auch wegen dieser Stimmung soll sich der Vorstand der Deutschen Volleyball-Liga für den Verbleib der sportlich abgestiegenen Aachenerinnen in Liga eins ausgesprochen haben. Und André Schnitker hat seinen Verdienst daran. Auch wenn der bescheidene Sprecher dies nie von sich behaupten würde.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert