Aachen - „Stiller Held“ kümmert sich um die Integration

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„Stiller Held“ kümmert sich um die Integration

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
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Ehre, wem Ehre gebührt: Nurhan Karacak erhielt aus den Händen des „Eurotürk“-Vorsitzenden Reiner Bertrand und unter den Augen des Ehrenvorsitzenden Hans-Josef Thouet und Oberbürger Marcel Philipp den diesjährigen „Stille-Helden-Preis“. Foto: Ralf Roeger

Aachen. In herzlicher, freundschaftlicher Atmosphäre begegneten sich am Wochenende Mitglieder und Freunde der deutsch-türkischen Gesellschaft Eurotürk sowie des türkisch-deutschen Freundeskreises Hür Türk.

Neben Oberbürgermeister Marcel Philipp vertraten zahlreiche Gäste die Fraktionen des Stadtrats und der Städteregion, galt es doch, sowohl das 25-jährige Jubiläum der beiden bilateralen Vereinigungen zu feiern, vor allem aber einen Helden – einen „stillen Helden“ – zu ehren. Noch war sein Name unbekannt , und das Geheimnis wurde erst durch die Laudatio gelüftet, die Ehrenmitglied Honorarkonsul Hans-Josef Thouet hielt. So waren die Blicke anfangs auch noch nicht auf jenen Mann konzentriert, der sich durch eine herzliche, Vertrauen erweckende Art und ein freundliches Lächeln auszeichnete.

„Ein Held ist ein außergewöhnlicher Mensch, ausgezeichnet durch kühne Taten oder herausragende Fähigkeiten, die zu besonderen Leistungen, sogar zu Heldentaten führen“, beschrieb der Laudator den zu Ehrenden und gab dann erst unter anhaltendem Beifall der Anwesenden den Namen bekannt: Nurhan Karacak. Der 57-Jährige erhielt sodann aus den Händen Thouets und des Eurotürk-Vorsitzenden Reiner Bertrand den „Stille-Helden-Preis“ 2014, der damit bereits zum neunten Mal vergeben wurde.

Förderklassen-Konzept

Der Preisträger ist heute Geschäftsführer der gemeinnützigen Sprachenakademie GmbH in Aachen. Er wurde 1957 als Kind armenisch-stämmiger Eltern in Istanbul (Türkei) geboren. „Per Kaiserschnitt in einem deutschen Krankenhaus. Damit wurde mir das Deutsche quasi in die Wiege gelegt“, erzählt Karacak lachend – und auch, dass sein Großvater in der Deutschen Botschaft gearbeitet habe, den er oft besuchte.

Die Deutsche Schule in Istanbul schloss er mit dem Abitur ab, begann Ende der 1970er Jahre sein Studium der Architektur und Kulturwissenschaften an der RWTH Aachen und wirkte danach als Dozent für Deutsch als Fremdsprache vorwiegend an der Volkshochschule. Parallel entwickelte er das Konzept für Förderklassen von Quereinsteigern an Hauptschulen. Er gehörte 2001 zu den Gründern der gemeinnützigen Sprachenakademie Aachen, die heute mit 185 Mitarbeitern und über 10.000 Teilnehmern jährlich der größte Integrationskursträger ist.

Das von ihm entwickelte Projekt „Chancen eröffnen – Begabungen fördern – Solidargemeinschaft gestalten“ wurde 2011 von der Bertelsmann-Stiftung in die Liste „Best-Practice-Projekte“ aufgenommen. Von seinen zahlreichen sozialen und kulturpolitischen Initiativen sei hier noch die Bildungserstberatung für Migranten erwähnt. „Der Preisträger ist einer, den ich fragen würde, wenn es um Projekte geht“, erkannte auch Aachens OB Philipp die Verdienste Karacaks an.

300.000 Euro übergeben

In einem Rückblick auf die 25-jährige Geschichte von Eurotürk erinnerte Reiner Bertrand unter anderem an das Erdbeben 1999 in der Türkei. „Wir haben damals 17 Lkw mit Hilfsgütern geschickt sowie 300.000 Euro übergeben. Damit wurde dort ein Aachen-Haus gebaut, in dem heute zwölf Familien leben“, so der Vorsitzende.

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