Aachen - Stille Momente und lautes Geknatter auf dem Katschhof

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Stille Momente und lautes Geknatter auf dem Katschhof

Von: Ricarda Timm
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Hingucker auf dem Katschhof: Nicht nur die 300 Biker zogen am Samstag die Blicke vieler Passanten auf sich. Auch Domprobst Manfred von Holtum, der die Mottoräder und ihre Fahrer segnete, in Bikerkluft ist ein eher seltener Anblick. Foto: Rald Roeger
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Und auf geht‘s: Nach der Segnung fuhr Domprobst die erste Etappe auf dem Motorrad von Walter Herwartz-Emden mit. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Aufbrausend waren hier höchstens die ein oder anderen Motoren, ansonsten herrschte auf dem Katschhof am Samstagmorgen familiäre Stimmung, als ein Bike nach dem anderen auf seinen Platz fuhr.

Ungefähr 300 Teilnehmer der diesjährigen Eifeltour standen (selbstverständlich mit Maschine) in Reih und Glied hinter dem Dom, bevor es gemeinsam in die Messe im Dom ging und bevor die Gefährte für die beinahe 300 Kilometer lange Strecke gesegnet wurden.

Das rege Treiben wurde von vielen ehrenamtlichen Helfern begleitet: Einweiser der Verkehrskadetten sorgten für Ordnung auf dem Katschhof. Die Johanniter standen für alle großen und kleinen Notfälle parat. Hauptorganisator der Biker-Messe ist die Firma Kohl Motorrad mit Geschäftsbereichsleiter Walter Herwartz-Emden und seinen Kollegen.

Das Leder knartscht im Münster

Die Eifeltour 2015 begann also mit stillen Momenten und lauten Geknatter. „Das Motorradfahren ist ja doch eine gefährliche Sportart“, erklärt Torsten Thönis von Kohl Motorrad. „Vor allem wenn andere Fehler machen. Viele von den Fahrern sind gläubig und nach solch einer Messe und der Segnung der Motorräder fährt man dann sicherer.“

Während des Gottesdienstes herrschte eine besondere Stimmung im Münster. Man hörte leise das ledriges Knartschen und ab und zu bekam der Besucher auch den Ledergeruch der Monturen in die Nase. Die Fahrer kamen keineswegs nur aus der Region. Die Motorradsegnung ist bekannt und beliebt in der Szene: Aus ganz Nordrhein-Westfalen, Belgien und den Niederlanden kamen die Biker nach Aachen. Einige, die das erste Mal das Unicef-Weltkulturerbe betraten, waren ganz ergriffen beim Anblick der Mosaiken im Dom. Während der Messe erklärt Dompropst Manfred von Holtum die Darstellung Jesu oben an der Decke des sakralen Baus. „Schau nicht auf unser Scheitern, sondern erbarme Dich und bewahre uns vor Unfällen“, erbittet von Holtum.

Nach der Messe wurde jedes einzelne Motorrad gesegnet. Dompropst von Holtum schien sich in voller Bikermontur und Stola sichtlich wohl zu fühlen. Denn nach der Segnung ging es auch für ihn in den Sattel. Die erste Etappe wollte er mit dabei sein. Allein aus Solidarität. Aufgeregt sei er nicht, er habe ja mit Organisator Herwartz-Emden einen sehr sicheren Fahrer. Entstanden war die Kooperation während der Heiligtumsfahrt im vergangenen Jahr.

Nach der Begeisterung über die erste Motorad-Wallfahrt, hatte man Kontakt gehalten und die Idee für die nun siebte Eifeltour im Kopf behalten. Die große Gruppe fuhr gemeinsam mit erfahrenen, ehrenamtlichen Führern in 27 Kleingruppen von ungefähr zehn Bikern. Eingeteilt in Anfänger und Fortgeschrittene und nach den Kapazitäten ihrer Fahrzeuge konnte jeder im Vorfeld „seine“ Gruppe wählen. So wurde es für alle Beteiligten ein rundum erfüllender Samstag.

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