Aachen - Stiftung fragt: Was sagen Schüler zu Frieden?

Stiftung fragt: Was sagen Schüler zu Frieden?

Von: Stefan Herrmann
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Aachen. Es ist ein außergewöhnliches Jahr für Aachen: Zahlreiche Veranstaltungen finden zu Ehren Kaiser Karls statt, daneben Heiligtumsfahrt und Kommunalwahl. Klassiker wie CHIO und Karlspreis stehen sowieso auf dem Programm.

Aber ebenso ist 2014 ein Jahr des Gedenkens: zum einen an den Beginn des Ersten Weltkriegs 1914, zum anderen an das Ende des Zweiten Weltkriegs in Aachen im Jahr 1944. Zu Letzterem plant die Bürgerstiftung Lebensraum Aachen derzeit ein großes Projekt unter dem Titel „70 Jahre Frieden und Freiheit in Aachen“. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Doch an einer Stelle hakt es noch: Die Initiatoren um den Stiftungsvorsitzenden Hans-Joachim Geupel wollen möglichst viele Aachener Jugendliche mit ins Boot nehmen. Daher startet die Stiftung einen weiteren Aufruf, denn bisher hat sich bedauerlicherweise keine Schule oder Klasse gemeldet.

„Wir wünschen uns, dass sich möglichst viele junge Menschen mit dem Thema Frieden und Freiheit auseinandersetzen“, sagt Geupel. Die Stiftung ist dabei, ein Buch zum Thema aufzulegen. Dort kommen 15 Zeitzeugen zu Wort und berichten, wie das Leben in den letzten Kriegstagen in Aachen ausgesehen hat. Zudem werden Peter Quadflieg und Dr. René Rohrkamp eine historische Aufarbeitung der Ereignisse im Herbst 1944 in Aachen beisteuern. Erste Infos hierzu stehen bereits im Internet unter www.freeaachen44.de bereit. Seit kurzem kann man sich dort einen informativen Film über die letzten Kriegstage in Aachen anschauen.

Am 21. Oktober 1944 befreiten Alliierte Streitkräfte mit Aachen die erste deutsche Großstadt von der Nazi-Herrschaft. Damals übermittelte Oberst Wilck, der letzte Kampfkommandant der Kaiserstadt, die Kapitulation. Der erste Schritt Richtung Frieden, Freiheit und Demokratie war getan. An all dies möchte die Bürgerstiftung in diesem Jahr erinnern.

Aachens US-amerikanische Partnerstadt beteiligt sich ebenfalls am Projekt: „Wir haben bereits Zusagen von Schülern aus Arlington, die darüber berichten möchten, was für sie Frieden und Freiheit bedeutet“, berichtet Geupel. „Nun fehlen uns noch die Aachener Schüler.“ Die Bürgerstiftung freut sich über jede Schule, Klasse oder auch einzelne Schüler, die mitmachen wollen. Welche Bedeutungen hat das Thema „Frieden und Freiheit“ für Schülerinnen und Schüler heute? Darum geht‘s – eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart schaffen. Tatkräftig unterstützt wird das Lebensraum-Projekt zu 70 Jahren Frieden und Freiheit auch von der Volkshochschule. Ebenso dabei ist die Stadt, der Geschichtsverein und weitere Akteure, die mithelfen, die Erinnerung an die Befreiung Aachens und ihre Auswirkungen bis in die heutige Zeit hochzuhalten.

Die Bürgerstiftung lädt am 21. Oktober 2014 schließlich zu einer Veranstaltung in den Ballsaal des Alten Kurhauses ein. In drei Gesprächsrunden kommen Zeitzeugen, Politiker und junge Menschen zu Wort, um darüber zu diskutieren, was für sie 70 Jahre Frieden und Freiheit in Aachen bedeutet.

Mit dem breit aufgestellten Programm möchten Geupel und seine Mitstreiter eine Vorreiterrolle einnehmen: „Wir hoffen, dass dieser Anstoß auch über die Grenzen Aachens hinaus Nachahmungen findet, denn der Zweite Weltkrieg endete in den meisten Städten Deutschlands bekanntlich bis zu sieben Monate später“, sagt er.

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