Aachen - Stiche auf Kioskbesitzer als Mordversuch angeklagt

Stiche auf Kioskbesitzer als Mordversuch angeklagt

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Er sollte früh aus der Kölner JVA kommen. Als der Angeklagte dann mit einiger Verspätung in den Gerichtssaal geführt wurde, huschte ein leichtes Lächeln über sein Gesicht.

Seine Eltern saßen im Saal und warteten auf den Sprössling, der sich seit Freitag vor der Großen Jugendkammer am Aachener Landgericht verantworten muss.

Spätestens bei der Anklageverlesung durch die Staatsanwältin dürfte allen in der Familie das Lachen vergangen sein. Der Angeklagte, der in Würselen wohnte und die ihm zur Last gelegten Taten in Aachens Ostviertel begangen haben soll, werden schwerste Delikte wie versuchter Mord, schwere räuberische Erpressung sowie versuchter Diebstahl in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vorgeworfen. Das ist für einen 18-Jährigen ein langes Register.

Er soll am 2. Februar gegen 22.20 Uhr mit der Absicht in den Kiosk in der Viktoriastraße gegangen sein, dort die Kasse auszurauben. Als der Besitzer sich wehrte, kein Geld herausgeben und dazu noch den Räuber festhalten wollte, holte der Angeklagte „ein Springmesser hervor und stach sechs Mal zu”, so die Anklageschrift. Dann flüchtete er. Da die Tat zur Verdeckung einer Straftat begangen wurde, gilt der Angriff als Mordversuch.

Morgens schon geprügelt

Der Kioskbesitzer, hieß es weiter, habe zwei lebensgefährliche Stiche in den Unterbauch bekommen, ein Stich prallte von der Rippe ab und einer zielte in Richtung seines Herzens. Das Opfer konnte nur durch eine schnelle Operation gerettet werden. Am Morgen des gleichen Tages soll der mutmaßliche Täter mit zwei weiteren Kumpeln bereits den Adalbertsteinweg unsicher gemacht haben. Hier schlugen und traten sie laut Anklage zu Dritt auf ein jugendliches Opfer ein, das dem Angeklagten noch etwa 30 Euro schulden sollte. Das Opfer erlitt Wunde im Gesicht, ein Zahn wurde ihm ausgeschlagen.

Angesichts ähnlich brutaler Vorfälle wie etwa der mutmaßlichen Tötung des mutigen Beschützers Dominik Brunner in München-Solln durch zwei Jugendliche bis zu einer wahren Flut von ähnlich- bis gleichgelagerter Aachener Fälle, die das hiesige Schwurgericht und die Jugendkammern zu verhandeln hatten, wird diesem Verfahren wahrscheinlich eine besondere Aufmerksamkeit zu Teil werden.

Der nächste Verhandlungstag ist der 13. August. Dann startet das Verfahren voraussichtlich mit einer Einlassung des Angeklagten. Verteidiger Dirk Bach kündigte an, sein Mandant werde sich zu seiner Person und zu der Tat äußern.
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