Steinbrücke aus dem Mittelalter entdeckt

Von: mh
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Heute Neupforte, früher Standort eines großen Tores in der Barbarossamauer: Auf der Baubrache an der Ecke Seilgraben legen die Archäologen derzeit Teile einer rund 800 Jahre alten Torbrücke frei. Foto: Jaspers

Aachen. Die Grabungen am Zeitungsmuseum in der Pontstraße sind noch nicht beendet, da werfen die Archäologen des Dürener Grabungsunternehmens Goldschmidt mehr als ein Auge auf eine aktuelle Baustelle, die nur wenige Meter entfernt liegt.

Auf der schmalen langjährigen Baubrache an der Neupforte, Ecke Seilgraben, sind bei den Erdarbeiten zur Errichtung eines Neubaus in etwa 90 Zentimetern Tiefe Teile einer spätmittelalterlichen Torbrücke freigelegt worden, über die dereinst Legionen von Handelsleuten Richtung Marktplatz gezogen sein dürften.

„Wir gehen davon aus, dass die gemauerte Brücke über den heutigen Grabenring hinweg zur Barbarossamauer geführt hat, die direkt nebenan liegt”, erklärte Grabungsleiter Hans Glasmacher am Mittwoch vor Ort. Ebenso wie die berühmte Wehranlage dürfte das Bauwerk im späten 12. oder dem frühen 13. Jahrhundert errichtet worden sein, glauben die Experten.

Und zwar mit erheblichem Aufwand: Aufgrund einschlägiger Quellen vermuten die Archäologen, dass die Brücke mindestens 20 Meter lang und fünf bis sieben Meter tief ist. Über ihre Breite erhoffen sie sich durch weitere Grabungen genauen Aufschluss. Bis Mittwoch war nämlich lediglich ein kleiner Teil einer Außenwand freigelegt worden.

„Zudem sind wir bei den Ausschachtungen auf Fundamente zweier Wohnhäuser aus dem 17. oder dem 18. Jahrhundert gestoßen”, berichtete Projektleiter Klaus Bloch.

Im Auftrag eines Privatinvestors soll auf dem kleinen Citygrundstück ein Wohn- und Geschäftshaus errichtet werden.
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