Aachen - „Steinbruch des Wissens“ wird neu sortiert

„Steinbruch des Wissens“ wird neu sortiert

Von: Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Wie kann sich die Stadt als Hort des Wissens und der Wissenschaften langfristig noch besser positionieren? Die Frage beschäftigte die Politiker im Kulturausschuss sowie im Betriebsausschuss für Theater und VHS jetzt in vielen Facetten.

Zahlreiche Ideen und Konzepte zur besseren Vernetzung wichtiger Institutionen einerseits, zur Festlegung gemeinsamer Marschrouten im Gleichschritt mit den Hochschulen andererseits standen dabei im Mittelpunkt.

Mit reichlich Lob bedachten die Mandatsträger ein neues Positionspapier der Verwaltung zur räumlichen Zusammenlegung von VHS und Stadtbibliothek – auch wenn, apropos Position, derzeit noch völlig unklar ist, wo genau ein solches „Haus des Wissens“ angesiedelt werden könnte. Zumal der Wettbewerb zur Umgestaltung des Bushof-Komplexes, in dem die VHS den größten Teil ihrer über 10.000 Quadratmeter umfassenden Aktionsfelder konzentriert hat, längst nicht gestartet ist. Dass die beiden Flaggschiffe in Sachen lebenslanges Lernen unter einem Dach von reichlich Synergieeffekten profitieren könnten, liege indessen auf der Hand, befanden die Politiker unisono. So könnten Gruppenräume gemeinsam genutzt, Plätze zur individuellen Recherche miteinander verwoben werden.

Kurze Wege in Sachen Beratung und Service wären garantiert. Im Ganzen müsste das neue Bildungszentrum allerdings stolze 20.000 Quadratmeter umfassen, kalkuliert die Verwaltung. Hinzu käme ein Medienzentrum mit nochmals 250 Quadratmetern Fläche. Überdies wäre ein multifunktionaler Saal für Konzerte, Konferenzen oder Lesungen, in dem 500 Menschen Platz fänden, ideal. Zukunftsmusik mit hohem „kompositorischem“ Anspruch, versteht sich – aber darstellbar: Kulturdezernentin Susanne Schwier berichtete von einem durchaus erfreulichen Arbeitsbesuch in Bonn, wo ein gemeinsames „Haus der Bildung“ bereits Gestalt angenommen hat.

Laser-Nächte und ein Autokino

Letzteres gelte längst auch für die gedeihliche Zusammenarbeit zwischen städtischen (Kultur-)Einrichtungen und Hochschulen, wie die Fraktionen angesichts der Fülle bereits bestehender beziehungsweise ins Auge gefasster Kooperationen konstatierten. Mit gemeinsamen Ausstellungs- und Forschungsprojekten unter maßgeblicher Beteiligung der großen Museen und des Stadtarchivs sowie einer Vielzahl spannender Events könnten zahlreiche moderne Magnetfelder in Sachen Forschung und Freizeit erschlossen werden, so der Tenor.

Beispielhaft werden im Papier der Verwaltung etliche mögliche „Formate“ genannt, etwa eine Veranstaltungsreihe unter dem Titel „Helle Nächte“, mit der die Altstadt durch Laserprojektionen in buchstäblich neues Licht gerückt werden könnte, oder die Einrichtung eines modernen Autokinos in TH-Werkstätten für Elektromobile oder auch eine spektakuläre Modepräsentation mittels Robotertechnik – wobei die Realisierung allerdings mit jeweils mehreren 10.000 Euro zu Buche schlüge. Eine Vielzahl neuer Brücken könnten zudem mit etlichen Kooperationen zwischen Stadtbibliothek, Museen, Theater auf der einen und Hochschulen auf der anderen Seite gebaut werden. Etliche Ideen sollen auf der Basis teils bereits bestehender Netzwerke zwischen den Institutionen jetzt konkretisiert werden, unterstrich Olaf Müller, Leiter des städtischen Kulturbetriebs: „Wir haben hier sozusagen einen kreativen Steinbruch vor uns, aus dem wir in Zukunft noch eine Menge herausfiltern können.“

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