Aachen - Stawag-Music-Award: Hitverdächtig sind sie längst alle

Stawag-Music-Award: Hitverdächtig sind sie längst alle

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Folk und Pop in ungewöhnlicher Besetzung: Waiting for the Winter bauen auch auf akustische Überraschungseffekte. Foto: Bettina Begner
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Alternative-Metal im frischen Gewand: Die junge Band Prism hat sich erst in diesem Jahr gegründet. Foto: Miriam Sander
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Präsentieren eine energiegeladene Mischung aus Rock, Rap und Funk: MoFo & the Sexy Humans. Foto: Katerina Streitsova
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Afropop aus berufenem Munde: SIR T arbeitet bereits am dritten Album. Foto: David Grzeschik
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Rappend unterwegs zwischen unterschiedlichsten Kulturen: Gandho & Emilid. Foto: Gandho

Aachen. Dieser spätsommerliche Bühnenreigen wird in jedem Fall wieder „very special“: Fünf junge Bands geben sich beim Stawag-Music-Award, präsentiert von unserer Zeitung, kommenden Sonntag um 16 Uhr die Ehre auf der Bühne am Markt.

Die jungen Autoren unseres Schul- und Medienprojekts „Texthelden“, Leon Kirschgens, Paula Schönfelder, Cosima Ermert, David Grzeschik und Bettina Begner, stellen sie vor, bevor der Startschuss zum Finale im Wettbewerb um die besten Nachwuchskünstler fällt.

Viele Zufälle kamen zusammen, damit sich die Wege von Gandho & Emilid kreuzen konnten: Walid Ndaruhutse, geboren in Ruanda, kam Anfang 2015 nach Aachen und tauchte schnell in die Musikerszene ein. Gandho Sylla stammt aus Guinea. Schnell gründeten sie ihre Band, zu der noch zwei weitere Jungs an Gitarre und Keyboard gehören, und Walid gibt sich den Künstlernamen „Emilid“. Erfahrungen und Alltag in einer gänzlich neuen Kultur sind die Themen, über die Walid und Gandho rappen.

Oft geht es um Alltägliches, um Familie, Freundschaft, Liebe. „Jusqu‘au bout“ lautet ihr erster und erfolgreichster Song – „Bis zum Ende“. Vom Dranbleiben und vom Weitermachen handelt er, vom Scheitern und wieder Aufstehen in einer Welt, in der man nichts geschenkt bekommt.

Den ersten Platz zu gewinnen, würde bedeuten, ihre Songs professionell im Studio aufnehmen und dazu ein Video drehen zu können. Doch so sehr das Singen ihre Leidenschaft sein mag, so sind sie doch beide der Meinung, erst einmal auf ein gutes Studium und einen sicheren Job zu setzen. „Gandho & Emilid“ wollen das Lebensgefühl einer jungen Einwanderergeneration auszudrücken, die in Deutschland nach einer Perspektive sucht.

Sie kommen aus ganz verschiedenen Teilen Europas, doch Aachen ist ihr gemeinsamer Nenner: MoFo & the Sexy Humans sind so international wie ihre Musik. Die vier Musiker spielen schon seit zwei Jahren zusammen. So bunt gemischt wie ihre Herkunft ist auch die Sprache der Band. Die meisten Texte sind auf Deutsch oder Englisch.

Da Gitarrist Thomas aus Frankreich und Pavlo, der Bassist, aus der Ukraine kommt, sind auch Passagen auf Französisch und Russisch nicht selten. Komplett wird das Quartett mit Schlagzeuger Raphael und Sänger Alex. Aus dieser bunten Truppe entsteht eine energiegeladene Mischung aus Rock, Rap und Funk.

Ihre Vielfalt und auch Unterschiede, wie sich die Kreativität der Musiker im Proberaum und auf der Bühne ausdrückt, mache die Band so besonders, da sind sich die vier Mitglieder einig. Durch die verschiedenen auch kulturellen Einflüsse und Idole bekommt der Zuhörer dadurch einen ganz besonderen, individuellen Musikstil zu hören.

Die Alternative-Metal-Gruppe Prism besteht aus dem Sänger Martin, dem Gitarristen Daniel, dem Bassisten Fabian und Drummer Simon. Fabian, Daniel und Martin haben bereits 2009 ihre erste Band gegründet. Seitdem waren sie in mehreren Projekten aktiv. Simon sammelte erste Banderfahrungen 2010 mit einem lockeren Punk-Projekt. Mittlerweile hat er in Bands verschiedener Richtungen mitgewirkt, zuletzt als Drummer der Metalcore-Gruppe As I Rise. Prism besteht jedoch erst seit April 2017.

„Jeder von uns hat nach und nach seinen eigenen Stil entwickelt. Wir kannten einander schon seit einiger Zeit und haben die musikalische Arbeit der anderen verfolgt“, erzählt Sänger Martin. Ende 2016 haben sich die Jungs dann zusammengesetzt und über die Idee „Prism“ gesprochen. „Wir wollten etwas Neues erschaffen. Etwas, das uns selber nicht nur viel Spaß macht, sondern uns auch fordert und über unseren persönlichen musikalischen Tellerrand blicken lässt“, sagt Daniel.

Freuen dürfen sich die Zuschauer auf groovige Parts zum Tanzen und Bewegen, Ohrwurm-Refrains zum Mitsingen und ein paar härtere Passagen, bei denen es gern wilder zugehen darf. Zwischendrin gibt es auch mal ruhigere Stellen und ein paar progressiv anmutende Elemente. „Es sollte also für jeden etwas dabei sein“, hofft Fabian.

Das Projekt, an dem SIR T, alias Yaovi Kpodo, gerade arbeitet, ist für ihn ein ganz besonderes. Der Musiker möchte zum ersten Mal einen Song auf Deutsch herausbringen. Bislang hat er nur auf Englisch, Französisch und Ewe, einer Sprache, die man in Togo spricht, produziert. SIR T wurde im westafrikanischen Staat Elfenbeinküste geboren.Seit fünf Jahren lebt er in Aachen.

Zum ersten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs will SIR T dabei den Afro-Pop auf die Marktbühne bringen. Zwei Alben hat er bereits herausgebracht, an einem dritten arbeitet er gerade. Angekommen in Aachen, trat er einer Band bei, die er nach einiger Zeit wieder verließ. Inzwischen hat er sich eine neue Musikergruppe zusammengestellt und probt regelmäßig mit ihr. Beim Stawag-Music-Award möchte er aber als Solo-Künstler antreten.

Wenn Marlon, Sänger und Songwriter von Waiting for the Winter, einem begegnet, hat man eher das Gefühl, dass die Sonne aufgeht. Ein wenig hibbelig und stets gut gelaunt wirkt der Gründer der Gruppe. Drummer Yorick war der Erste, der ihm den Weg vom Solo-Interpreten zur Band ebnete. Als Marlon einmal im Musikbunker Supporting-Act für die Gewinner des 10. Stawag-Music-Awards 2013, Lights Out, war, kam Yorick direkt auf ihn zu. Im letzten Jahr hatte Marlon die Möglichkeit, beim Eupen Musik Marathon aufzutreten.

Diese große Bühne brauchte seiner Meinung mehr als eine Stimme und eine Gitarre. Also fragte er herum, bis die Band stand: Chiara, die zweite Stimme, spielt zudem Metallophon und Gitarre und kennt Marlon schon lange. Für Cellist Gregory bedeutet Waiting for the Winter besonders viel: „Als Cellist spielt man sonst nur in Ensembles, und dann auch nur Klassik. Wenn man in einem großen Orchester mal fehlt, dann fällt das niemandem auf. Bei der Band ist das was anderes. Man kann sich richtig austoben“, sagt er.

Bassist Achim macht aus der Kombo eine „Semi-Acoustic-Folk-Pop“-Band. „Und Marlons Hemd bringt dann noch den Indie-Touch rein“, witzelt Yorick über das bunte, mit zahlreichen Mustern versehene Vintage-Hemd des Sängers. Genauso bunt wie Marlons Hemd ist die Band eben selbst.

Nun also sind neben fünf exzellenten Kombos Fans und Jury gefragt – und wer nicht live dabei sein kann, hat die Möglichkeit, bei uns per Live Stream auf der Couch mitzufiebern.

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