Stawag: Kooperation im Vorwärtsgang

Von: Berthold Strauch
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Dr. Peter Asmuth macht´s vor: Der Stawag-Chef schwingt sich in Essen auf einen Elektroroller. Sein Duisburger Kollege Dr. Hermann Janning (r.) muss bald nicht mehr zuschauen. Ihm „assistierte” Michael Gessner, Leiter der Abteilung Energie, Klimaschutz und Bergbau des NRW-Wirtschaftsministeriums. Foto: Berthold Strauch

Aachen/Essen. Den passenden Rahmen hatten sich der Aachener Energieversorger Stawag und die Kollegen von der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV) für die Verkündigung ihrer neuen Zweisamkeit ausgesucht: Auf der Fachschau „E-World, Energy & Water” auf dem Essener Messegelände stellten die beiden Unternehmen ihre neue Kooperation in Sachen Elektromobilität vor.

Je zur Hälfte halten sie die Anteile an ihrer gemeinsamen Tochter „Smartlab”, deren Verträge in Kürze besiegelt werden sollen.

Geschäftssitz der „Innovations-Gesellschaft” ist Aachen. Damit wird auch deutlich, dass die Stawag trotz der Parität in den Besitzverhältnissen schon eine besondere Rolle spielen wird. Denn sie ist es, von deren bereits weit entwickeltem Know-how in Sachen Fahren mit Strom die Duisburger gerne profitieren möchten.

Vor den Medien an ihrem Messestand stellte DVV-Chef Dr. Hermann Janning heraus, dass die Stawag bereits „deutlich früher” und damit „ganz besonders aktiv” sei als Dienstleister für Elektromobilität. Und davon wolle seine Gesellschaft gerne profitieren. Während die Stawag etwa die Zahl ihre Ladestationen bereits in Kürze von sechs auf rund 20 aufstocken möchte, steht die DVV diesbezüglich noch ganz am Anfang. Die erste E-Mobil-Säule soll im Frühjahr auf dem Duisburger Betriebsgelände aufgebaut werden.

Im Fokus der Zusammenarbeit zwischen Aachen und Duisburg stehen die Entwicklung und Vermarktung neuer Dienstleistungen, Konzepte und Produkte im Bereich der Elektromobilität. Dieses Bündnis soll, so versicherten die Beteiligten, offen sein für weitere interessierte Stadtwerke. Andreas Pfeiffer, der bei der Stawag diesen Aufgabenbereich betreut, verwies auf konkrete Gespräche mit neuen Partnern aus dem Ruhrgebiet.

Auch denen käme das erste Projekt zugute, dass das „Smartlab” bereits entwickelt hat: das „Ladenetz - mein Stadtwerkeverbund”. Lokale Energieversorger können dem Verbund beitreten und so „kostengünstig und zukunftsorientiert in die Elektromobilität einsteigen”, kündigten Asmuth und Janning auf der E-World an. Dank einer solchen Zusammenarbeit von vielen Partnern sollen die Kunden der einzelnen Stadtwerke problemlos deren einzelnen Ladestationen in Anspruch nehmen, ohne ständig andere Ladekarten besorgen zu müssen. Ein einheitliches Abrechnungssystem ist für die Verbreitung der E-Mobilität natürlich sehr hilfreich.

„Wir arbeiten daran, dass wir auf der Fahrt von Aachen nach Duisburg auch noch die anderen Stadtwerke entlang der Strecke hinzugewinnen werden”, sagte Asmuth. Die Batterie-Ladekapazität eines Elektroautos wird allerdings auch so schon bis dorthin reichen.

Um alle Stadtwerke unter einen Hut zu bekommen, wäre übrigens kräftig zu koordinieren: Es gibt rund 800 davon bundesweit.

Die Frage nach der Besteuerung bleibt

Selbst wenn laut Dr. Peter Asmuth 50 Prozent der 65.000 in Aachen rollenden Fahrzeuge auf Elektromobilität umgestellt würden, mache dies lediglich einen zusätzlichen Energieabsatz von zehn Prozent aus.

Dies entspreche, fügte der Stawag-Chef an, der Kapazität von sieben bis acht Offshore-Windkraftwerken.

Während ein Auto mit herkömmlichem Treibstoff etwa fünf Euro auf 100 Kilometer „verfährt”, sei der Fahrstrom für die gleiche Strecke heute bereits für rund 70 Cent zu haben, sagte Asmuth.

Allerdings, so machte er deutlich, drohe wegen ausfallender Mineralölsteuern ein „Riesenloch in der Steuerkasse” - wenn die Autofahrer massenhaft auf Elektromobilität umschwenken sollten. Zu fürchten sei, dass dann der Fahrstrom ähnlich besteuert würde.

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