Aachen - Staus hier, Staus da, Staus fast überall

Staus hier, Staus da, Staus fast überall

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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Nadelöhr auf der Autobahn 44: Die Bundespolizei kontrolliert weiterhin und auf unabsehbare Zeit am Rastplatz Königsberg. Das führt auf vielen Ausweichstrecken ebenfalls zum Verkehrschaos. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Manchmal kommt alles zusammen. Und dann kommt es knüppeldick. So wie Montag Nachmittag. Da schepperte es auf der A 4 Richtung Niederlande. Folge: Bis zu sechs Kilometer Rückstau. Was sich natürlich auch auf andere Bereiche auswirkt. Etwa auf die A 44, wo sich das Blech ebenfalls fünf Kilometer staute. Eine Ausnahmesituation zwar. Und doch: Auch so werden tausende Autofahrer derzeit täglich auf die Geduldsprobe gestellt.

Seit knapp einer Woche kontrolliert die Bundespolizei am Rastplatz Königsberg zwischen Lichtenbusch und dem Kreuz Aachen intensiver denn je. „Grenzkontrollähnliche Maßnahmen“ nennt sich das, was der Sicherheitslage nach den Terroranschlägen von Paris geschuldet ist. Schon weit vor der Kontrollstelle wird der Verkehr gebremst, am Parkplatz selber bleibt nur ein Nadelöhr als Durchfahrt.

Schwer bewaffnete Bundespolizisten nehmen „Sichtkontrollen“ vor, manche Fahrzeuge werden zwecks Kontrolle auf den Parkplatz geleitet, wo das THW die Polizisten mit Logistik wie etwa einem Zelt unterstützt. An den ersten beiden Tagen führte das zu bis zu acht Kilometer langen Staus.

Doch dann begannen die Auto- und Lkw-Fahrer angesichts einer Wartezeit von bis zu einer Stunde, sich andere Wege zu suchen, um an dem Nadelöhr vorbeizukommen.

Ausweichstrecken überlastet

Das führt insbesondere im Berufsverkehr an vielen Stellen abseits der Autobahn zu langen Blechschlangen, weil die Ausweichstrecken die Massen der Fahrzeuge gar nicht bewältigen können. Von „freie Bahn“ kann keine Rede mehr sein. Betroffen davon ist ausgerechnet jemand – man könnte es als Treppenwitz ansehen –, der Bahn heißt, Michael mit Vornamen.

Er ist Diplom-Ingenieur, kommt aus Eschweiler und arbeitet bei FEV. Das Unternehmen hat seinen Sitz an der Neuenhofstraße und damit in einem der Epizentren des derzeit alltäglichen Verkehrschaos‘. Es sei ihm nach Dienstschluss fast unmöglich, die nicht weit entfernte Auffahrt Brand zur A 44 zu erreichen, schreibt Bahn unserer Redaktion. Der verstopfte Außenring führe auf der Neuenhofstraße zu einem Rückstau, der bereits auf Höhe der Firma Babor beginne.

Bahn: „Der Versuch der Umgehung über die Debyestraße in Richtung Eilendorf endete auf der Debyestraße mit einem Rückstau von der Kreuzung Von-Coels-Straße, der bis zur Ecke Nordstraße reichte!“ Ein weiterer Umgehungsversuch habe in einen weiteren Stau in der Eilendorfer Straße in Brand geführt. „In Konsequenz muss man festhalten: Der Verkehr kommt nahezu vollständig zum Erliegen“, ärgert sich der Ingenieur.

Sehr wohl habe er angesichts der Lage Verständnis für die Kontrollen der Bundespolizei. Dennoch fragt er sich, warum man diese nicht am früheren Grenzübergang in Lichtenbusch aufgebaut habe, was erst gar nicht zu diesem Verkehrschaos geführt hätte. Das hat er auch der Stadt und der Bundespolizei geschrieben in der Hoffnung, dass sich doch noch etwas in diese Richtung bewegt.

Die Stadt selber kann da wohl nicht viel machen. Die Bundespolizei könnte theoretisch, wird dies aber nicht tun. Auf Anfrage unserer Zeitung sagt Bernd Küppers, Sprecher der hiesigen Bundespolizei: „Es gibt natürlich Gründe dafür, dass wir die Kontrollstelle genau dort aufgebaut haben.“

Doch über diese Gründe könne man keine Auskunft geben – „aus einsatztaktischen Gründen“, so Küppers. Damit müssten sich die Autofahrer derzeit zufriedengeben. AZ-Leser berichten derweil, dass an nicht weit entfernten Grenzstellen kaum bis gar nicht kontrolliert werde.

Außenringe dicht

Am Montag Nachmittag mussten sich die Betroffenen auch damit zufriedengeben, geraume Zeit später nach Hause oder ans Ziel zu kommen. Durch besagte Situation ging auch auf dem Madrider und dem Berliner Ring fast nichts mehr, das Blech staute sich auch dort kilometerlang.

Wer es über Rothe Erde versuchen wollte, sah sich ebenfalls „gekniffen“. Dort ist die Philipsstraße derzeit Baustelle, was auch ohne „Schleichverkehr“ schon zu langen Wartezeiten führt. Die obere Hüls ist überdies gesperrt, die Alt-Haarener-Straße (noch) Einbahnstraße. Zu Staus kommt es auf der Dresdener Straße ebenso wie auch der Breslauer Straße vor der Kreuzung Berliner Ring.

Ein altbekannter und viel zitierter Spruch hilft dieser Tage also kaum bis gar nicht: „Umfahren Sie den Bereich möglichst weiträumig.“ Hier müsste man derzeit anfügen: „Sie werden leider trotzdem im Stau landen.“

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